Der Treuhänder

5 Investment Thesen für die 20iger Jahre

Intelligence does not claim infallibility for its prophecies. Intelligence merely holds that the answer which it gives is the most deeply and objectively based and carefully considered estimate.”

Sherman Kent Founder of the Office of National Estimates
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Robinhood, Broker & Clearing-Prozesse, der etwas andere Margin Call

Gestern Nachmittag habe ich in einem Chat vereinfacht aufgezeigt wie der Clearing Prozess abläuft. Man mag zwar jetzt denken gähn wie langweilig, doch ist es der Schlüssel zu dem was aktuell in einigen Wertpapieren abläuft. Gute Trades basieren auf einigen Faktoren: a) Kenne das Regulatorische Umfeld genau und die damit verbundenen Prozesse. b) Finde sehr gute Anwälte, die die Lücken ausmachen und c) Trader die den Mumm und das Können haben diese Lücken auszunutzen.

Chat Start:

Sell Sell Short …. was passiert?

1. ist man nen Hedge Funds dann pingt man seinen Prime Broker an und warnt ihn vor das man etwas verkaufen will was man nicht hat 
2. dieser laeuft los und sucht zuerst in House nach nicht verliehenen Aktien … also sauberen Titeln … oft muss er aber auf dritte zurueckgreifen also andere Broker 
3. er hat nu aktien gefunden die sauber sind und kann diese wenn gewollt verleihen 
4. HF sagt jo aber natuerlich will ich leer verkaufen … leiht sich die aktien und verkauft diese sofort wieder an vierte Partei … er erhaelt damit geld und schuldet aktien, … muss den Prime Broker bezahlen damit dieser wiederum seine Kunden bezahlen kann wegen der leihe

willkommen bei Sell Sell Short

jetzt kommen wir kurz zur vorstellung von zwei unternehmen die außergewöhnlich wichtig sind … DTCC und OCC … 
https://www.dtcc.com/ 
https://www.theocc.com/ 

hier laufen die faeden zusammen … sie sind die clearing haeuser …

noch ein Ding das man wissen muss USA Hypothekierung Rehypothekierung 140% erlaubt, London theoretisch unbegrenzt praktisch 400%wie oft etwas verliehen werden darf

was fiel auf … nicht nur RH Kunden wurden die Positionen liquidiert … sondern auch den HF und damit den Prime Brokern zuvor …

so noch eine kleine vor information … 

Margin Accounts = du besitzt nichts und wirst gluecklich sein … ohne schmuh man besitzt dabei nichts außer ein verpsrechen von seinem broker, keine eigentumsrechte … wichtiger Punkt den man sich merken muss

ein Kunde von einem Broker wie Robinhood kauft eine Aktie, nennen wir sie mal $GME … was passiert im Backoffice?
da der kaeufer nicht den verkaeufer kennt muss ein dritte Partei diese zusammenfuehren … das ist DTCC oder OCC … 
Aufgabe zusammenfuehrung und abrechnung der Transaktionen … 
Valuta ist T+2 so wie bei uns … 
dem Kaeufer und Verkaeufer wird die Transaktion sofort angezeigt … da aber Valuta T+2 ist entsteht hier ein Risiko da Leihgeschaefte getaetigt werden … Counter Party Credit Risk 
DTCC und OCC stellen ihre eigenen Bilanzen zur verfügung um das settlement sicherzustellen

DTCC ist ein Zentrallager für Aktien und Bürge dieser … OCC gleiche in gruen fuer optionen

DTCC haelt im gegensatz zu ihren Kunden (Prime Broker und Broker) die Aktien „physisch“

da mittlerweile viele oder auch die meisten accounts margin acc sind => die broker halten die rechte an den Wertpapieren fuer ihre kunden in ihrem eigenen namen

so nu kaufen wa 
1. kauf
2. Am Ende des Tages rechnet der Broker die Transaktionen auf und muss DTCC entweder geld zahlen oder er bekommt welches … 
3. wenn der Broker z.B. RH der DTCC am ende des tages geld schuldet so leihen sie sich dieses auf dem interbanken markt … und senden es dann der DTCC
4. die DTCC verteilt dieses Geld dann an die angeschlossenen Broker
5. die formale abrechnung und damit das settlement ist aber T+2das bedeutet hier sind mehrere RisikenKreditrisiken

1. Broker vs DTCC von der Zeit des Auftrags des Kunden bis Ausgleich zum Ende des Handelstages
2. DTCC vs DTCC in der Zeitspanne die zwischen dem Geld verteilen und dem formalen Settlement
3. Selling Broker vs Selling Client 
SB gibt SC schon Geld ohne es schon bekommen zu haben
4. DTCC vs Selling Broker 
DTCC schuldet SB EoD Geld
5. Broker Client vs Broker Client 
Broker besitzt aktie im margin account nicht der client, er reicht nur einige besitzrechte weiter aber nicht das eigentum 
hier kommen wir zur Wertpapierleihe und der Hypothekierung

Sell Sell Short … dafuer muessen sich aktien geliehen werden … die leihgebuehr von illiquiden buden wie GME betraegt schnell zwischen 50 – 100% im jahr

so der retail kunde mit margin account besitzt nichts der broker verleiht die aktien an einen Prime Broker wie oben beschrieben … der broker bekommt geld alles schoen … der PB verleiht an HF dieser verkauft 

jetzt besitzen gleichzeitig zwei unterschiedliche broker kunden die gleiche aktie

tipp, derjenige der am ende gekauft hat, mit einem cash account … schlaegt den ersten kunden mit margin konto wenn es um eigentumsfragen geht

