Der Treuhänder

Iran hat die US Regierung getestet und in Syrien die Antwort erhalten

Von dem bisher gezeigten Außenpolitischen Ansatz der Regierung Biden bin ich bisher kein Freund, da dem Terror Regime des Irans zu viel Platz gelassen wird und sich Interventionen in Afrika anbahnen, die über Jahre hinweg knappe militärische Ressourcen binden werden.

Was die Mullahs und ihre Revolutionsgarden befeuert, die Stellvertreter Kriege der Region erneut anzuheizen, sind z.B. solche Handlungen der US Regierung:
Biden Revokes Terrorist Designation for Yemen’s Houthis
Aber auch der Versuch den JCPOA erneut zu beleben, trotz der unzähligen, anhaltenden und gravierenden Verstöße von Seiten des Irans.

Sowas befeuert den Übermut des iranischen Regimes und führte direkt zu einer erhöhten Aktivität der Iranischen Stellvertreter gegen Saudi-Arabien und innerhalb des Iraks. Auch die neue Offensive der Houthis im Jemen ist eine Folge dieser „konzilianten“ Politik. Ein „Höhepunkt“ wurde am 15ten Februar erreicht, als der Flughafen von Erbil beschossen wurde und dabei ein US Kontraktor getötet wurde.

Die jetzige Bombardierung in Syrien von Stellungen der Kata’ib Hezbollah und Kata’ib Sayyid al-Shuhada sind eine direkte Antwort der US Regierung auf das destruktive aggressive Verhalten des Irans. Beide oben genannte Gruppen sind von Iran finanzierte Stellvertreter, vergleichbar mit einer Art Iranischen Fremdenlegion. Der Iran hat die US Regierung getestet und eine Antwort bekommen. Diese Antwort war gut gewählt, da sie nicht im Irak erfolgt ist, sondern in Syrien. Wäre sie im Irak erfolgt, hätte die Bombardierung dem Iranischen Regime Möglichkeiten an die Hand gegeben, um gegen die US Truppen im Irak Stimmung zu machen und so die dort schwelenden Konflikte anzuheizen.

Dementsprechend ist die von der US Regierung gewählte Antwort die Richtige, um den Mullahs im Iran ihre Grenzen aufzuzeigen. Damit ist die aktuelle Kritik an der Regierung fehl am Platz, denn das ist aktuell kein neuer, sondern ein alter Konflikt der schon seit Jahrzehnten andauert. Wäre eine Antwort ausgeblieben, dann hätte der Iran in dem Bereich (Angriffe auf US Truppen / Einrichtungen) mit weiteren aggressiven Handlungen die Grenzen der US Regierung ausgetestet. Die möglichen Kosten wurden dem Iranischen Regime nun vor Augen geführt, was zukünftig eher beruhigend als anheizend wirken sollte.

So komisch es auch für Deutsche Ohren klingen mag, Konflikte und Kriege haben immer eine Kosten-Nutzen Rechnung. Erhöht man dem Kontrahenten die anzunehmenden Kosten, so geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er seine Ziele mit militärischen Mitteln verfolgen wird.

11 Geoökonomische Gegebenheiten

Die Politische Ökonomie in den Internationalen Beziehungen:

