Der Treuhänder

Am Problem vorbei: Antwort der EU auf die Energiekrise

Die angedachte Antwort der EU auf die heraufziehende Energiekrise geht an der Problemstellung vorbei. Ja manche angedachte Maßnahmen, wie z.B. die Reduktion von Steuern sind eine Möglichkeit die Haushalte zu entlasten, das Problem selbst wird dadurch jedoch nicht gelöst. Europa und Asien leiden an sehr hohen Energiepreisen, die durch ein Angebotsdefizit auf dem Gas Markt verursacht werden. Diesem Problem kann man nicht begegnen in dem man die Verbraucher (Konsumenten und Wirtschaft) subventioniert. Egal wie diese Subventionen ausgestaltet wären, sie würden die Preisfunktion aushebeln und damit die Krise verschärfen, nicht lindern. Durch die angedachte Subventionierung der Verbraucher würde die Zerstörung der Nachfrage ausgesetzt und der Energiemarkt könnte nicht zu einem Gleichgewicht zurückfinden. Das Angebot kann offensichtlich nicht adhoc erhöht werden, also muss auf der Nachfrageseite jemand aufgeben, sodass Angebot und Nachfrage erneut im Einklang sind. Ist diese Funktion Ausgehebelt so besteht die Gefahr, dass am Ende alle, aufgrund leerer Gasspeicher, einen Stromausfall erleiden werden. Eine potentielle Gefahr, die die Kosten der Nachfragezerstörung für die Gesellschaft bei weitem übertreffen würde.

Die Langfrist Antwort der EU ist leider auch nicht wesentlich besser. Im verstärkten Ausbau der Erneuerbaren soll das Heil liegen. Dabei werden einige Dinge leider ignoriert.

Energiequellen die von verschiedenen Umweltbedingungen abhängig sind benötigen weitere Infrastruktur, die natürlich zusätzliche Kosten verursacht. Oft müssen Gas- und oder Kohlekraftwerke einspringen, um die erheblichen Schwankungen auszugleichen. Damit dieses überhaupt nur möglich ist, muss jede MWh Erneuerbare Energie mit einer Energiequelle die zu 100% kontrollierbar ist gespiegelt werden. Das verteuert die Stromrechnung aller Verbraucher, wie es in den „Grünsten“ Ländern zu beobachten ist. Daneben wird so natürlich auch die Nachfrage nach Gas und Kohle gefördert und nicht gemindert, insbesondere weil die AKW´s vom Netz genommen werden. Ein Phänomen was in den „Grünsten“ Ländern neben den steigenden Energiekosten beobachtet werden kann. Daraus ergeben sich für die Gesellschaft weitere versteckte Kosten, welche im Endeffekt alle die Produktivität der Wirtschaft mindern. Das bedeutet, dass was innerhalb einer Gesellschaft als ganzes Verteilt werden kann nimmt ab. Der Wohlstand nimmt ab, die Armut nimmt zu, die Bürger können sich weniger leisten und damit sinkt insgesamt die Lebensqualität.

Energie Armut gleich wirtschaftliche Armut, Energie Überschuss gleich wirtschaftlicher Wohlstand.

Zusätzlich besteht der Irrglaube in der Politik, dass die Preise für Erneuerbare Energie stabil sind und keinen Einflüssen unterworfen seien. Das ist ein Trugschluss!

Unteranderem definieren folgende Faktoren den Preis Erneuerbarer Energiequellen:

  1. Für den Bau Erneuerbarer Energiequellen benötigt man Rohstoffe, deren Preise starken Schwankungen unterliegen. Aufgrund der Bemühungen Erneuerbare schnellst möglich zu implementieren und gleichzeitig den Verkehr zu elektrifizieren steigt natürlich die Nachfrage nach den entsprechenden Rohstoffen erheblich an. Deren Angebot ist leider genauso begrenzt wie das Angebot von Gas, Öl und Kohle. Und wie bei den Fossilen Energieträgern so wirkt sich auch bei den benötigten Mineralen die Politik der vergangenen 20 Jahre ungewollt Angebots mindernd aus. Ein Umstand der sich in rasant ansteigenden Metalpreisen manifestiert und am Ende die Kosten für den Bau, Instandhaltung und Reparatur der Erneuerbaren dramatisch erhöhen wird.
  2. Bläst kein Wind, die Sonne versteckt sich hinter den Wolken und sind die Energiespeicher / Batterien leer, dann steigt der Preis pro Energie Einheit ins Unendliche, da das Angebot komplett ausfällt. Die Schwankungen im Energiepreis wären zukünftig wahrscheinlich noch wesentlich häufiger und volatiler als sie es bisher sind. Steigt der Preis der Energie um x% an, dann hat sich die Verfügbarkeit der Energie um den gleichen Faktor verringert. Preise drücken Überfluss oder Knappheit aus.
  3. Auch die Lohnkosten werden aufgrund des Inflationären Drucks mit der Zeit ansteigen und so die Kosten für den Bau und Betrieb von Erneuerbaren mit beeinflussen.