Broker bekommt geld von Prime Broker, PB bekommt von HF … DTCC protokolliert die kette der eigentumsrechtedie Hauptsorge von DTCC ist, dass in dieser Kette ein Glied scheitert …

wenn das passiert wird es schnell zum problem vom kunden dessen aktien verliehen wurden und zum problem von DTCC

DTCC bewertet das risiko von margin accounts anders als das von Cash Accounts … Risikogewichtung Art der Gegenpartei und Art des Wertpapieres + Volatilität von diesem

die Broker  Perspektive auf das Risiko welches zwar die retail kunden aufhaeufen aber das eigene Buch ausmacht … er schließt die positionen wenn risikogrenzen gerissen werden … es ist sein eigentum nicht das der kunden …

DTCC verlangt wiederum von seinen kunden also den Brokern das sie eine sicherheit hinterlegen, akzeptiert werden cash und treasuries … damit stellen sie sicher, dass sie nicht auf dem risiko sitzen bleiben

steigt also das Risiko so steigt auch die geforderte sicherheitsleistung von DTCC gegenüber den Brokern

gehen nu Kunden … Retail, Funds, Hedgefunds, HFT mehr und mehr in eine gruppe wertpapiere sodass am ende fast die gesamte crew auf ein und der gleichen seite sitzt … so steigt die geforderte sicherheitsleistung der DTCC exponentiell an … theoretisch gleicht sich das risiko inhouse aus …kann der Broker nicht mehr sicherheit leisten so bekommt dieser als ganzes einen margin call

dann kann er a) mehr sicherheit leisten siehe Citadel & Co. mit melvin b) sie koennen die kunden positionen liquidieren (retail, funds und co) oder c) sie versuchen das risiko zu mitigieren, sollte die bilanz noch platz haben … also sie kaufen die Aktie, Aktien Futures oder Optionen …

so zum Optionsmarkt … wenn Optionen gekauft werden dann muessen sie von wem anders verkauft werden … der kauf kann muss aber nicht auf margin, während der verkauf immer ein margin geschaeft ist …und der optionsmarkt ist in den besagten wertpapieren regelrecht explodiert …

es ist eine sich selbstverstaerkende schleife bei denen via einem Botnetzwerk auf Reddit gepushed wurde (90% der aktivitaet dort ist auf bots zurueckzufuehren)

einiges anderes dort ist Agent Provocateur ..

am ende hat Citadel durch frontrunning, sie kontrollieren den orderfluss … https://trading-treff.de/wissen/ist-der-flash-crash-moeglich … und profitieren von diesem wissen, einen riesigen gewinn davon getragen aufgrund des riesigen Handelsvolumen …

hier sind welche gezwungen durch risiko regulierung nonsense zu jeglichen preisen kaufen zu müssen und bluechips zu verkaufen, um ihr Risiko Exposure zu reduzieren …

die kleinen dazwischen … was einige sind … die freuen sich vielleicht jetzt noch doch sie besitzen nichts … sie haben vielleicht gewinne aufm papier … doch selbst das papier ist nur virtueller natur da margin account …kurzum … da hat im prinzip eine ganze branche mit wenigen ausnahmen einen margin call erhalten

was den cash bestand von margin konten angeht, … auch dieser ist nicht das eigentum des kunden … es ist ein pfandkonto …

hat wohl nie einer mit gerechnet das allesamt auf einer seite stehen …looool … Risikobewertungen butsch und tata wir haben das was passiert … rein technisch regulatorisch von Akteuren befeuert die mit einem sehr guten Wissen über die Prozesse und einem guten anwaltsteam ausgestattet sind …der trade ist insgesamt hammer

man kann etwas verkaufen was schrott ist aber dennoch akteure gezwungen sind kaufen zu müssen …
man weiß viele kunden haben margin acc. also alles im besitz des brokers, kunde nur glaeubiger 
margin call auf viele broker diese muessen alles moegliche verkaufen wie auch der ein oder andere hedgefunds 

hier kommen wir wieder zum 4ten mann der auf cash account die verliehene aktie gekauft hat, ihm gehoert se … 

guenstige einkaufstour auf steroiden und geiler verkaufstag fuer schon verfaultes obst …

zynisch … absolut … regulatorisch, wohl korrekt … rechtlich … das wird echt geil zu sehen ob RH und Co + Citadel den arsch aufgerissen bekommen oder nicht … ich tippe auf nein, dafuer aber die kleinen  

[…] aso ganz vergessen das oben beschriebene zum Thema $GME … wendet das mal auf die Allokationsblase ETF´s an  

  ….

Ende Chat.

Nachtrag: von der Hypothekierung, der Wertpapierleihe sind auch ETF´s betroffen. Intern, weil sie selber Aktien bzw. enthaltene Wertpapiere verleihen um die Kosten zu decken und Extern weil auch die ETF´s in einem Margin Account dem Broker gehören nicht dem Kunden bzw. in einem Cash Account der Wertpapierleihe unterliegen können. In den AGBs steht es, ob Wertpapiere des Kunden zur Wertpapierleihe zur Verfügung stehen oder nicht. Je günstiger ein Broker, je höher ist die Wahrscheinlichkeit das Wertpapierleihe getätigt wird.