  1. Gewinn = Umsatz – Kosten
  2. Ungleichgewicht im Handel = Geld
  3. Handel entsteht durch den Willen oder den Zwang ein Gut zu erstehen welches man selbst nicht hervorbringen kann.
  4. Jede auf der Welt existierende Währung ist ein Derivat auf den USD (vgl. dazu Punkt 2) und kann dementsprechend nur stabil sein, wenn sie mit genügend USD hinterlegt ist (Handelsungleichgewicht und Fed => USD Swap Linien).
  5. Unabhängig davon, welches System ein Staat im Inneren anwendet, um die zur Verfügung stehenden Ressourcen zu verteilen, muss er sich auf dem Internationalen Markt dem Wettkampf um die gewollten und oder benötigten Ressourcen / Güter stellen. Dafür werden US Dollar benötigt, die von jedem einzelnen Staat erwirtschaftet werden müssen, ex USA. Damit ist es auch klar, dass wenn einem Staat, aus was für Gründen auch immer, die USD ausgehen, es in seinem Wirtschaftsraum zu einer Güter Knappheit kommt und in folge dieser Inflation unvermeidlich ist.
  6. Wer einen bestimmten Markt Reguliert, der beherrscht auch den entsprechenden Staat.
  7. Staaten versuchen asymmetrisch gestaltete Wirtschaftsbeziehungen zu anderen Staaten aufzubauen, um so den Einfluss auf die Politik des anvisierten Staates auszubauen. Die Interdependenzen der einzelnen Staaten untereinander sind oft asymmetrischer Natur, bei der ein Staat / eine Gruppe von Staaten die andere Seite dominieren kann.
  8. Außenpolitik ist auch immer Handelspolitik und damit nie von den Innenpolitischen Zwängen isoliert.
  9. Die Globalisierung ist politisch gewollt gewesen, sie ist keine Zwangsläufigkeit einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Damit ist auch die sich entwickelnde Globalisierung a la Carte (Harald Malmgren, 2014) dem Primat der Politik geschuldet, nicht der Wirtschaft.
  10. Die Internationale Ordnung ist von der Existenz eines Hegemons abhängig. Der Hegemon ist es, der die Macht besitzt, die Internationale Ordnung durchzusetzen. Erlischt dessen Interesse, aus was für Gründen auch immer, an der Internationalen Ordnung, so endet diese und wird durch eine Anarchistische Ordnung zwischen den einzelnen Staaten und Regionen ersetzt.
  11. Kommt der Handel zum erliegen, dann sprechen sehr oft die Waffen, denn der Wille oder der Zwang ein Gut zu erstehen erlischt nicht zwangsweise mit dem Ende des Handels.

Das Problem mit ETF´s

Das Debakel um $GME zeigt bei den sehr beliebten Exchange Traded Products ein Problem auf, dass nur ganz wenige auf dem Schirm haben. Die Gewichtung einzelner Aktien innerhalb eines Index ist oft mit der Marktkapitalisierung dieser Aktie verbunden. Wenn also die Marktkapitalisierung einer Aktie ansteigt, aus was für Gründen auch immer, dann steigt auch der Anteil dieser Aktie im Index, ihre Gewichtung verändert sich. Das bedeutet, dass Exchange Traded Products, zu denen auch ETF´s gehören, gezwungen sind die Aktien entsprechend neu zu gewichten und dann dementsprechend zu kaufen oder zu verkaufen. Im Endeffekt kann so Faules Obst in den Depots der Retail Kunden, die mittels ETPs anlegen, entsorgt werden, ohne dass es ihnen bewusst ist.

Wo gekauft wird, dort gibt es natürlicherweise auch Verkäufer. Stürzt nun so eine Aktie wie $GME wieder ab, so sind auch die ETPs gezwungen diese zu verkaufen. Doch damit sie verkaufen können muss es natürlich auch einen Käufer geben. There will be no Offer in the Bid. Das Orderbuch wird in diesem Moment leer sein, denn wer will wirklich Pleitekandidaten zu den im Moment angeschlagenen Preisen kaufen?

Aber auch die Volatilität der Indizes nimmt zu und damit der ETPs, was wiederum zu neuen Risikogewichtungen bei den Clearinghäusern führt, wie im vorherigen Artikel beschrieben.

Robinhood, Broker & Clearing-Prozesse, der etwas andere Margin Call

Gestern Nachmittag habe ich in einem Chat vereinfacht aufgezeigt wie der Clearing Prozess abläuft. Man mag zwar jetzt denken gähn wie langweilig, doch ist es der Schlüssel zu dem was aktuell in einigen Wertpapieren abläuft. Gute Trades basieren auf einigen Faktoren: a) Kenne das Regulatorische Umfeld genau und die damit verbundenen Prozesse. b) Finde sehr gute Anwälte, die die Lücken ausmachen und c) Trader die den Mumm und das Können haben diese Lücken auszunutzen.

Chat Start:

Sell Sell Short …. was passiert?

1. ist man nen Hedge Funds dann pingt man seinen Prime Broker an und warnt ihn vor das man etwas verkaufen will was man nicht hat 
2. dieser laeuft los und sucht zuerst in House nach nicht verliehenen Aktien … also sauberen Titeln … oft muss er aber auf dritte zurueckgreifen also andere Broker 
3. er hat nu aktien gefunden die sauber sind und kann diese wenn gewollt verleihen 
4. HF sagt jo aber natuerlich will ich leer verkaufen … leiht sich die aktien und verkauft diese sofort wieder an vierte Partei … er erhaelt damit geld und schuldet aktien, … muss den Prime Broker bezahlen damit dieser wiederum seine Kunden bezahlen kann wegen der leihe

