Der Treuhänder

Das Wording ändert sich

Nicht nur das Japan bei der eigenen Atomenergiepolitik eine 180 Grad Wende vollzogen hat, auch in anderen Staaten verändert sich das Wording zum Thema Atomkraft und Versorgungssicherheit. Die Veränderung des Wordings in Bezug auf Atomkraft und Energiesicherheit ist ein langsamer Prozess. Ein Prozess der oft angestoßen wird, um a) zu prüfen ob die Idee politisch durchsetzbar ist und b) um die Wähler in ihrer Erwartungshaltung auf einen in Zukunft stattfindenden Politikwechsels vorzubereiten. Ob ein solcher Politikwechsel gewiss ist, das möchte ich hiermit nicht sagen, nur dass anscheinend die Chancen dazu stetig ansteigen.

Ein Kurzüberblick über die vergangenen Tage:

https://www.cnbc.com/2022/06/02/nuclear-waste-us-could-power-the-us-for-100-years.html?s=09

https://www.cnbc.com/2022/06/07/the-diablo-canyon-control-room-turned-this-mom-into-a-nuclear-advocate.html

https://www.bild.de/politik/talk-kritik/talk-kritk/lindner-bei-maischberger-sollten-atomstrom-unideologisch-diskutieren-80333430.bild.html

https://www.politico.com/newsletters/the-long-game/2022/06/08/the-environmental-apostate-who-backed-nuclear-before-it-was-cool-00038048

Re: Request for clarification to the Guidance issued by DOE for the first round of the Civil
Nuclear Credit Program application – O F F I C E O F T H E G O V E R N O R
„The single largest resource planned for retirement is Diablo Canyon Power Plant (DCPP), a zero carbon, base load generator that supplies approximately 8.5 percent of California’s total electricity generation and provides capacity during the “net peak” evening hours.“

Sollte diese Entwicklung fortschreiten wird es wahrscheinlich zu interessanten Grabenkämpfen kommen. Auf der einen Seite stände die Atomenergielobby und auf der anderen Seite würden sich die Lobbys der Erneuerbaren Energien und der Fossilen Energieträger öffentlich zusammenraufen, da die erstgenannten in ihrer Existenz bedroht wären und die letzteren Absatzeinbußen fürchten müssten.

Damit besteht das Risiko, dass die Erneuerbaren Energien als eine Art Stranded Asset enden könnten. Auch wenn im Moment die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt werden kann, sollte bei der Geldanlage dieses Risiko mittlerweile mit bedacht werden, da die Konsequenzen für den Sektor der Renewables fatal sein könnten.

Positive Entwicklungen

Heute positive Entwicklungen aus dem Kaukasus, den Abraham Nations, Asien, dem Semiconductor- und Energiesektor.

Kaukasus & Abraham Nations:

Aserbaidschan und Israel unterhalten seit langer Zeit freundliche Beziehungen. Nun ist der Landwirtschaftssektor in den Fokus geraten, dessen Entwicklung gefördert werden soll, um so die Lebensmittelversorgung zu sichern.

https://top-center.org/en/analytics/3380/azerbaijan-and-israel-aim-to-boost-agricultural-cooperation-amid-concerns-about-food-security

Die Beziehungen beider Staaten fingen im Dezember 1991 an. Israel war einer der ersten Staaten die Aserbaidschan als souveränen Staat anerkannt haben. Inzwischen hat Israel Russland als Hauptrüstungslieferant Aserbaidschans abgelöst.

Japan & Taiwan:

Die Zusammenarbeit zwischen Japan und Taiwan wird von japanischer Seite aus gestärkt. Das Überleben Taiwans als eigenständiger Staat ist für Japan von vitaler Bedeutung. Ein Umstand der in den vergangenen Jahren von japanischer Regierungsseite immer wieder Erwähnung fand.

Semiconductor:

ASML will 200 Millionen USD in das Werk in Wilton (Connecticut) investieren. Damit schreitet die Zweiteilung und die damit einhergehende Sicherung der Lieferketten voran.

Energiesektor:

Außerhalb der OPEC, ist der Oman der größte Erdölförderer im Mittleren Osten. Das Land kann ca. 840k Barrel pro Tag fördern. Mit dem neuen Fund könnte die Förderung um ca. 5 bis 12% gesteigert werden.

https://www.spglobal.com/commodityinsights/en/market-insights/latest-news/oil/060522-omans-new-oil-discoveries-may-boost-output-50000-100000-bd?s=09

Positives aus der Welt

Heute möchte ich einige positive Entwicklungen in Zentralasien, den Abraham Nations, Indien und Afrika hervorheben, da sie wahrscheinlich ein langfristiges Trendmuster bilden.

Zentralasien / Kaukasus:

Chaos ist eine Leiter … Es ist etwas wahres dran. Durch die sich entwickelnden Geopolitischen Gegebenheiten werden die Handelsströme umgelenkt. Aserbaidschan hat sich offensichtlich gut positioniert. Die sich anscheinend steigernde Zusammenarbeit zwischen den Regierungen der Organisation Türkischer Staaten könnte ihr übriges dazu tun, um so die Region besser aufzustellen, sodass sie nicht zwischen der Sinosphäre und der Anglosphäre zerrieben werden. Neue Alte Handelszentren und Verbindungen könnten hier eine neue Vitalität gewinnen. Selbst eine Landgebundene Handelsverbindung zwischen Indien und Europa wäre so theoretisch möglich.