Gegessen wird immer – Argumente die für den Agrar Sektor sprechen

Gegessen wird immer, eine abgedroschene Phrase, sie hat dadurch dennoch nichts von ihrem Wahrheitsgehalt eingebüßt. Seit langem herrscht eine Art Land Rush, bei dem sich die einzelnen Investoren (Privat und oder Staatlich) mit allen Mitteln um jedes verfügbare Landstück bemühen, dass auf den Markt kommt. Die Sicherung der Lebensmittelversorgung für die eigene Bevölkerung, ist für einen Staat von höchstem Strategischen Interesse. Die Nationale Sicherheit ist davon unmittelbar betroffen, sodass der Sektor immer ein offenes Ohr bei der Politik finden wird. Das ist wichtig da der Primat der Politik zurück ist.

Was für den Agrar-Sektor spricht:

  • Die Weltbevölkerung wächst langsam aber sicher weiter und auch die klimatischen Bedingungen verändern sich.
  • Die Urbarmachung der neuerschlossenen Felder (Südamerika, Afrika) benötigt enorme Mengen an Düngemittel.
  • Auch für die Bodenverbesserung/-Optimierung von bestehenden Agrarflächen werden beständig Düngemittel jeglicher Art nachgefragt. Bodenerosion ist ein großes Thema.
  • Überflutungen in China haben große Teile der Agrarflächen beschädigt, sodass sie erneut Urbar gemacht werden müssen. Zusätzlich sind einige Phosphat Minen Chinas in Mitleidenschaft gezogen worden.
  • Rohstoff Preise steigen => Höhere Einnahmen für Bauern / Farmer => Höhere Ausrüstungsinvestitionen => Steigender Umsatz bei z.B. Titan International oder auch Bucher Industries mit ihrer Tochter Kuhn Group
  • wachsender Wohlstand in Asien fördert die Nachfrage nach Tierischen Protein, was auf der einen Seite zu einem Anstieg der Futtermittelnachfrage führt und auf der anderen die Aussichten für die Fleischindustrie verbessert.
  • New Man Made Materials ($ADM Künstliche Spinnenseide)

Die Entwicklung der Rohstoffpreise deutet auf einen neuen Bullenmarkt hin:

Die Preisentwicklung und die Chartlage der Agrar-Rohstoffe deuten darauf hin, dass sie wahrscheinlich steigen werden.

Davon könnten dann Unternehmungen profitieren wie z.B.:

Diese Unternehmungen decken fast den gesamten Bereich der Agrar-Industrie ab. Von Düngemitteln, Maschinen / Ausrüstung, Futterergänzungsmittel & Tierfutter, Fleischproduktion, bis hin zum Handel und der Logistik (Schiff, Hafen, Intermodal, etc.) ist bei den genannten Unternehmungen alles vorhanden. Selbst New Man Made Materials sind im Produktportfolio von Archer-Daniels-Midland vertreten.

Langfristig wird der Sektor wahrscheinlich eine gute Anlage sein. Nicht nur weil der Spruch „Gegessen wird immer“ wahr ist, sondern auch wegen den New Man Made Materials. An dieser Stelle vermute ich, dass der Agrarsektor Minen als Rohstoffquelle immer weiter ergänzen wird und sich damit langfristig weitere Umsatzquellen erschließen lassen.

Privatinvestoren, denen das Wissen und oder die Zeit zur Auswahl von Aktien fehlt, sind wahrscheinlich mit einem auf den Sektor konzentrierten Aktiv gemanagten Fonds am besten bedient. ETF´s haben ihre eigenen Tücken und ich bin wahrlich kein Freund dieser, da sie einem Derivat gleichen.

Der Prozess des Investieren

Oft ist es so das Menschen mit utopischen Erwartungen investieren. Sie sind sich ihrer Ziele oft nicht bewusst. Allzu oft geht die Erwartung sogar dahin, dass an der Börse das schnelle Geld lockt. Ein Umstand der sogar durch selektive Berichterstattung in den Medien gefördert wird. Ja es ist möglich, dass man durch Zufall in diese Situation kommt, sie ist jedoch nicht die Normalität. Es gibt viele dieser Gedankenspiele, was wäre wenn man beim IPO von Amazon oder Google für Betrag X Anteile gekauft hätte. Das sind jedoch sinnlose Gedankenspiele, denn sie stellen nicht die Realität dar.

  1. Es ist unwahrscheinlich, dass man überhaupt frühzeitig einen solchen Gewinner identifiziert.
  2. Kaum ein Anleger hat die Geduld und die Nerven, einen solchen „Ritt“ mit machen zu können. Viel wahrscheinlicher ist es, dass man weit vor den möglichen Höchstständen die Nerven verliert oder aber in einer harschen Korrektur die Reißleine zieht.

Die Realität ist unwahrscheinlich und genau das ist das Problem, welches uns beim Prozess des Investierens begleitet. Der Investor hat nicht die perfekte Information, er kann nicht in die Zukunft blicken. Er muss sich mit anderen Möglichkeiten helfen, wie mit einer ordentlichen Vorbereitung und der Verhinderung eines Totalverlusts.

Ziele

Bevor überhaupt das Wie einer Strategie definiert werden kann, muss zuerst das Was definiert werden. Was soll erreicht werden? Es ist eine Frage, die von den Privaten Lebensumständen beeinflusst wird und so nicht pauschal beantwortet werden kann. Was jedoch gesagt werden kann ist, dass man Vermögen eher durch Arbeit anhäuft und nicht durch das Investieren. Die Investition der knappen Ressourcen, welche oft Ausdruck eines ganzen Arbeitslebens sind, ist erst der zweite Schritt. Das Investieren erfolgt zwar oft parallel, doch gilt meist erst die Arbeit, dann die Investition.

Das ist einer Gründe, warum es sich oft um den Kapitalerhalt nach Steuern und Inflation dreht und nicht um den sogenannten Vermögensaufbau.