willkommen bei Sell Sell Short

jetzt kommen wir kurz zur vorstellung von zwei unternehmen die außergewöhnlich wichtig sind … DTCC und OCC … 
https://www.dtcc.com/ 
https://www.theocc.com/ 

hier laufen die faeden zusammen … sie sind die clearing haeuser …

noch ein Ding das man wissen muss USA Hypothekierung Rehypothekierung 140% erlaubt, London theoretisch unbegrenzt praktisch 400%wie oft etwas verliehen werden darf

was fiel auf … nicht nur RH Kunden wurden die Positionen liquidiert … sondern auch den HF und damit den Prime Brokern zuvor …

so noch eine kleine vor information … 

Margin Accounts = du besitzt nichts und wirst gluecklich sein … ohne schmuh man besitzt dabei nichts außer ein verpsrechen von seinem broker, keine eigentumsrechte … wichtiger Punkt den man sich merken muss

ein Kunde von einem Broker wie Robinhood kauft eine Aktie, nennen wir sie mal $GME … was passiert im Backoffice?
da der kaeufer nicht den verkaeufer kennt muss ein dritte Partei diese zusammenfuehren … das ist DTCC oder OCC … 
Aufgabe zusammenfuehrung und abrechnung der Transaktionen … 
Valuta ist T+2 so wie bei uns … 
dem Kaeufer und Verkaeufer wird die Transaktion sofort angezeigt … da aber Valuta T+2 ist entsteht hier ein Risiko da Leihgeschaefte getaetigt werden … Counter Party Credit Risk 
DTCC und OCC stellen ihre eigenen Bilanzen zur verfügung um das settlement sicherzustellen

DTCC ist ein Zentrallager für Aktien und Bürge dieser … OCC gleiche in gruen fuer optionen

DTCC haelt im gegensatz zu ihren Kunden (Prime Broker und Broker) die Aktien „physisch“

da mittlerweile viele oder auch die meisten accounts margin acc sind => die broker halten die rechte an den Wertpapieren fuer ihre kunden in ihrem eigenen namen

so nu kaufen wa 
1. kauf
2. Am Ende des Tages rechnet der Broker die Transaktionen auf und muss DTCC entweder geld zahlen oder er bekommt welches … 
3. wenn der Broker z.B. RH der DTCC am ende des tages geld schuldet so leihen sie sich dieses auf dem interbanken markt … und senden es dann der DTCC
4. die DTCC verteilt dieses Geld dann an die angeschlossenen Broker
5. die formale abrechnung und damit das settlement ist aber T+2das bedeutet hier sind mehrere RisikenKreditrisiken

1. Broker vs DTCC von der Zeit des Auftrags des Kunden bis Ausgleich zum Ende des Handelstages
2. DTCC vs DTCC in der Zeitspanne die zwischen dem Geld verteilen und dem formalen Settlement
3. Selling Broker vs Selling Client 
SB gibt SC schon Geld ohne es schon bekommen zu haben
4. DTCC vs Selling Broker 
DTCC schuldet SB EoD Geld
5. Broker Client vs Broker Client 
Broker besitzt aktie im margin account nicht der client, er reicht nur einige besitzrechte weiter aber nicht das eigentum 
hier kommen wir zur Wertpapierleihe und der Hypothekierung

Sell Sell Short … dafuer muessen sich aktien geliehen werden … die leihgebuehr von illiquiden buden wie GME betraegt schnell zwischen 50 – 100% im jahr

so der retail kunde mit margin account besitzt nichts der broker verleiht die aktien an einen Prime Broker wie oben beschrieben … der broker bekommt geld alles schoen … der PB verleiht an HF dieser verkauft 

jetzt besitzen gleichzeitig zwei unterschiedliche broker kunden die gleiche aktie

tipp, derjenige der am ende gekauft hat, mit einem cash account … schlaegt den ersten kunden mit margin konto wenn es um eigentumsfragen geht

Broker bekommt geld von Prime Broker, PB bekommt von HF … DTCC protokolliert die kette der eigentumsrechtedie Hauptsorge von DTCC ist, dass in dieser Kette ein Glied scheitert …

wenn das passiert wird es schnell zum problem vom kunden dessen aktien verliehen wurden und zum problem von DTCC

DTCC bewertet das risiko von margin accounts anders als das von Cash Accounts … Risikogewichtung Art der Gegenpartei und Art des Wertpapieres + Volatilität von diesem

die Broker  Perspektive auf das Risiko welches zwar die retail kunden aufhaeufen aber das eigene Buch ausmacht … er schließt die positionen wenn risikogrenzen gerissen werden … es ist sein eigentum nicht das der kunden …