Die Wahrscheinlichkeit ist gestiegen, das nun auch die Transkaspische Pipeline realisiert werden kann. Es wäre eine weitere mögliche Energiequelle für ein von Energiearmut gebeutelten Europa.

Abraham Nations & Afrika:

Infolge der Abraham Accords versucht Israel die Beziehungen mit den Afrikanischen Staaten zu stärken. Ob dieses Mittel- bis Langfristig gelingen wird ist schwer abzuschätzen, da es nicht der erste Versuch ist.

https://www.al-monitor.com/originals/2022/06/abraham-accords-accelerate-israel-africa-rapprochement

Für Israel wäre das Gelingen ein großer Erfolg, da Afrika wahrscheinlich ein großer Zukunftsmarkt ist und dementsprechend nicht nur für die eigene Rohstoffversorgung wichtig ist, sondern auch als Absatzmarkt, wie auch als Produktionsstandort.

Die Vereinigten Arabischen Staaten folgen ihrer Strategie und versuchen sich im sogenannten Mittleren Osten und Nordafrika bestens zu positionieren.

https://www.al-monitor.com/originals/2022/06/uae-egypt-jordan-agree-10-billion-investment-partnership

Der Investitionsschwerpunkt soll auf den folgenden Bereichen liegen:

  • Nahrungsmittel
  • Landwirtschaft
  • Düngemittel
  • Pharmazeutische Erzeugnisse
  • Textilien
  • Minerale
  • Petrochemie

Indien:

Der Bilaterale Handel zwischen den USA und Indien hat zugenommen. Anscheinend haben die USA China als größten Handelspartner Indiens abgelöst. Es ist eine Entwicklung, die wahrscheinlich die Neuordnung der Lieferketten bestätigt. Die Welt ist im Wandel und es bieten sich hier für Indien sehr große Chancen die eigene Wirtschaft im globalen Handel strategisch zu positionieren. Die uneingeschränkte Globalisierung, bei der die Effizienz vor der Resilienz und der Verlässlichkeit stand, hat ein Ende gefunden. Das bedeutet nicht das der Welthandel zum versiegen kommt, es wird jedoch auf eine Globalisierung a la Carte hinauslaufen, bei der die erweiterte Anglosphäre eine zentrale Rolle einnehmen wird.

US Beats China to Become India’s Top Trading Partner – Mint

Nicht alles ist schlecht

Die Welt dreht sich weiter und neben dem unendlich negativen Nachrichten Strom gibt es natürlich auch positive Entwicklungen. Heute möchte ich auf einige Entwicklungen in den Abraham Nations, Indopazifik und Deutschland aufmerksam machen, die positiv gewertet werden können. Daneben noch eine interessante Nachricht aus dem Bereich der Archäologie.

Abraham Nations:

Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate haben heute ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung eines zusammenwachsenden Wirtschaftsraums.

UAE, Israel sign historic free trade agreement

Indopazifik:

Die unsichtbare Hand des Hegemons existiert noch immer, trotz dem im Weißen Haus herrschenden Chaos.

https://www.aljazeera.com/news/2022/5/30/china-pacific-islands-fail-to-reach-consensus-on-security-pact

Deutschland:

Es erscheint nur eine nebensächliche Nachricht zu sein, doch ist es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Das De-Coupling ist von Chinas Seite her im vollen Gang und wird sich nicht abschwächen. Sie sehen Deutschland als einen Konkurrenten auf dem Weltmarkt, den sie ausstechen wollen.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/vw-in-china-bundesregierung-lehnt-investitionsgarantie-ab-menschenrechte-a-71be6d36-6b8e-4aed-bb2a-e132c31eb8e9

Vor dem Risiko, welches China für Unternehmen darstellt habe ich schon vor einigen Jahren gewarnt.

Archäologie:

Siedlungsspuren die älter als Gobekli Tepe sind? Anscheinend ist ein solcher Fund geglückt.

https://www.spectator.co.uk/article/does-an-unknown-extraordinarily-ancient-civilisation-lie-buried-under-eastern-turkey-

Positives aus der Welt

Positive Entwicklungen erhalten leider all zu oft nicht die Beachtung die sie eigentlich verdienen. Es folgt ein kurzer Nachrichtenspiegel mit dem Fokus auf den sogenannten Mittleren Osten, Afrika, Indien und dem Agrarsektor.

Abraham Nations:

Annäherung zwischen Israel und Saudi-Arabien, hier entsteht im sogenannten Mittleren Osten eine „Handelsföderation“ welche am Schnittpunkt zwischen Europa, Afrika und Indien liegt.