Der Generationen übergreifende Vermögenserhalt als Ziel – das was erreicht werden soll – bestimmt die Strategie.

Strategie zum Vermögenserhalt

An dieser Stelle helfen einem nicht solche Fancy Modelle wie CAPM und Co.. Sie sind der Ausdruck einer Kurzfristigkeit, die nicht im Sinne eines Investors ist. Modelle im Allgemeinen verführen einen Investor nur allzu oft dazu, dass er sich einer Kontrollillusion hingibt, die seinem Ziel entgegen steht. Die Zukunft menschlichen Verhaltens ist viel zu Komplex, als dass es auch nur ein Modell schaffen könnte dauerhaft das Kapital zu erhalten. Hier muss was anderes herangezogen werden, um das Ziel erreichen zu können.

Halten wir zuerst noch einmal zwei Dinge fest:

  1. der Prozess des Kapitalerhalts hat kein definiertes zeitliches Ende
  2. das Kapital darf niemals als ganzes riskiert werden

Aus Punkt eins lässt sich zum Beispiel ableiten, dass es nicht auf die Performance von einem Jahr ankommt, sondern die Summe des Prozesses entscheidend ist. Der Faktor Zeit, der einem Investor zur Verfügung steht, ist es, was Ihn von den anderen Akteuren an den Finanzmärkten unterscheidet. Er hat die Zeit, sein „Feld“ zu bestellen und seinen „Wald“ durch eine langfristige Planung zu gestalten. Dabei spielt die Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen eine große Rolle und nicht der kurzfristige Gewinn.

Auch der aktuelle Preis des Produktivkapitals ist relativ unbedeutend. Es sind andere Dinge, die wesentlich entscheidender sind, ob eine Beteiligung stattfindet oder nicht. Ob der heute gezahlte Preis zu Hoch ist, ist auf die Sicht von 100 Jahren recht unbedeutend. Viel entscheidender ist die Natur der Investition.

Punkt 1: Die Qualitativen & Quantitativen Merkmale einer möglichen Beteiligung

Hier kommen Fragen auf, die sich dann eher darum drehen, wer denn der Haupteigentümer der betreffenden Unternehmung ist. Eine von der Gründerfamilie dominierte Unternehmung hat oft eine langfristigere Ausrichtung, als eine, die von Institutionellen Investoren dominiert wird. Der Institutionelle Investor bzw. dessen Management ist auf den kurzfristigen Erfolg angewiesen, schon allein aus der Perspektive der eigenen Vergütung heraus. Der langfristige Erfolg spielt hier eine eher untergeordnete Rolle. Es kommt auf die Qualität des Managements an, die selbst von den Zielen der Mehrheitseigentümer abhängig ist.

Hört man von dem Management der betreffenden Unternehmung typische Berater Floskeln, die mit reichlich Buzz-Wörtern gespickt sind, sollte man Abstand nehmen. Es ist ein Hinweis darauf, dass das Management nicht unbedingt was von dem Geschäftsfeld und damit der Unternehmung versteht. Auch das herumreiten auf Kennzahlen wie zum Beispiel dem EBITDA ist so ein Punkt, der darauf hinweist, dass der Fokus wohl eher auf der Optimierung der Managergehälter liegt, als bei dem langfristigen Erfolg einer Unternehmung.

Zusätzlich ist das Geschäftsfeld einer Unternehmung entscheidend und dessen Erfahrung darin. Weltweit gibt es viele Unternehmungen die schon seit dem 19. Jahrhundert und darüber hinaus am Markt tätig sind. Es ist ein Hinweis, dass sich die Unternehmung den Zeiten und den damit sich wandelnden Anforderungen anpassen können. Das ist zwar keinerlei Garantie aber ein Hinweis. Darüber hinaus gibt es Geschäftsfelder, die über recht hohe Einstiegshürden verfügen. Damit ist eine aufkommende Konkurrenz eher unwahrscheinlich. Hier spielt besonders die Einzigartigkeit / das Alleinstellungsmerkmal hinein. Eine Unternehmung wie z.B. die Jungfraubahn kann nicht kopiert werden, sie ist Einzigartig auf der Welt, denn es gibt nur ein Jungfraujoch.

Fassen wir die Qualitativen Merkmale einmal kurz zusammen:

  1. Wer ist der Mehrheitseigentümer?
  2. Qualität des Managements & dessen Macht-Netzwerk.
  3. Seit wann existiert die Unternehmung am Markt?
  4. Ist die Unternehmung einzigartig.

Insgesamt sind langfristig planende, einzigartige Unternehmungen ein relativ knappes Gut. Der Investor sucht nicht das reichlich Vorhandene, sondern das Knappe.

Ein weiterer Punkt der mehr und mehr an Bedeutung gewinnt, ist der von möglichen Rechtsrisiken durch unethisches und oder kriminellen Verhaltens von Seiten der Unternehmungen. Das ist definitiv ein Ausschlusskriterium, welches ich im Teil 3 der Reihe „Was ich als Aktionär nicht sehen will“ formuliert habe.

Soweit zu den Qualitativen Kriterien, die von einer Unternehmung erfüllt werden sollten. Die Quantitativen Dinge hatte ich schon einmal in den folgenden zwei Artikeln beschrieben und möchte sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholen.

Was ich als Aktionär nicht sehen will

Was ich als Aktionär nicht sehen will – Teil 2

Sollten die Qualitativen und oder Quantitativen Bedingungen nicht mehr gegeben sein, so besteht auch kein Grund mehr an der jeweiligen Beteiligung festzuhalten.