Die angedachte Antwort der EU auf die Energiekrise geht damit an der Realität vorbei. Ignoranz, Arroganz, keine Ergebnisoffene Evaluierung der bisherigen Auswirkungen Politischer Entscheidungen auf die globalen Energiemärkte führen zu schlechten Entscheidungen. Die OODA Loop ist hier gestört. Weil die Beobachtung (Observe) nicht mehr klar stattfinden kann, sondern politischen Wünschen unterliegt, ist der darauf folgende Prozess (Orient, Decide & Act) zum Scheitern verurteilt. Durch den Unwillen das eigene Handeln Ergebnisoffen zu evaluieren kann aktuell der Prozess auch nicht neu gestartet werden und befindet sich damit unweigerlich in einer Wiederholungsschleife des beständigen Versagens.

Damit diese Schleife beendet werden kann, muss

  • die Praxis Politische Wünsche als erfolgte Beobachtungen auszugeben ein Ende finden, damit
  • eine holistische Erfassung des Energiemarktes erfolgen kann und die Auswirkungen bisheriger Politischer Entscheidungen auf diesen Ergebnisoffen evaluiert werden. Sodass im Anschluss
  • ein Plan entwickelt werden kann, der auf existierenden Technologien basiert und nicht davon ausgeht das neue Technologien einfach so vom Himmel fallen und sofort einsetzbar sein werden. Hierbei müssen natürlich die Lieferketten mit bedacht werden. Die Herkunft der benötigten Ressourcen und Vorleistungen müssen sich im eigenen Machtbereich befinden.

Das alles muss nicht unbedingt öffentlich erfolgen, doch intern ist es ein Muss, sodass erfolgte Fehler korrigiert werden können und die OODA Schleife der Entscheidungsträger erneut funktionieren kann.

Das positive ist, an dieser Stelle entwickelt sich ein neuer Trend. Die Staaten der 3SI, Frankreich und einige andere europäische Länder befürworten mittlerweile den Neubau von Atomkraftwerken. Es wäre eine mögliche Basis für einen Plan, der, wie es Frankreich nach der Energiekrise der 70iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gezeigt hatte, relativ schnell umsetzbar wäre. Jedoch wird der voraussichtlich kommende Ausbau der Atomkraft das aktuelle Problem nicht kurzfristig lösen. Um das Problem der Gas-Knappheit für die kommenden Jahre zu lösen wird wahrscheinlich nur eines helfen: Drill Baby, Drill!

Nachrichten: Mittelmeer + Mittlerer Osten, Indopazifik, Defense & Agrar

Einige wichtige Meldungen aus der Welt.