Saudi Arabia and Israel preparing major diplomatic meeting

Bei dieser neuen „Handelsföderation“ ist auch Griechenland mit von der Partie.

http://wam.ae/en/details/1395303045188

Aber auch andere EU Mitgliedsstaaten werfen einen erneuten Blick auf diese Region.

https://english.aawsat.com/home/article/3659286/jordan-germany-host-middle-east-and-north-africa-europe-future-energy-dialogue

Daneben ist Ägypten ein äußerst wichtiger Energiepartner für Europa und bedeutendes Tor nach Afrika hinein.

https://www.mei.edu/publications/egypts-synergy-between-natural-gas-and-green-energy-transition-cairos-advances-lng-and

In Sachen Energie darf hier natürlich Israel nicht vergessen werden.

https://www.reuters.com/business/energy/israel-renew-offshore-gas-exploration-looks-supply-europe-2022-05-30/

An dieser Stelle kommt die Türkei ins Spiel, da es wahrscheinlich von Ankara Zustimmung abhängig ist, ob eine Pipeline gebaut werden kann, die die Energieressourcen des östlichen Mittelmeerraums mit Europa verbindet. Hierfür könnte es entscheidend sein, ob es zu einer Annäherung zwischen Israel und der Türkei kommt.

Do Visits, Declarations, and Trade Signal a Full Israeli-Turkish Rapprochement?
by Clément Gibon | May 2, 2022

Neben den zwischenstaatlichen Beziehungen und der Energieförderung in der Region kommt es auch in anderen Sektoren zu positiven Entwicklungen.

https://english.alarabiya.net/News/gulf/2022/05/06/Saudi-Arabia-announces-6-billion-investment-in-steel-complex-EV-metals-plant

https://www.thenationalnews.com/weekend/2022/05/06/the-uaes-food-security-strategy-has-made-it-a-global-market-player/

Afrika:

Berlin wird anscheinend immer mehr bewusst, dass es sich verrannt hat. Der größte Zukunftsmarkt liegt wahrscheinlich nicht in China, sondern in Afrika. Vielleicht kommt ein Umsteuern und der Blick schweift mit der EU zusammen über Ägypten und Marokko hinaus, nach Afrika hinein. Staaten deren Eliten nicht mehr nur bestochen werden wollen, sondern wünschen, dass ihre Länder in die Wertschöpfungsketten eingebunden werden und nicht nur die Rolle eines Rohstofflieferanten übernehmen. Eine Entwicklung bei der uns einige Staaten zeitlich voraus sind.

https://www.aa.com.tr/fr/afrique/s%c3%a9n%c3%a9gal-olaf-scholz-arrive-%c3%a0-dakar-dans-le-cadre-d-une-tourn%c3%a9e-africaine/2594750

Indien:

Indien bietet sich als eine mögliche Alternative zu China an. Auch hier sind Japanische Unternehmungen aktiv und fördern so nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung des Subkontinents, sondern auch die zwischenstaatlichen Beziehungen.

https://asia.nikkei.com/Business/Automobiles/Toyota-to-spend-624m-on-EV-production-in-India

Agrarsektor:

Entgegen der landläufigen Meinung geht die genutzte Landwirtschaftliche Fläche weltweit zurück, währenddessen der jährliche Ernteertrag ansteigt.

https://ourworldindata.org/peak-agriculture-land

Während alle Richtung Osten schauen

Der Krieg in der Ukraine hält an. Natürlich ist es verständlich, dass sich die Augen der Öffentlichkeit auf den Osten Europas konzentrieren. Leider werden so die möglichen Zweit- und Drittrundeneffekte übersehen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dieser Krieg sich noch weitere 5 bis 10 Jahre ziehen wird und währenddessen sich noch weitere Brandherde auftun. Neben den Kriegstrommeln auf dem Balkan bahnt sich aktuell eine Hungerkatastrophe an, die das Potential hat viele Länder zu destabilisieren.

Die sich abzeichnende Hungerkatastrophe ist nicht etwas was irgendwo passiert und uns nicht betreffen wird. Die potentiellen Folgen werden sich jenseits von Flüchtlingsströmen manifestieren. Europa benötigt alternative Energiequellen und findet diese in Ländern deren Nahrungsmittelversorgung nicht sicher ist. Die Ukraine und Russland sind die Weizenlieferanten für Länder wie z.B. Ägypten, Marokko und Nigeria. Es sind Länder die für Europa von großer Bedeutung sind. Sie sind Energielieferanten und oder in die industriellen Wertschöpfungsketten Europas eingebunden.

Der von Russland geführte Angriffskrieg gegen die Ukraine läuft für Moskau nicht so wie geplant, doch auf anderen Ebenen könnte er Moskaus und Beijings Zielen dienlich sein.

  • Die Zerrissenheit Europas und der NATO Mitglieder wird für das bloße Auge Sichtbar.
  • Alternative Energielieferanten für Europa werden durch ausbleibende Getreide Lieferungen destabilisiert.
  • Energiearmut und drohende Flüchtlingsströme können Europa, besser gesagt die Mitgliedsstaaten der Europäische Union destabilisieren und die Europäische Union selbst vielleicht scheitern lassen.

Um so länger dieser Krieg andauert, um so größer wird die Gefahr, dass sich die drei genannten Punkte manifestieren und den Zusammenhalt des westlichen Bündnissystems auflösen. Deshalb ist es denke ich wichtig, dass der Krieg schnellstmöglich ein Ende findet, da die Zweit- und Drittrundeneffekte für einen großen Teil der Weltbevölkerung Katastrophale Auswirkungen haben werden.