Mit dem suchen von lohnenden Beteiligungen ist es jedoch längst nicht getan, Zu einer Strategie zählt mehr als nur die Auswahl, es kommt auch auf die Aufteilung an. Es ist die logische Ableitung aus dem oben formulierten Punkt 2.

Punkt 2: Die Aufteilung

Dazu gibt es solch abgedroschenen Phrasen, wie z.B.: „Lege nicht alle deine Eier in einen Korb.“

Diese sind nicht falsch, lassen den Privatinvestor jedoch bei Detailfragen meist im Regen stehen. Am Ende landet er häufig in einer Allokationsblase, ein Umstand den er doch vermeiden wollte. Nicht nur das, sondern auch die Aufteilung selbst stellt ihn vor Fragen. Hier sollte immer beachtet werden, dass man nicht in die Extreme verfällt. Eine ausgewogene Mischung ist erstrebenswert.

Bereiche in die ein langfristig denkender Investor investieren kann sind:

  1. Aktien / Produktivkapital
  2. Anleihen
  3. Cash
  4. Gold

Ein jedes Investment Vehikel hat seine ganz eigene Risikowolke, wobei die aufgezählten Vehikel 1, 3 und 4 diejenigen mit der verständlichsten sind. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass das Risiko sich niemals gegeneinander aufrechnen lässt, es addiert sich nur. Die Korrelation der einzelnen Assetklassen zueinander nähert sich in einer Liquiditätskrise schnell dem Wert 1 an. In einer Krise befinden sich alle Assetklassen im Parallelflug, sodass der Effekt der Diversifikation nicht gegeben ist. Hier hilft dann nur ein relativ hoher Cashbestand. Nur dieser ermöglicht es einen Investor die sich während einer Krise bietenden Chancen ergreifen zu können. Ein Punkt bei dem die Anleihen nicht aushelfen können. Anleihen haben aber auch darüber hinaus so einige Fallstricke, sodass sie für den Privatinvestor nicht so einfach zu verstehen sind. Zusätzlich sollten auch folgende Assets vermieden werden:

  1. Private Equity
  2. Nachrangige Schuldverschreibungen / Anlagezertifikate
  3. ETF´s und
  4. Derivate im Allgemeinen

Wieso man ETF´s besser vermeidet hatte ich hier schon einmal formuliert. Damit bleiben einem Investor Aktien / Produktivkapital, Cash und Gold. Die Goldposition selbst ist für den Europäischen Bürger nichts weiter als eine relativ Krisenfeste Dollaroption. Im Gegensatz dazu ist für einen US Investor diese Goldposition nicht völlig überflüssig, jedoch ist der US Dollar als Cash Position wesentlich bedeutender. Das liegt daran, dass der Euro, wie auch die anderen Währungen der Welt, nur eine Art „Derivat“ auf den US Dollar darstellen und damit relativ Instabil sind.

Damit wird klar, dass der langfristig planende Investor A) Produktivkapital benötigt, B) eine relativ große Cash Position und C) ein gewisses Maß an Gold besitzen sollte. Der Unterschied zwischen einem Euroraum Investor und einem US Investor ist der, dass der US Investor auf Kosten der Goldbestandsgröße mehr US Dollar vorhalten kann, da sein Währungsrisiko das geringste ist, auch wenn es viele Unkenrufe dagegen gibt.

Punkt A ermöglicht dem Investor an der wirtschaftlichen Entwicklung mehrerer Unternehmungen partizipieren zu können. Durch die möglichen Dividenden Ausschüttungen entsteht ein positiver Cashflow. In wie viele Unternehmungen investiert werden sollte, darüber gibt es keine einstimmige Meinung. Jedoch sollte bedacht werden, dass über die jeweilige Positionsgröße der potentielle Schaden eines Totalausfalls begrenzt werden kann. Je mehr Positionen existieren, desto kleiner ist der Schaden, wenn eine Unternehmung ausfällt. Im Gegenzug dazu vermindert sich aber auch der potentielle Gewinn, sollte eine Unternehmung außerordentlich gut performen. Es sind Trade Offs, Punkte die gegeneinander abgewogen werden müssen. Darüber hinaus muss auf die Sektoren geachtet werden, denn es ist unsinnig, wenn nur in ein oder zwei Branchen investiert wird. Punkt B schafft die Sicherheit, dass wenn die Kurse extrem fallen dennoch investiert werden kann. So ist man nicht gezwungen das Tafelsilber zu einem schlechten Preis verhökern zu müssen, egal aus welchem Grund. Und C stellt die Sicherheit gegen das Unbekannte, gegen die Fragilität unseres Finanzsystems, welches an der mangelnden Regulierung des Eurodollar Marktes krankt.

Fazit

Nun haben wir das Ziel definiert und den Weg wie es erreicht werden kann. Während das Ziel feststeht, muss der Prozess zur Erreichung des Ziels stets überwacht werden. Das bedeutet, dass er objektiv evaluiert werden muss, um erkennen zu können, ob man sich noch dem eigentlichen Ziel nähert oder der Weg / Prozess angepasst werden muss. Das betrifft eher Punkt 2: Die Aufteilung und weniger Punkt 1: Die Qualitativen & Quantitativen Merkmale.

Mit Rückschlägen muss immer gerechnet werden, doch wie schon zu Anfangs geschrieben, die Summe des Prozesses macht den Erfolg aus, nicht das explizit einzelne Jahr.

Weltwirtschaft in der Krise- Zukünftige Chancen

Die Weltwirtschaft ist stellenweise zum Stillstand gekommen. Sehr viele Unternehmungen melden Beeinträchtigungen ihrer Lieferketten. Länder schließen ihre Grenzen, die Globalisierung ist, so scheint es, vor eine Mauer gesprungen. Wie es kurzfristig an den Märkten weitergeht soll uns hier nicht interessieren, jedoch die längerfristige Perspektive.