  • Griechenland entsendet Patriot Batterien um Saudi-Arabien in seinen Verteidigungsbemühungen zu unterstützen und um die Lücke zu schließen, welche durch den Abzug der US Patriot Batterien geschaffen wurde. Die Kooperation zwischen Griechenland und den Abraham Nations vertieft sich immer weiter. In diesem Zusammenhang ist es auch bedeutend, dass Israel von der Zuständigkeit des EUCOMs hin zur Verantwortlichkeit des CENTCOMs verschoben wurde. Die Region ist das Gateway für den Handel zwischen Europa und den Indopazifischen Staaten. Entsteht hier eine neue alte Handelsföderation? Meldung Griechenland – Saudi-Arabien; Meldung Israel EUCOM zu CENTCOM
  • AUKUS: UK und USA wollen mit Australien die Technologie zum Bau von Atom-Ubooten teilen. Das hat weitreichende Auswirkungen auf die Australische Verteidigungsbereitschaft und Wirtschaft. Damit ein Staat Atom-Uboote betreiben kann benötigt er auch die gesamte zugehörige Nuklear Industrie. Das Frankreich hier aus einem schon bestehenden Deal verdrängt wurde ist, den Unkenrufen zu trotz, nicht weiter tragisch. Die französische Wirtschaft wird von der Anglosphäre durch Aufträge an anderer Stelle ausreichend entschädigt werden. Das Australien Atom-Uboote bauen will ist ein Zeichen für die Region und insbesondere für Beijing. Die Uboote selbst sollen in Adelaide gebaut werden, was zu der Vermutung führen kann, dass die Astute Klasse von BAE Systems das Rennen machen wird. – Meldung AUKUS
  • CF Industries ist durch die Energieknappheit in Großbritannien gezwungen die Produktion an ihren zwei Standorten zu unterbrechen. Das wird Auswirkungen auf die Europäischen Kunstdünger Preise haben und damit wahrscheinlich auch auf die Preissteigerung bei den Nahrungsmitteln. – Meldung CF Industries

Brennpunkt Montenegro

Update 21.10.2021: Entität Republika Srpska

Die sich manifestierenden Unabhängigkeitsbestrebungen der Entität Republika Srpska von Bosnien und Herzegowina ist eine Entwicklung, die den Balkan weiter destabilisiert. Die Entität Republika Srpska ist aus dem Bosnienkrieg hervorgegangen und wird mehrheitlich von bosnischen Serben bewohnt. Sollte die Regierung der Republik den jetzigen Kurs weiter verfolgen, dann wäre am Ende das Dayton Agreement hinfällig und ein erneuter Krieg auf dem Balkan äußerst wahrscheinlich.

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Update 17.10.2021: Serbien provoziert weiter.

Offensichtlich provoziert die Serbische Regierung auf drei Seiten gleichzeitig. Dies geschieht im Auftrag Moskaus. Damit sind jetzt Montenegro, Kosovo / Albanien und Bosnien im Fadenkreuz. Laut @Ektrit, ein albanisch stämmiger Twitter User, steht die Region kurz vor einem Konflikt.

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Montenegro entwickelt sich zum Brennpunkt Europas. Das Land welches seit Juni 2017 NATO Mitglied ist wird durch Serbien und damit Russland mit hybrider Kriegsführung bedroht. Das zur Verfügung stehende Wirkmittel ist die Serbisch Orthodoxe Kirche, die die Spannungen innerhalb der Bevölkerung anheizt, um so den Staat zu destabiliseren. Die Serbisch Orthodoxe Kirche ist traditionell ein Macht Vehikel der Russisch Orthodoxen Kirche, um im Auftrag Moskaus Einfluss auf den Balkan auszuüben.

Das Ziel welches Serbien verfolgt ist wahrscheinlich eine Wiedereingliederung Montenegros. Eine Wiedereingliederung würde Serbien einen unter eigener Kontrolle stehenden Zugang zum Mittelmeer ermöglichen, was für den Binnenstaat von Bedeutung ist. Auch für Moskau wäre es von Vorteil, da sie so eine Chance hätten auf einen weiteren Marinehafen im Mittelmeer. Daneben sieht Russland, als die traditionelle Schutzmacht Serbiens, die Chance die EU und die NATO substantiell zu schwächen, sollte Montenegro unter den Destabilisierungsversuchen zusammenbrechen und oder gezwungen sein aus der NATO auszutreten. Wahrscheinlich spekuliert Moskau darauf, dass der Austritt Montenegros eine Kettenreaktion auslösen könnte, welche schlussendlich das Ende der NATO bedeuteten würde. Dadurch könnte Russland erneut seinen Einfluss in Europa verstärken und den Druck auf die Baltischen Staaten, wie auch Zentral und Osteuropa ausweiten, mit dem Ziel, dass sich diese Staaten erneut den Wünschen Moskaus unterordnen müssen.

Was auffällt ist, dass diese Entwicklung nicht die nötige Aufmerksamkeit in Brüssel erhält. Die EU Kommission könnte gegenüber Serbien die eigene wirtschaftliche Überlegenheit ausspielen, um so Druck auf Belgrad auszuüben. Einen möglichen Hebel stellen die Hilfsgelder der EU dar, welche als Druckmittel eingesetzt werden könnten. Leider wird hier, jedenfalls öffentlich schlafgewandelt, obwohl die EU selbst von einem Zusammenbruch Montenegros und oder einer Wiedereingliederung in den Serbischen Staat am stärksten betroffen wäre.

