Der Treuhänder

Was ich als Aktionär nicht sehen will – Teil 3

Wie ich zuvor schon festgehalten hatte, ist es an den Finanzmärkten wichtig Fehler zu vermeiden. Eine schwache Bilanz und oder hohe Ausschüttungen plus Buybacks gehören zum Beispiel dazu. Doch es gibt noch mehr, was man nicht sehen will.

Dazu zählt zum Beispiel Unverantwortliches Handeln und die damit einhergehenden Rechtsrisiken und Reputationsschäden für die Unternehmung.

Das möchte ich als Aktionär und Partizipant nicht sehen.

Aus vielen Fehltritten kann man recht ungeschoren herauskommen, doch andere wiegen derart schwer, dass sie nicht nur die Reputation der Marke einreißen, sondern auch enorme Rechtsrisiken mit sich bringen. Diese können von horrenden Strafen über Marktausschluss bis hin zur persönlichen Haftbarkeitsmachung des Managements führen. Daneben soll aber auch das Risiko der Antitrust Gesetze nicht unterschlagen werden.

Beispiel am Rechtsrisiko durch Zwangsarbeit in China

Im 1. Quartal wurde der Bericht vom Australian Strategic Policy Institute zur Zwangsarbeit der Uhigurischen Minderheit in China veröffentlicht. Das ist etwas, was früher vielleicht ohne weiteres möglich war, doch die Zeiten haben sich geändert.

Vor 2016 waren Güter, welche nicht in ausreichender Menge in den USA hergestellt werden können von dem Zwangsarbeit Verbot ausgenommen. Das änderte sich mit dem Inkrafttreten des Trade Facilation and Trade Enforcement Act of 2015 am 24.02.2016.

The Trade Facilitation and Trade Enforcement Act of 2015 was signed by the President on February 24, 2016. The law repealed the “consumptive demand” clause in 19 U.S.C. § 1307. The clause had allowed importation of certain forced labor-produced goods if the goods were not produced “in such quantities in the United States as to meet the consumptive demands of the United States.” Repeal of the consumptive demand exception should enhance CBP’s ability to prevent products made with forced labor from being imported into the United States.

https://www.congress.gov/bill/114th-congress/house-bill/644/text

Hier bestehen für die betroffenen Unternehmen sehr große Rechtsrisiken. Ob eine Abmilderung dieser möglich ist, ist jedoch fraglich.

Wie die Anwaltskanzlei Harris Bricken in einem Blog Beitrag schrieb, vertreten sie schon eine Unternehmung die von Zwangsarbeit in ihrer Lieferkette betroffen ist und sie erwarten noch viele weitere.

Auch die Europäische Union kennt Gesetze die den Import von Waren, die durch Zwangsarbeit hergestellt wurden untersagen.

Das ist die Juristische Seite, doch der Reputationsschaden kann noch viel höher liegen, als das Rechtsrisiko.

Über mögliche Rechtsrisiken in Bezug auf China hatte ich im vergangenen Jahr schon einmal geschrieben.

Deshalb will ich als Partizipant definitiv weder

  1. Zwangsarbeit noch
  2. Schwerste Umweltvergehen sehen.

Es ist nicht nur eine moralische Bankrotterklärung des Managements, sondern auch die Verkörperung des kurzfristigen Denkens.

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