Es ist Zeit für die Diplomatie, nicht um der Diplomatie willen, wie es sonst gerne von Westeuropäischen Staaten zelebriert wird, sondern der wie sie von Präsident Theodore Roosevelt beschrieben wurde: „speak softly and carry a big stick“. Doch sollten wir hierbei nicht die Worte von Prime Minister Churchill vergessen, der einst folgendes geäußert hat: „Vengeance is the most costly and dissipating of luxuries“

Energiepolitik: Vom Regen in die Traufe

Es ist frustrierend. Die angestrebte Energiepolitik der EU und Deutschlands ist auf verschiedenen Ebenen höchst problematisch. Fangen wir einfach mal bei der Deutschen Kommunikationsmethodik an und arbeiten uns über die Herkunft der benötigten Materialien und weiteren Vorleistungen für die Erneuerbaren hin zu der reinen Verfügbarkeit der benötigten Metalle.

Die „Friedensenergie“ wie sie jetzt genannt wird, hat nichts aber auch gar nichts mit Frieden zu tun. Schon allein diese Titulierung ist eine üble Kommunikationsmethodik. Wer dagegen spricht kann sofort Mundtot gemacht werden, in dem man ihm in diesem Fall sofort vorwerfen kann, dass der Kritisierende gar keinen Frieden will und damit ein Kriegstreiber sein muss. Solche Formulierungen werden immer gewählt, wenn der Inhalt nur schwer zu verteidigen ist und deshalb keinerlei inhaltliche Diskussion aufkommen darf.

Der nicht friedliche Kampf um die benötigten Rohstoffe ist in Afrika in vollem Gange und wird sich auf dem Globus noch weiter ausbreiten. Auch die Erneuerbaren Energien benötigen Rohstoffe, nicht nur Öl und Gas, sondern eine ganze Menge anderer Elemente, die nicht unendlich vorhanden sind. Hier ist die Lage der Mineral-Lagerstätten noch auf bedeutend weniger Länder konzentriert, als bei den Fossilen Energieträgern, was zukünftig wesentlich ausgeprägtere Konflikte verspricht, als die, die bisher um Öl und Gas geführt wurden.

Es wird wahrscheinlich erneut, aus was für Gründen auch immer, ignoriert woher die Rohstoffe und daraus produzierte Materialien, wie auch die weiteren Vorleistungen kommen.

‚We’re all in trouble‘ | Wind turbine makers selling at a loss and in a ’self-destructive loop‘, bosses admit
[…]Currently, some 85% of the industry’s components are, however, coming from China, he said.
“The energy independence is supported by a supply-chain dependency policy. This a huge risk.”
Blanco was not only referring to rare earths, but said “normal things” such as metallic shafts in turbines, 95% of which are sourced in China.[…] – Quelle: RECHARGE

85% der Vorleistungen, für die in Europa zusammengesetzten Windmühlen kommen aus China. Auch bei den Solarmodulen sieht es nicht besser aus. Die von China bezogenen Vorleistungen sind besonders Energie- und oder Arbeitsintensiv, weswegen sie dorthin ausgelagert wurden. China bietet nicht nur günstige Energie, sondern in Xinjiang auch sehr günstige „Arbeiter“. Viele Berichte / Recherchen deuten daraufhin, dass die dort in den Konzentrationslagern internierten Uighuren als Zwangsarbeiter in der dort angesiedelten Industrie eingesetzt werden.

Ein sehr interessanter Bericht und im Appendix Fussnote 17 findet man die ein oder andere Deutsche Unternehmung die aus Xinjiang Vorleistungen bezieht: ASPI – ‘Re-education’, forced labour and surveillance beyond Xinjiang.https://ad-aspi.s3.ap-southeast-2.amazonaws.com/2021-10/Uyghurs%20for%20sale%2020OCT21.pdf?VersionId=zlRFV8AtLg1ITtRpzBm7ZcfnHKm6Z0Ys

Der Green New Deal ist halt auf Chinas ökonomische und gesellschaftliche Gegebenheiten angewiesen, so wie es der Siemens Chef erst vor kurzem gesagt hatte: „Siemens CEO Roland Busch added his voice last week, telling the Süddeutsche Zeitung that China deserved respect and that banning the import of products from the Xinjiang region would endanger Germany’s green transition.“ – Quelle: GMFUS.ORG

Ich denke, dass das mehr als nur problematisch ist und eine Dunkelrote Flagge im Bereich der Menschenrechte darstellt, die USA bezeichnen die Geschehnisse dort als Genozid. Zu diesem Befund ist auch das Uyghur Tribunal gekommen, welches sich aus hochrangigen Juristen zusammensetzt, zu denen unteranderem Sir Geoffrey zählt.

Sir Geoffrey is Chair of the Tribunal; has been a barrister since 1971, and served as a part time judge in England between 1984 and 2018. Between 1998 and 2006 he led the prosecution of Slobodan Milošević, former President of Serbia, at the UN’s International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia. He was Gresham College Professor of law from 2012-16 and was Chair of the China Tribunal.

Quelle: Uyghur Tribunal – https://uyghurtribunal.com/who-we-are/

Damit ist es nicht unwahrscheinlich, dass der noch verbliebenden Deutschen Reputation enormen Schaden zugefügt wird, sollte dieser Weg weiter gegangen werden. Die Wertschöpfungskette ist wahrscheinlich aufs engste mit den Konzentrationslagern Chinas verzahnt.