Die strategische Bedeutung des Balkans darf nicht unterschätzt werden und es muss jetzt von Seiten der EU und NATO gehandelt werden, um einen erneuten Bürgerkrieg / Krieg auf dem Balkan zu verhindern.

Neues aus den Sektoren: Agriculture, Mining, O&G, Defense & Transport

Plus Ultra, ein nicht endendes Spiel des Pans

Was wir sehen ist eine erschreckende Tragödie. Ein Alptraum der sich immer weiter entfaltet. Kein Castor oder Pollux als Retter in Sicht. Kein erwachen aus diesem Alptraum möglich. Wer störte Pan in seiner Mittagspause, so dass er mit uns Bürgern gnadenlos sein Spiel der Panik treibt? Was verbindet diese ganzen Tragödien, derer wir Zeuge werden. Die Handlungsfähigkeit unserer Staaten scheinen ausgehöhlt worden zu sein und sie können oder wollen anscheinend nicht mehr ihre Funktionen wahrnehmen.

Fing diese Entwicklung etwa mit der Großen Finanzkrise an? Experten sollten es damals lösen und kamen mit Mitteln wie der Zero Interest Rate Policy, Negative Interest Rate Policy und dem Quantitative Easing an. Lösungen, welche offensichtlich nicht gegriffen haben und die bestehenden Probleme wie Vermögensungleichgewicht, Monopolisierung und Co nur weiter vortrieb geleistet haben. Die Großkonzerne waren und sind die größten „Profiteure“ der damals eingeschlagenen Politik. Obwohl die negativen Auswirkungen dieser Politik seit vielen Jahren mehr als nur offensichtlich sind, wird behauptet, dass wir nur noch ein wenig mehr ZIRP, NIRP und QE durchführen müssten und das Problem wäre endgültig gelöst. Hier zeigte sich vielleicht zum ersten Mal das Dilemma in dem wir uns befinden. Vermeintliche Experten, hinter denen sich Entscheidungsschwache Politiker verstecken, um selbst keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Abwägen, das Pro und Contra jenseits der eigenen politischen Karriere betrachten? Nein, leider ließ sich seit der Großen Finanzkrise nur beobachten wie sich diese von uns gewählten Politiker hinter Plattitüden und vermeintlichen Experten verstecken, ein Theater aufführen und glauben, dass durch die richtigen PR Maßnahmen sie ein Problem lösen oder wegwünschen können.

Vielleicht liegt hier einer der Grundsteine des jetzt zu beobachtenden Versagens. Oder fing es schon mit dem Beginn der endlosen Kriege in Afghanistan und Co an, bei denen beobachtet werden konnte wie die eingeschlagenen Wege und Maßnahmen nicht zum Erfolg geführt haben. Ziele definiert durch Traumtänzerei und Ignoranz der Politik führten hier wahrscheinlich zum beständigen Scheitern. Eine neutrale Ergebnisoffene Evaluierung der durchgeführten Maßnahmen fand in der Politik offensichtlich nicht statt. Ein Muster dass sich wahrscheinlich durch alle Parteien, in allen Politikfeldern der westlichen Welt hindurch beobachten lässt. Traumtänzerei und Ignoranz gepaart mit einer „starken Haltung“. Das Theater als Ersatz der Handlung?

Anscheinend ist es mehr als nur akzeptabel geworden Versagen zu belohnen und sogar zu fördern, solang die Theater Performance passt. Ob es Waldbrände in den USA sind, die aufgrund mangelhafter Vorkehrungen zu riesigen Feuern heranwachsen, die langsame Auslieferung der Impfdosen in Australien oder zuletzt das Hochwasser Desaster in Deutschland. Die Verantwortlichen sind sich jedenfalls um einer Ausrede nie verlegen. Kann es sein dass hier das Übel darin liegt, dass der Staat durch zynische Politiker seiner Fähigkeiten unter dem Deckmantel der Kostenersparnis, Effizienz und anderer Scheinargumente aktiv beraubt wird? Der Grundsatz „Man kann ja viel Planung und Ausführung durch Beratungsunternehmen ersetzen“ ist anscheinend sehr weit verbreitet. Wenn jedoch z.B. nicht die totale Demobilisierung der Bundeswehr das Ziel der vergangenen Jahre war, dann kann man vermuten, dass dieser Ansatz zum Scheitern verurteilt ist. Ist es also die Ursache darin zu finden, dass die Illusion mittlerweile als Erfolgsausweis ausreicht und nicht mehr das harte fassbare Ergebnis? Potemkinsche Dörfer als Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit, als Ersatz für ansonsten unangenehme Antworten?