Seit einiger Zeit kann man eine Veränderung in den Lieferketten erkennen. Die Überlegungen dazu reichen wahrscheinlich bis zur Zeit der Great Financial Crisis zurück. Aus den Überlegungen wurden Handlungen und seit ca. zwei Jahren wandern immer mehr Unternehmungen aus China ab. Dieser Trend hatte sich durch den Handelskrieg beschleunigt und die aktuelle Pandemie wird wahrscheinlich einen weiteren Boost geben.

Das wird kein schneller Ritt, denn die Verlagerung der Lieferketten Richtung China hatte ca. 20 Jahre gedauert. Man kann davon ausgehen, dass auch die Rückkehrbewegung einem vergleichbaren Zeitraum einnehmen wird.

Das wird natürlich auch langfristige Auswirkungen auf die Aktienmärkte der einzelnen Länder haben, eine Entwicklung an der man sicherlich partizipieren kann.

Die Berichte von Harris Bricken über das Verhältnis ihrer Mandanten zu China ist recht erhellend und viele der Unternehmer sagen, dass sie mit China fertig seien.

Das kann man ihnen sofort glauben, doch sie stehen alle vor einem Problem. Wo sind die Alternativen. Einige sind mit ihrer Produktion schon nach Vietnam, Taiwan, usw. ausgewichen, doch sind sie oft weiterhin von chinesischen Zulieferern abhängig. Darüber hinaus haben die Alternativen ihre derzeitigen Kapazitäten wohl voll ausgeschöpft, sodass es schwierig sein wird noch Auftragsfertiger in den Ländern finden zu können.

Wahrscheinlich werden in Zukunft die Lieferketten wieder näher an den Endkunden heranrücken. Strategisch wichtige Sektoren, wie die Pharmaindustrie, werden mit großer Wahrscheinlichkeit mit einem Großteil ihrer Produktion in den direkten Machtbereich der einzelnen Staaten und Staatengemeinschaften zurückkehren müssen. Andere werden wohl in die Nachbarschaft ziehen, in der die Kosten der Arbeit relativ gering sind im Vergleich zu den angepeilten Zielmärkten.

Beim US Amerikanischen Markt stechen zwei Regionen heraus, die wahrscheinlich von der Verlagerung der Lieferketten profitieren können. Das ist a) der Mittlere Westen der in der Vergangenheit durch die Deindustrialisierung stark gelitten hat und b) Puerto Rico, wo schon einmal die Pharmaindustrie der USA beheimatet war. Ein Nachbar der unteranderem profitieren könnte ist Mexico, besonders in den Arbeitsintensiven Sektoren erscheint das Land recht attraktiv.

Der Europäische Markt kann ähnliches erwarten, wobei hier jedes Land sich zuallererst am nächsten sein wird. Sanofi kündigte ja schon Ende Februar an, die Produktion der Pharmazeutischen-Inhaltsstoffe zurück nach Frankreich holen zu wollen. Vergleichbares wird man wahrscheinlich in vielen Ländern der Europäischen Union sehen werden. Daneben werden wahrscheinlich die Ost-&Zentraleuropäischen Länder von der Verlagerung der Lieferketten profitieren können. Das gilt vor Allem für die Arbeitsintensiven Sektoren. Im Bereich der High-Tech und Software Entwicklung wird wahrscheinlich das Vereinigte Königreich einen guten Standort abgeben können.

Aktuell fallen die Messer Richtung Boden. Wann sie schlussendlich den Boden erreichen werden, dass ist in diesem Moment noch ungewiss. Doch sobald sie auf dem Boden liegen kann man die heil gebliebenen aufsammeln.

Bei der Auswahl von Partizipationen am Produktivkapital sind folgende Länder & Regionen dann bei mir besonders im Fokus:

  • USA
  • Vereinigtes Königreich
  • Mexiko
  • Ost- & Zentraleuropa

Worauf ich bei Aktien unteranderem acht gebe hatte ich zuvor schon in zwei (1 & 2) kleinen Artikeln dargelegt.

Was ich von ETF´s halte

Am zurückliegenden Wochenende wurde ich von einem Freund gefragt was ich denn von Exchange Traded Funds halten würde. Er erklärte mir wonach er suche. Dabei fiel mir auf, dass es sich anhörte, wie die typischen Marketing Narrative, die sich um das Thema Indexierung & ETF´s drehen.

Grundsätzlich gilt bei allen Dingen: Nichts ist umsonst, alles kostet!

Vorteile der ETF´s liegen bei

  • den geringen Verwaltungskosten
  • der einfachen Umsetzung einer Anlage Idee
  • der offensichtlich einfachen und schnellen Handelbarkeit

Hier Enden jedoch die Vorteile.

Die Nachteile sind mannigfaltiger Natur und ich bin mir nicht sicher ob ich hier alle erfassen kann und will. Es wird besser sein sich auf die wichtigsten Kritikpunkte zu beschränken.

Wette auf den Preis ohne Qualität

Ein Kritikpunkt ist, dass man hier nur auf die Preisveränderung eines Index setzt. Man wettet einfach nur auf den Preis, ohne dass man die Qualität der Index Komponenten prüft.