Aus der Perspektive der Versorgungssicherheit sieht es auch nicht besser aus. Die starke Abhängigkeit von Russland soll mit einer fast vollkommenen von China ersetzt werden. Das ist ein Widerspruch in sich. Auf der einen Seite erkennen die europäischen Politiker an, dass Russland und China beim zerstören der Internationalen Ordnung aufs engste zusammenarbeiten und auf der anderen Seite fällt ihnen nichts besseres ein als die Energieabhängigkeit von Russland auf China zu verschieben. Ein wahrer Schildbürgerstreich.

Doch nicht nur die Herkunft und der Weg der Wertschöpfungskette sind mehr als nur Problematisch und konterkarieren alle in den vergangenen Wochen getätigten aussagen deutscher und europäischer Politiker, auch die allgemeine Verfügbarkeit von den benötigten Rohstoffen hat seine Grenzen, die wahrscheinlich nicht mit der anvisierten Nachfrage mithalten kann.

Während die Erneuerbaren global immer weiter vorangetrieben wurden, wurde gleichzeitig die benötigte Ausweitung der Förderung der benötigten Elemente durch Regulierungen, NGO´s, etc. behindert. Dadurch wurde in den vergangenen 10 Jahren viel zu wenig im Bergbausektor investiert, was zusätzlichen Preisdruck auslöst, da so die Knappheit der Rohstoffe zugenommen hat. Dieser Preisdruck wird durch die abnehmende Qualität der bisher erschlossenen Lagerstätten noch verstärkt. Es existiert bei vielen Metallen ein strukturelles Defizit zwischen Angebot und Nachfrage, welches nicht in den anvisierten Zeiträumen überwunden werden kann. Die Erschließung neuer Erzlagerstätten benötigt oft mehr als 10 Jahre. Darüber hinaus könnte man auf den Gedanken kommen, dass bisher keinerlei Machbarkeitsstudien für die eingeschlagene Strategie durchgeführt worden sind. Im nachfolgenden Bericht aus dem Jahr 2018 ist man zu der folgenden Erkenntnis gelangt:

The current global supply of several critical metals is insufficient to transition to a renewable energy system. Calculations for the Netherlands show that additional wind turbines and PV panels already require a significant share of the annual global production of some critical metals. Looking at the global scale, scenarios in line with the Paris agreement goals require the global production of some metals to grow at least 12-fold towards 2050, compared to today’s output. Specifically, the demand for neodymium, terbium, indium, dysprosium, and praseodymium stand out. This calculation does not include the demand for these specific metals in other applications, …

Quelle: METAL DEMAND FOR RENEWABLE ELECTRICITY GENERATION IN THE NETHERLANDS
Navigating a complex supply chain – https://www.copper8.com/wp-content/uploads/2018/12/Metal-Demand-for-renewable-electricity-generation-in-the-Netherlands.pdf

In der Arbeit MINES, MINERALS, AND “GREEN” ENERGY: A REALITY CHECK von Mark P. Mills findet sich folgendes, was einem vielleicht hilft die Dimensionen der zu erwartenden Nachfrage besser zu verstehen:

Building wind turbines and solar panels to generate electricity, as well as batteries to fuel electric vehicles, requires, on average, more than 10 times the quantity of materials, compared with building machines using hydrocarbons to deliver the same amount of energy to society.
A single electric car contains more cobalt than 1,000 smartphone batteries; the blades on a single wind turbine have more plastic than 5 million smartphones; and a solar array that can power one data center uses more glass than 50 million phones.
Replacing hydrocarbons with green machines under current plans—never mind aspirations for far greater expansion—will vastly increase the mining of various critical minerals around the world. For example, a single electric car battery weighing 1,000 pounds requires extracting and processing some 500,000 pounds of materials. Averaged over a battery’s life, each mile of driving an electric car “consumes” five pounds of earth. Using an internal combustion engine consumes about 0.2 pounds of liquids per mile.
Oil, natural gas, and coal are needed to produce the concrete, steel, plastics, and purified minerals used to build green machines. The energy equivalent of 100 barrels of oil is used in the processes to fabricate a single battery that can store the equivalent of one barrel of oil.
By 2050, with current plans, the quantity of worn-out solar panels—much of it nonrecyclable—will constitute double the tonnage of all today’s global plastic waste, along with over 3 million tons per year of unrecyclable plastics from worn-out wind turbine blades. By 2030, more than 10 million tons per year of batteries will become garbage. […]
For example, replacing the energy output from a single 100-MW natural gas-fired turbine, itself about the size of a residential house (producing enough electricity for 75,000 homes), requires at least 20 wind turbines, each one about the size of the Washington Monument, occupying some 10 square miles of land.4 […]