Auch der Umgang mit der Pandemie offenbarte mehr als nur Schwächen im Zivilschutz. Leider konnte auch hier beobachtet werden wie sofort der PR Reflex aller die Oberhand gewann und von Anfang an wirklich Alles restlos Politisiert wurde. Interesse an Lösungen und einem rationalen Umgang machten einer andauernden Emotionspornographie platz. Durch die Politisierung, der angewandten PR Methodiken und offensichtlichen finanziellen Einzelinteressen kam es zu diesem Chaos, welchem wir aktuell beiwohnen dürfen. Ein Chaos welche feindlich gesinnte Staaten ausnutzen und auf allen Seiten die Verschwörungstheorien, Zwiespalt und Hass durch geschickte Propaganda befeuern.

Vielleicht ist es auch die allgemein immer mehr um sich greifende Unwissenheit / Unbildung die zu diesen Entwicklungen führen. Breites Allgemeinwissen ist anscheinend nicht mehr gefragt. Die ausschließliche Konzentration auf einen schmalen Bereich führt zu einer gewissen Blindheit. Einer Blindheit gegenüber den Folgen einer Handlung auf das Große Ganze. Komplexe Systeme sind nicht vollkommen Beherrschbar und ihre Grenzen sind selten bekannt. Doch das Eingeständnis etwas nicht zu wissen, dass ist vielen verloren gegangen. Arroganz, Ignoranz und eine starke Haltung, die einem von der Wirklichkeit abschirmen, wurden zu einer allgemein anerkannten Tugend. Wer benötigt schon Fakten, wenn er doch über eine Haltung verfügt. Ist es doch sehr angenehm wenn man sich nicht mit Detailfragen auseinandersetzen muss, sondern eine kindliche Naivität ausreicht, um für Alles Endlösungen parat zu haben. Ist es die falsche Selbstsicherheit die Zukunft genau zu kennen gepaart mit einer Kontrollillusion? Oder ist es der empfundene Zwang der Verantwortlichen zu behaupten die Zukunft genau zu kennen und alle Lösungen zu wissen in der Hoffnung Kompetent zu wirken? Vielleicht ist es erneut en vogue, wenn zukünftige dramatische Ereignisse prophezeit werden, die nur eine Bewegung / eine Gruppe mit ihrer angestrebten Politik verhindern kann aber durch eine dann nach der Machtübernahme stattfindenden zynischen Politik selbst gezielt herbeiführt, um so die eigene Prophezeiung wahr werden zu lassen? Es klingt absurd, doch hatte nicht Hannah Ahrendt ein solches Verhalten bei den Totalitären Staaten ihrer Zeit beobachtet?

Die Realität ist unwahrscheinlich und genau das ist das Problem. Die perfekte Information, die von sogenannten Experten immer wieder vorgegaukelt wird, gibt es nicht. Es würde ja bedeuten, dass einem alle Informationen / Daten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bekannt wären, wie auch jegliche Ursachen für die Interaktion der Bestandteile eines Komplexen Systems und deren Zusammenhänge verstanden würden. Leider wird zu oft eine Allwissenheit vorgespielt, welche geschickt mit Intransparenten Modellen untermauert wird. Das ist keine Wissenschaft, dass ist Aberglaube.

Abweichende Meinungen, früher gehört, vielleicht anerkannt, sehr oft aber toleriert, jedoch wenn nötig in der Argumentation widerlegt, um Scharlatanerie offenzulegen, heute sofort reflexhaft als Extrem, Faschistisch oder Rassistisch zurückgewiesen, ohne sich überhaupt mit der Argumentation zu befassen. Ist es das Ergebnis der Entwicklungen oder auch ein Teil der Ursache? Warnte uns nicht Eugene Ionesco in seinem Theaterstück „Die Nasshörner“ vor einer solchen Entwicklung und welch schädliche Konsequenzen es für eine Gesellschaft hat, wenn alle zu wilden Nasshörnern werden, die Intellektuellen voran?