DTCC verlangt wiederum von seinen kunden also den Brokern das sie eine sicherheit hinterlegen, akzeptiert werden cash und treasuries … damit stellen sie sicher, dass sie nicht auf dem risiko sitzen bleiben

steigt also das Risiko so steigt auch die geforderte sicherheitsleistung von DTCC gegenüber den Brokern

gehen nu Kunden … Retail, Funds, Hedgefunds, HFT mehr und mehr in eine gruppe wertpapiere sodass am ende fast die gesamte crew auf ein und der gleichen seite sitzt … so steigt die geforderte sicherheitsleistung der DTCC exponentiell an … theoretisch gleicht sich das risiko inhouse aus …kann der Broker nicht mehr sicherheit leisten so bekommt dieser als ganzes einen margin call

dann kann er a) mehr sicherheit leisten siehe Citadel & Co. mit melvin b) sie koennen die kunden positionen liquidieren (retail, funds und co) oder c) sie versuchen das risiko zu mitigieren, sollte die bilanz noch platz haben … also sie kaufen die Aktie, Aktien Futures oder Optionen …

so zum Optionsmarkt … wenn Optionen gekauft werden dann muessen sie von wem anders verkauft werden … der kauf kann muss aber nicht auf margin, während der verkauf immer ein margin geschaeft ist …und der optionsmarkt ist in den besagten wertpapieren regelrecht explodiert …

es ist eine sich selbstverstaerkende schleife bei denen via einem Botnetzwerk auf Reddit gepushed wurde (90% der aktivitaet dort ist auf bots zurueckzufuehren)

einiges anderes dort ist Agent Provocateur ..

am ende hat Citadel durch frontrunning, sie kontrollieren den orderfluss … https://trading-treff.de/wissen/ist-der-flash-crash-moeglich … und profitieren von diesem wissen, einen riesigen gewinn davon getragen aufgrund des riesigen Handelsvolumen …

hier sind welche gezwungen durch risiko regulierung nonsense zu jeglichen preisen kaufen zu müssen und bluechips zu verkaufen, um ihr Risiko Exposure zu reduzieren …

die kleinen dazwischen … was einige sind … die freuen sich vielleicht jetzt noch doch sie besitzen nichts … sie haben vielleicht gewinne aufm papier … doch selbst das papier ist nur virtueller natur da margin account …kurzum … da hat im prinzip eine ganze branche mit wenigen ausnahmen einen margin call erhalten

was den cash bestand von margin konten angeht, … auch dieser ist nicht das eigentum des kunden … es ist ein pfandkonto …

hat wohl nie einer mit gerechnet das allesamt auf einer seite stehen …looool … Risikobewertungen butsch und tata wir haben das was passiert … rein technisch regulatorisch von Akteuren befeuert die mit einem sehr guten Wissen über die Prozesse und einem guten anwaltsteam ausgestattet sind …der trade ist insgesamt hammer

man kann etwas verkaufen was schrott ist aber dennoch akteure gezwungen sind kaufen zu müssen …
man weiß viele kunden haben margin acc. also alles im besitz des brokers, kunde nur glaeubiger 
margin call auf viele broker diese muessen alles moegliche verkaufen wie auch der ein oder andere hedgefunds 

hier kommen wir wieder zum 4ten mann der auf cash account die verliehene aktie gekauft hat, ihm gehoert se … 

guenstige einkaufstour auf steroiden und geiler verkaufstag fuer schon verfaultes obst …

zynisch … absolut … regulatorisch, wohl korrekt … rechtlich … das wird echt geil zu sehen ob RH und Co + Citadel den arsch aufgerissen bekommen oder nicht … ich tippe auf nein, dafuer aber die kleinen  

[…] aso ganz vergessen das oben beschriebene zum Thema $GME … wendet das mal auf die Allokationsblase ETF´s an  

  ….

Ende Chat.

Nachtrag: von der Hypothekierung, der Wertpapierleihe sind auch ETF´s betroffen. Intern, weil sie selber Aktien bzw. enthaltene Wertpapiere verleihen um die Kosten zu decken und Extern weil auch die ETF´s in einem Margin Account dem Broker gehören nicht dem Kunden bzw. in einem Cash Account der Wertpapierleihe unterliegen können. In den AGBs steht es, ob Wertpapiere des Kunden zur Wertpapierleihe zur Verfügung stehen oder nicht. Je günstiger ein Broker, je höher ist die Wahrscheinlichkeit das Wertpapierleihe getätigt wird.