Building those wind machines consumes enormous quantities of conventional materials, including concrete, steel, and fiberglass, along with less common materials, including “rare earth” elements such as dysprosium. A World Bank study noted what every mining engineer knows: “[T]echnologies assumed to populate the clean energy shift … are in fact significantly more material intensive in their composition than current traditional fossil-fuel-based energy supply systems.”5
All forms of green energy require roughly comparable quantities of materials in order to build machines that capture nature’s flows: sun, wind, and water. Wind farms come close to matching hydro dams in material consumption, and solar farms outstrip both. In all three cases, the largest share of the tonnage is found in conventional materials like concrete, steel, and glass. Compared with a natural gas power plant, all three require at least 10 times as many total tons mined, moved, and converted into machines to deliver the same quantity of energy (Figure 1). […]
If episodic sources of energy (wind and solar) are to be used to supply power 24/7, even greater quantities of materials will be required. One needs to build additional machines, roughly two to three times as many, in order to produce and store energy when the sun and wind are available, for use at times when they are not. Then there are the additional materials required to build electricity storage. For context, a utility-scale storage system sufficient for the above-noted 100-MW wind farm would entail using at least 10,000 tons of Tesla-class batteries. […]

Quelle: MINES, MINERALS, AND “GREEN” ENERGY: A REALITY CHECK von Mark P. Mills – https://media4.manhattan-institute.org/sites/default/files/mines-minerals-green-energy-reality-checkMM.pdf

Aufgrund dieser Gegebenheiten ist der Grüne Traum, so wie er aktuell geträumt wird, nicht umsetzbar. Der Green New Deal ist wahrscheinlich deshalb vorerst zum scheitern verurteilt.

Da auch bei den Fossilen Energieträgern politische Entscheidungen aus der Vergangenheit das Angebot gemindert haben, wird kurz- bis mittelfristig nichts anderes helfen als folgendem Motto weltweit zu folgen: Dig, Drill … whatever it takes!

Hierfür müssen die richtigen Weichen gestellt werden, was zuerst in den Händen der verantwortlichen Entscheidungsträger der Politik liegt. Dabei muss den Entscheidungsträgern der Energie- und Bergbauunternehmen letztendlich die Sicherheit geboten werden, dass sich ihre Investitionen auch auszahlen können und nicht kurzfristig erneut umgeschwenkt wird oder durch Lawfare torpediert wird.

Europa sitzt auf sehr großen Gasreserven die auch genutzt werden sollten, da Gas noch lange Zeit ein wichtiger Bestandteil des Energiemix sein wird und in anderen Bereichen jenseits der Energiegewinnung Verwendung findet. Nicht nur die Nordsee ist hierbei von Interesse, sondern auch das Mittelmeer (bekannte Lagerstätten befinden sich in den Exclusive Economic Zones der folgenden Staaten: Griechenland, Zypern, Italien, Kroatien, Montenegro, Israel, Libanon, Algerien & Ägypten). Auch die Produktion in Groningen (Niederlande) sollte weiter geführt werden. In Groningen existiert ein Problem für die Anwohner. Sie werden für die Bergbauschäden an ihren Häusern nicht ausreichend oder gar nicht entschädigt, was ihren Widerstand gegen die Gasförderung verständlich macht. Jedoch zeigt es für das Problem direkt einen Lösungsweg auf: Die Anwohner müssen für die auftretenden Bergbauschäden ausreichend entschädigt werden. Hier muss nur der politische Wille bestehen, damit dem europäischen Energie Markt kurzfristig Erleichterung widerfahren kann.

Addendum: Die Anti-Fracking Bewegung ist eine Aktive Maßnahme Russlands gewesen, um so die Energieabhängigkeit Europas von Russland zu betonieren.

Addendum II: Die Möglichkeit des weiterbetriebs der verbliebenen deutschen AKW´s sollte ernsthaft in Erwägung gezogen werden, da auch so die benötigten Gasmengen gemindert werden könnten.

Drohende Nahrungsmittelkrise

Die Welt ist ist in Unordnung geraten, die Internationale Ordnung liegt in Trümmern vor unseren Füßen. Das De-Coupling oder auch die Globalisierung a la Carte, wie sie Herr Harald Malmgren 2014 beschrieben hat, ist für das bloße Auge erkennbar. Durch den Krieg sind nun nicht nur die Lieferketten für Fossile Energien gehemmt, sondern insbesondere auch die für Nahrungsmittel.

Schon zuvor waren diese Lieferketten auf das äußerste gespannt, zum einen durch eine seit 20 Jahren fehlgeleitete Politik, die im Energiebereich wahrscheinlich vom Kreml manipuliert wurde und zum anderen durch die zur Pandemie Bekämpfung ergriffenen Maßnahmen. Während die ungehemmte Globalisierung die Resilienz der Gesellschaften durch eine Art Überoptimierung der Lieferketten und einer damit einhergehenden Monopolisierung unterminiert hat, waren die Maßnahmen zur Pandemie Bekämpfung der Auslöser der jetzt stattfindenden Polysynchronen Fehlerkaskade.

Die Gefahr, die aktuell besteht ist, dass aus kurzfristiger Politischer Opportunität heraus erneut falsche Schritte gegangen werden. Es wäre Fatal, da die Lage äußerst ernst ist. Die Ukraine ist einer der Brotkörbe der Welt. Aufgrund der jetzigen Unterbrechung kann nicht nur ein großer Teil der Ernte des vergangenen Jahres nicht exportiert werden, sondern auch die Pflanzsaison 2022 ist in Gefahr und damit die kommende Ernte.