Ein passendes Beispiel ist z.B. ein Dividenden ETF eines bekannten Anbieters. Dieser bezieht sich auf den EURO STOXX Select Dividend 30 Index. Er verfügt aktuell über eine Ausschüttungsrendite von 4,62% und erscheint damit recht attraktiv. Doch schaut man einmal genauer in diesen Exchange Traded Funds hinein, so erkennt man,

  • dass es sich um eine verkappte Wette auf den europäischen Finanzsektor handelt. Dieser macht in dem Fonds ca. 45% aus. Das ist nicht gut, denn dieser Sektor hat enorme Probleme, welche auch mittelfristig nicht verschwinden werden. Die verdeckte Konzentration auf einen Sektor ist bei den meisten Indizes und damit den ETF´s ist nicht unüblich (z.B. S&P 500 ETF: Apple, Amazon, Alphabet, Facebook und Microsoft allein machen ca. 17,31% des Index aus; etwas worauf man auch bei aktiv gemanagten Fonds achten muss).

Und noch einmal zurück zu dem Punkt, dass man nur auf den Preis wettet. ETF´s werden gehandelt! Das bedeutet, dass sich der Preis des ETF´s stellenweise von dem Net Asset Value (NAV) unterscheidet. Es kann zu einer Discount oder Premium Situation kommen, sodass der Preis des ETF´s unter oder über dem NAV notiert. Etwas, was sogar zu stark ausgeprägten Extremen führen kann, wie es im August 2015 zu beobachten war. Rein von dem Verhalten eines ETF´s und seinem Eigenleben kann man behaupten, dass es sich um ein Derivat handelt. Zum kurzfristigen Spekulieren geeignet, doch langfristig wird es bessere Lösungen geben.

Als Investor / Teilhaber ist man nicht am Preis interessiert, sondern am Erfolg einer Unternehmung. Dazu schrieb Joseph de la Vega 1688:

Die Finanzbarone und Großkapitalisten genießen jedes Jahr die Dividende der Aktien, die sie ererbt oder mit ihrem eigenen Gelde gekauft haben, auf den Kurs der Aktien kommt es ihnen nicht an und da ihre Absicht nicht auf den Verkauf, sondern auf das Einkommen aus den Erträgnissen gerichtet ist, so bildet der höhere Wert der Aktien nur einen imaginären Genuss, indem sie überlegen, wie es in Wirklichkeit ist, dass sie bei einem Verkauf der Effekten, sie einen hohen Preis erhalten können.

Joseph de la Vega: Die Verwirrung der Verwirrungen (S.33)

Ist man jedoch im Bereich der ETF´s engagiert, so spekuliert man auf den Verkauf seines Eigentums zu einem höheren Preis. Und auf diesem Weg ist man nur ein Teilnehmer an der Momentum Spekulation und kein Investor / Teilhaber.

Allokationsblasen & Illiquidität

Es ist ein über die Zeit gewachsener Super Trend hin zur Indexierung, welcher auf falschen Annahmen beruht. Es entstehen Allokationsblasen, welche nur durch das Momentum getrieben, nicht durch die zugrundeliegenden Fundamentalen Daten gedeckt sind. Jede Aktie, Anleihe, Rohstoff, etc., gleich welcher Qualität wird gekauft, solang sie in dem abzubildenden Index enthalten sind. Dadurch entstehen Übertreibungen. Übertreibungen welche sich nicht nur in starken Kurssteigerungen manifestieren, sondern sollte sich das Blatt wenden und eine Baisse aufziehen, auch Richtung Süden wirken werden.

Ein weiterer Punkt den man nicht vergessen darf sind die Fixed Income Indizes und den sie abbildenden ETF´s. Hier wird eine Liquidität, also Handelbarkeit vorgegaukelt, welche so nicht durch die Bestandteile des Fonds gedeckt ist. Kommt es in diesem Bereich zu einem unerwarteten Ereignis, so kann auch die Handelbarkeit des ETF´s am Ende beeinträchtigt sein. Insbesondere wenn es sich um High Yield Produkte handelt.

Fazit

Am Ende muss man sich fragen ob man wirklich Teil des Momentumsspiels sein will.

In meinen Augen ist es nichts weiter als ein Marketing Gag der KVG´s, welche nicht das beste für den Anleger wollen, sondern ihren eigenen Gewinn vor Augen haben. Gleichschaltung der Anleger ist hierbei ein Nebeneffekt, der langfristig hohe Kosten verursachen wird.

An der Börse ist es klug, wenn man nicht am gewöhnlichen „Wahnsinn“ der Massen teilnimmt, sondern seinen eigenen Weg geht.

Sollte man sich am Ende nicht zutrauen selber Aktien auszuwählen, kann der Gang über einen aktiv gemangten Fonds der richtige sein. Auch bei diesen sind in den vergangenen Jahren die Verwaltungskosten gesunken.

Zur Suche kann man auf die Seiten von Morningstar zurückgreifen, welche nicht nur im Fondsbereich eine gute Übersicht bieten, sondern auch bei den Aktien.

Zum Thema Aktien hatte ich schon zuvor zwei Dinge festgehalten, die ich als Teilhaber bei einer Unternehmung nicht sehen will.

Was ich als Aktionär nicht sehen will – Teil 1

Was ich als Aktionär nicht sehen will – Teil 2

Was ich als Aktionär nicht sehen will – Teil 2

Nicht die Auswahlmethodik ist entscheidend, sondern die Methodik des Ausschließens. Es ist an der Börse und allgemein bei einem wirtschaftlichen Engagement besonders wichtig Fehler zu vermeiden.

Im Teil 1 der Mini-Serie „Was ich als Aktionär nicht sehen will“ habe ich schon ein Ausschlusskriterium genannt, welches ich heute mit einem weiteren ergänzen möchte.