Politiker halten sich an die vermeintlichen Experten und kommen zu dem Schluss, dass es für sie wohl das beste sei: Wenn man etwas tut, was nicht zum gewünschten Ziel führt, dass man dann nur mehr von dem tun muss, was bisher nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt hat, um das gewünschte Ergebnis endgültig zu erreichen. Am Ende muss leider nur die PR stimmen, dann kann das Ergebnis ignoriert werden. Jedenfalls eine gewisse Zeit lang. Sollte sich dann irgendwo irgendwann ein Sündenbock finden, um so besser. Es wäre ja auch unverantwortlich, wenn es ersichtlich würde das weder Experten noch Politiker unfehlbar sind und über zukünftige Entwicklungen oft genau so wenig wissen wie der Laie auf der Straße, egal wie wissenschaftlich ihre Modelle dargestellt werden. Wäre es nicht so, dann hätte damals die UdSSR, als Ausgeburt einer wahren Technokratie, gewonnen und nicht der Westen. Auch wird wahrscheinlich bei allen Beteiligten die sogenannte „Sunken Cost Fallacy“ mit hineinspielen. Eine De-Mystifizierung von sogenannten Experten wäre wahrscheinlich ein Segen für die westlichen Gesellschaften.

Naives Weltbild als Sprungbrett für Zynische Politiker

Eine Politik für das Heere Ziel, welche Institutionalisiert und damit dauerhaft wird, dass klingt erst einmal gut und einleuchtend. Die Idee wäre es sicherlich auch, wenn alle Menschen es ehrlich meinen würden. So ist es aber nicht!

Solche Institutionen in Verbindung mit den schon jetzt festzustellenden Sprachveränderung sind in unserem jetzigen Politik Umfeld noch recht harmlos. Doch sie machen es einem zukünftigen zutiefst zynischen Politiker / Machtgruppe sehr einfach diese dann schon bestehenden Gesetze und Institutionen auszunutzen, um die eigene Macht zu etablieren und abzusichern. Alles unter dem Deckmantel des Heeren Ziels, welches nur den Nutzen der Gemeinschaft als Mission kennt. Besonders kritisch ist es, wenn eine Politik verfolgt wird, die Höhere Ziele vorgibt, welche nicht einmal mess- bzw . greifbar sind. So kann das Gesetz und oder die Aufgabe eines Ministeriums immer passend Neuinterpretiert werden. Hier besteht das Risiko des Rule by Law, was im krassen Gegensatz zum Grundsatz des Rule of Law steht.

Es ist sehr naiv zu glauben, dass eine solche Entwicklung nicht möglich ist. Sie ist nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich. Darauf deuten viele der fehlgeschlagenen Progressiven Bewegungen in den verschiedensten Ländern hin. Die Geschichte der Totalitären Staatsformen ist gespickt mit diesen fehlgeschlagenen Bewegungen. Zuerst dominiert ein naives recht kindliches Weltbild unter dessen Prämisse Gesetze und Institutionen erschaffen werden, die im Anschluss von zutiefst zynischen Politikern und Machtgruppen ausgenutzt werden, um eine totalitäre Machtstruktur aufzubauen.

Bevor Gesetze erlassen werden, sollte immer vorher darüber nachgedacht werden, ob sie nicht von zynischen Politikern / Machtgruppen ausgenutzt werden können. Nur so kann zukünftiger Schaden vom Staat ferngehalten werden.

Die Anglosphäre ordnet die Verhältnisse neu

Die Anglosphäre wird durch ihre gemeinsame Kultur, Sprache, Rechtssystem und Wirtschaftsordnung definiert. Der Kern der Anglosphäre wird durch die sogenannten FiveEyes gebildet. Die Five Eyes entstanden aus den UKUSA Vereinbarungen, bei denen die Zusammenarbeit der Geheimdienste des Vereinigten Königreichs und der USA organisiert und beschlossen wurde. Sekundäre Partner sind AustralienKanada und Neuseeland (Durch eigenes Zutun „suspendiert“1).