Es besteht nun leider die Gefahr, dass NGOs und mit ihnen Assoziierte Parteien die Chance sehen, den Verzicht weiter als Allheilmittel zu predigen, ohne zu akzeptieren, wie prekär mittlerweile die Lage bei der Verfügbarkeit von Agrargütern ist.

Damit ist es aller höchste Zeit vorzusorgen, dass die Nahrungsmittellieferketten in Europa nicht unterbrochen werden. Die Versorgungssicherheit muss gegeben sein, wie auch geringe Preise. Die herrschende Inflation ist eine sehr große Belastung für die Bevölkerung, ob nun bei der Energie oder den Nahrungsmitteln, es ist egal, beides ist für die Stabilität der Gesellschaft unumgänglich.

Hierbei kommen nun die Afrikanischen Staaten in den Blickpunkt, da wahrscheinlich dort die Nahrungsmittelkrise am stärksten zuschlagen wird. Ägypten steuert im Moment auf eine Versorgungskrise zu, da sie den Großteil des benötigten Getreides aus der Ukraine und Russland beziehen. Es wäre für Europa äußerst schlecht, da Ägypten eine Art Gatekeeper Afrikas ist. Eine Destabilisierung des Landes wäre wahrscheinlich mit drastischen Folgen verbunden. Ägypten, insgesamt das östliche Mittelmeer, entwickelt sich seit Jahren zu einer Art Gastankstelle für Europa. Darüber hinaus ist es fraglich ob die europäischen Staaten mit einem Flüchtlingstsunami aus Afrika überhaupt zu recht kommen können, ohne selber ernsthaft destabilisiert zu werden. Die zur Verfügung stehenden Ressourcen sind nun mal begrenzt.

Es ist ein Globaler Sturm und Europa steht hier im Mittelpunkt. Deshalb ist es für die Politik höchste Zeit Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen, die auf dem Verfügbaren aufbauen und nicht dem was vielleicht sein könnte. Keine Fancy Pläne die tausende Seiten füllen, jedoch zur akuten Problemlösung nichts beitragen.

Die oberste Priorität muss es sein die Energiesicherheit zu gewährleisten, denn damit geht gleichzeitig die Nahrungsmittelsicherheit einher. Europa hat mittelfristig das Potential sich selbst mit Energie (Gas) versorgen zu können, der Wille dazu muss jedoch gegeben sein. Kurzfristig müssen alle Kraftwerksarten weiter bestehen und deren Versorgung mit Treibstoffen sichergestellt werden. Woher diese bezogen werden können ist das Problem, welches kurzfristig gelöst werden muss. Es ist wahrscheinlich eine Problemlösung bei der man nicht unbedingt wissen will, wie diese Wurst hergestellt wird. Was die Landwirtschaft angeht, sollte „Farm to Fork“ sofort gestoppt werden, da die dort enthaltenen Maßnahmen / Regulierung aller Voraussicht nach zu einer starken Minderung des Landwirtschaftlichen Ertrages führen werden. Zusätzlich müssen sich die Europäischen Länder mit den Ländern der Anglosphäre zusammensetzen, da diese große Agrargüter Exporteure sind. Darüber hinaus sollte öffentlich diskutiert werden, ob es denn wirklich gut sein kann, wenn man weiter auf Grüne Technologien setzt, deren Lieferketten zu fast 100% von der Kommunistischen Partei Chinas abhängig sind. Es wäre unklug sich von Russland Energietechnisch zu trennen, um anschließend zu fast 100% von China abhängig zu sein, nur weil es einem kurzfristigen Jubel der eigenen Klientel einbringt.

Inflation = Knappheit

Deflation = Überfluss

Wähler mögen mittel- bis langfristig keine Knappheit!

Addendum:

Hello Darkness my old Friend – Die Zweiteilung der Welt

Die Zweiteilung der Welt ist mittlerweile für das bloße Auge des ungeübten Beobachters klar erkennbar. Der Ritt ist heiß und keiner, egal auf welcher Seite und an welcher Stelle er steht, weiß wie diese hoch komplexe dynamische Lage sich weiter entwickeln wird. Es geht um mehr als nur die Ukraine, der Helsinki Vertrag von 1975 ist nicht mehr relevant und die Globale Sicherheitsarchitektur nicht mehr gültig. Seit der Unterzeichnung und der Übereinkunft über die Spielregeln hat sich die Technik gravierend verändert. Laut Frau Dr. Pippa Malmgren ist es höchste Zeit über einen Helsinki 2.0 Vertrag zu verhandeln und so die neue Globale Sicherheitsarchitektur neu zu definieren. Hierbei geht es nicht darum Waffensysteme zu verbieten, sondern darum sie alle offen auf den Tisch zu legen und der anderen Seite diese zu präsentieren, so dass Klarheit darüber herrscht was in den Arsenalen der einzelnen Mächte schlummert. Auch die Regeln des Spiels sollten und müssen neu definiert werden, sodass eine ungewollte Eskalation vermieden werden kann.

Klarheit sollte auch darüber herrschen wer auf welcher Seite steht. Denn so wie es scheint wusste China schon wesentlich früher bescheid als der Rest. Darauf deuten verschiedene Handlungen hin. Zwei die in einander greifen sind folgende:

  1. China hat schon im Jahr 2021 ihre Lieferverträge für Getreide von Russland dahingehend umgeändert, dass sie von dem Moment für die Ladung verantwortlich sind, sobald das Getreide auf das entsprechende Schiff verladen wurde.
  2. Sie haben mehr als 50% der weltweiten Getreide Vorräte gehortet.