Es ist vielleicht ein kontrovers diskutiertes Thema, insbesondere wenn man die angeblichen Auswirkungen untersucht, doch Buybacks sind etwas, was einem misstrauisch machen muss. Sie sind ein Ausdruck von Ideenlosigkeit der Unternehmensführung.

Vermeide Buyback Aktivitäten

Buybacks sind zwar nicht pauschal zu verurteilen, denn es gibt seltene triftige Gründe diese durchzuführen, dennoch sind sie meistens ein Hinweis darauf, dass:

1. Die Unternehmensführung keine Idee hat wie das Kapital der Unternehmung wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann. Hätte sie eine, würde sie ansonsten das Kapital investieren.

2. Der Teilhaber, der das wirtschaftliche Risiko trägt, ist für das Management offensichtlich nicht von Bedeutung. Der Teilhaber hat von einem Buyback nichts, außer er verkauft seine Aktien. Er hat ansonsten keinen positiven Cash Flow, im Gegensatz zu einer Dividenden Ausschüttung. Die Aussage, dass sich Buybacks für die Teilhaber positiv auswirken ist mehr als nur Zweifelhaft. Darauf deutet zum Beispiel die Preisentwicklung der General Electrics Aktie hin.

3. Vermehrt Financial Engineering zum Einsatz kommt. Dabei wird das eigentliche Produkt der Unternehmung zu einem Nebensache degradiert. Das Hauptaugenmerk des Managements liegt dann auf dem Anteilspreis.

4. Eventuell stagnierender Umsatz und Gewinn verdeckt werden sollen. Bleiben der Umsatz & Gewinn gleich und es wird ein Buyback Programm durchgeführt, so steigen die Earnings Per Share. Eine Verhältnis, auf das ein besonderes Augenmerk liegt. Jedenfalls bei vielen Analysten, Finanzmedien und anderen. Daneben kann natürlich auch das Boni-System an die EPS gekoppelt sein. Das System wird quasi gespielt.

An einer Unternehmung, die in Verbindung mit einer hohen Auszahlungsrate regelmäßig Buybacks durchführt will ich nicht beteiligt sein. Das Management ist meist zu sehr mit dem Anteilspreis beschäftigt und zu wenig mit dem Produkt. Außerdem sehen sie offensichtlich keine Chance das Kapital der Unternehmung wirtschaftlich sinnvoll einzusetzen und damit das Produkt zu verbessern, die Effizienz / Produktivität zu erhöhen, Kosten zu senken und neue Märkte zu erschließen. Wie soll hier das langfristige überleben der Unternehmung gesichert werden?

Buybacks sind definitiv ein Ausschlusskriterium, außer das Management hat eine triftige Erklärung für ein solches Programm. Es muss einem bewusst sein, der Wert (Wert ungleich Anteilspreis) einer Unternehmung steigt dadurch jedenfalls nicht.

Hohe Auszahlungsrate + Regelmäßige Buybacks = Kein Engagement

Was ich als Aktionär nicht sehen will

Der Aktienmarkt ist schon eine verrückte Sache. Jeder schwört hier auf seine eigene Methodik. Manche dieser gleichen eher einer Esoterischen Strömung, andere basieren auf Theoretischen Modellen, die aus einem Labor entflohen sind. All das ist relativ egal. Wichtiger als die Auswahlmethodik ist die Methodik des Ausschließens. Einfach gesagt, Fehler vermeiden.

Was ich als Aktionär / Anteilseigner bei einer Unternehmung wirklich nicht sehen will ist eine Schwache Bilanz!

Vermeide eine schwache Bilanz

An einer Unternehmung kann an sich alles stimmen wie z.B. eine beständig hohe Gesamtkapitalrendite, ein gutes Produktportfolio, hohe Einstiegshürden in ihren Markt, etc. aber all das hilft nicht, wenn die Bilanz schwach ist.

1. Erste Hinweise auf eine schwache Bilanz bietet der Blick auf die Eigenkapitalquote. Ist diese gering ist der Anteil des Fremdkapitals, vereinfachend gesagt der Schulden, hoch. Doch kann man nicht pauschal sagen, dass eine Unternehmung, die z.B. nur eine Eigenkapitalquote von 42% hat, auch gleichzeitig eine schwache Bilanz aufweist.

2. Weitere hinweise erhält man, wenn man die Liquidität 1. bis 3. Grades überprüft. Hier kann die Liquiditätssituation einer Unternehmung besser eingeschätzt werden und damit die stärke der Bilanz. Es ist gut, wenn die Quick Ratio (Liquidität 2. Grades: (Geldvermögen + Wertpapier + kurzfristige Forderungen)/kurzfristige Verbindlichkeiten) größer 1 und die Current Ratio (Liquidität 3. Grades: Umlaufvermögen / kurzfristige Verbindlichkeiten) größer als die Quick Ratio ist.

3. Eine weitere Prüfung die einem einen Hinweis auf die Stärke einer Bilanz gibt, ist der Zinsdeckungsgrad. Dabei wird das Verhältnis zwischen Zinsaufwendungen und den Einnahmen erfasst. Je größer dieser Wert ist, je geringer sind die Zinsaufwendungen gegenüber den Einnahmen und damit auch das Zinsänderungsrisiko.

Diese drei Anhaltspunkte, die auf die Verfassung einer Bilanz hinweisen, können ohne weiteres von einem Privatanleger binnen weniger Minuten geprüft werden.

Darüber hinaus sollte auch die Art der einzelnen Bilanzposten geprüft werden, wenn dieses für den Privatanleger möglich ist.

Schwache Bilanz = kein Engagement!