Es sollte damit jedem bewusst sein, dass Moskau, Beijing, Teheran, (Ankara?) und Belgrad zusammenarbeiten als Anti-Amerikanischer Zirkel (wording by @Ektrit) und damit gegen die Anglosphäre arbeiten. Zu dieser Anglosphäre gehört wahrscheinlich weiterhin Europa. Ein Europa welches sich vielleicht zurück zur Wirtschaftsgemeinschaft degradiert und erneut vom Hegemon im Kleinen gemanagt werden muss.

Hello Darkness my old Friend – Die Zweiteilung ist eingetreten und die 2. 3. und gar 4. Rundeneffekte sind nicht abzuschätzen. Was man jedoch sagen kann, dass nun auch in den Köpfen der Entscheidungsträger diese Entwicklung der vergangenen 10 Jahre angekommen ist. Die Welt ist damit eine andere und der Traum vom Ende der Geschichte hat sein Ende gefunden, er war schön, doch leider war er nur eine Halluzination. Jedoch ist es jetzt nicht die Zeit den Kopf hängen zu lassen, sondern ganz im Gegenteil. Es muss vieles neu aufgebaut werden, die Lieferketten werden sich endgültig voneinander trennen, das muss per se langfristig nichts negatives bedeuten, vielleicht sogar das Gegenteil. Es sollte einen nicht wundern wenn der seit Jahrzehnten vorherrschende Trend (Start ca. 80er Jahre), dass das Kapital mehr profitiert als der Arbeiter, langfristig dreht.

Renewables aus der Perspektive der Nationalen Sicherheitsinteressen

Die Idee auf 100% Renewables zu wechseln klingt für den uninteressierten Beobachter erst einmal ganz gut und einleuchtend, ja logisch. Doch nähert man sich dem Bereich der Erneuerbaren Energien aus der Perspektive der Sicherheitsinteressen an, dann kommen in mir Zweifel auf ob die Zeitenwende wirklich in den Köpfen der Entscheidungsträger angekommen ist. Die sogenannten Renewables haben ein zwei Probleme im Hinblick auf die Nationale Sicherheit:

  1. Die Lieferkette ist auf China ausgerichtet. Beijing hält hier eine monopolartige Stellung. Hier tauscht man einen unangenehmen Geschäftspartner mit einem anderen aus, der immer wieder eindeutig sagt, dass es sein Ziel ist, die westlichen Gesellschaften zu vernichten, da nur so die Kommunistische Partei Chinas dauerhaft überleben kann.
  2. Naturkatastrophen die nicht unwahrscheinlich sind, können nun mal die Sonneneinstrahlung für mehrere Jahre mindern. Einen Staubschleier über die Erde legen, so wie es in der Vergangenheit immer wieder geschehen ist. Gas-, Öl- und Nuklearenergie funktionieren in so einem Fall weiter, da sie nicht so stark von Naturphänomenen beeinflusst werden können. Das Argument mit Batteriespeichern trifft hier auf praktische Hürden. Wir können nicht für mehrere Jahre ausreichend Energie speichern. Da die Erneuerbaren vom Wetter abhängig sind, sind sie damit kein dezentrales sondern eine zentralisiertes Energiesystem, dass von einem Faktor abhängig ist den wir nicht kontrollieren können, dem Wetter.
  3. Sie sind dezentral gelegen aber alle vernetzt. Diese Vernetzung erfolgt jedoch nicht über eigene sichere Leitungen, sodass das Stromnetz nicht vom Internet isoliert ist und damit äußerst einfach angegriffen werden kann. Es ist wahrscheinlich nicht möglich Wind- und Solaranlagen so zu schützen wie ein AKW, Physisch wie Cyber. Was am Internet angeschlossen ist, ist angreifbar. Das Imperativ der Zero Trust Umgebung die wir schon vor Jahren betreten haben bedeutet, dass Stromnetze vom Internet isoliert sein müssen.
  4. Offshore Anlagen schmeißen einen Radarschatten, der von einem feindlich gesinnten Staat bei einem Erstschlag als Angriffsvektor genutzt werden kann.

Deshalb denke ich, dass der Grüne – Traum seinen Endpunkt gefunden hat. Es ist ein Konstrukt, das auf einem Linearen Verlauf der Geschichte aufbaut und deshalb äußerst fragil ist. Das angedachte System ist nicht so designt, wie wir früher unsere Infrastruktur aufgebaut haben. Die war redundant und auf wesentlich mehr als 100% ausgelegt. Das jetzt angestrebte System ist über optimiert, monopolartig organisiert und damit extrem anfällig für unvorhergesehene Veränderungen. Es widerspricht in der angedachten Form dem Imperativ der permanenten Versorgungssicherheit.

Soweit einmal mit den Gedanken zu der Grünen Technologie aus der Perspektive der Nationalen Sicherheit heraus. In den schon zuvor veröffentlichen Investmentthesen bin ich auf den anderen Knackpunkt eingegangen, die Knappheit der zur Verfügung stehenden Rohstoffe und deren Herkunft.