Neben den oben genannten Staaten gehören auch die Mitgliedsstaaten der Commonwealth of Nations im erweiterten Sinne zu der Anglosphäre hinzu. Darüber hinaus ist im Pazifik Japan, neben Australien, der wichtigste Partner der USA. Zusätzlich erstreckt sich die erweiterte Anglosphäre über Europa. Da jedoch Europa durch und durch von den USA im militärischen und wirtschaftlichen Bereich abhängig ist, haben sie eine nicht so große Mitsprache. Europas wirtschaftliche Prosperität ist direkt von den USD Swap Linien der Fed abhängig. Damit ist Europa noch auf sehr lange Zeit an die USA gebunden, egal wie die Emotionen gegenüber den USA gerade stehen. Deshalb wird den europäischen Staaten schlussendlich nichts anderes übrigbleiben als sich dem Willen des Hegemon unterzuordnen, weshalb ich sie als nicht wirklich eigenständige Akteure ansehe.

Die USA sind der Hegemon, der über die Weltreservewährung verfügt. Diese Stellung können sie nutzen um die

  • eigenen Interessen durchzusetzen.
  • mit ihnen alliierte Staaten und Gruppen zu unterstützen.
  • eigenen Feinde zu bestechen.

Nach dieser kurzen Definition was die Anglosphäre ist und welch potentes Machtmittel der Hegemon in Form des US Dollars inne hat kommen wir nun zu paar Ereignissen der vergangenen Monate.

Das Empire schlägt zurück. So oder so ähnlich kann man die Entwicklungen der vergangenen Monate interpretieren. Bei dem sich ausspielenden Trend stehen wir zwar noch ganz am Anfang, doch die bisher erfolgten Schritte zeigen in die richtige Richtung. Die Planungsphase in der wir uns noch immer befinden wird sich wahrscheinlich noch ein wenig hinziehen aber die gestarteten Initiativen und Abkommen deuten darauf hin, dass die Anglosphäre sich um die USA herum organisiert und erneut die Zügel der Weltpolitik in die Hand nehmen wird. Bei der folgenden Auflistung von Ereignissen werde ich den Fokus mehr auf Indien, Japan, Australien und Großbritannien legen und weniger auf die USA, da diese zumeist eh im Rampenlicht stehen.

  • Verschiedene Marine Manöver im Indopazifik Raum, an denen nicht nur die Staaten der QUAD (USA, Australien, Japan, Indien) teilnehmen, sondern auch europäische Verbände.2 Großbritannien schickt mit der HMS Queen Elizabeth ihre größte Armada die seitdem Falkland Krieg in See gestochen ist in den Indopazifischen Raum. Damit unterstreicht das Königreich die Bedeutung welche es dem Indopazifik Raum beimisst und sendet damit auch ein starkes Signal an die Staaten der Region.3
  • USA und Japan betonen ihre Zusammenarbeit bei der Verteidigung von Taiwan.4
  • Japan und Großbritannien kooperieren verstärkt miteinander. Ihre Partnerschaft soll vertieft werden. Beide Länder sind Teil des F35 Netzwerkes.5
  • Space Bridge Partnership zwischen Großbritannien und Australien beschlossen, um den Wissensaustausch und die Investitionen in ihren Raumfahrt Sektoren zu fördern.6
  • Umstrukturierung der Lieferketten zwischen Australien, Japan und Indien.7
  • Fortschreitende Integration von Indien in die US Lieferketten.8
  • Umstrukturierung der Nordatlantischen Verteidigung, sodass sie den sich ändernden Herausforderungen gewachsen ist.9
  • Großbritannien bemüht sich um mehr Einfluss in Afrika.10 Auch Indien ist auf dem Kontinent aktiv.11
  • Großbritannien und Australien konnten sich auf ein Handelsabkommen einigen. 12
  • Japan will seinen wirtschaftlichen Einfluss auf der Arabischen Halbinsel ausbauen und damit auch ihre Präsenz in Afrika stärken.13
  • Laut Hören Sagen „Reopening“ von Subic Bay auf den Phillipinen durch Austal Ltd.. Es wäre ein großer Gewinn. Nicht nur das es ein Zeichen ist, dass sich Manila von Beijing entfernt, sondern Subic Bay ist auch ein strategisch besonders wichtiges Asset. Hier können Kriegsschiffe nah am Einsatzgebiet versorgt und überholt werden. Sollte es also der australischen Werftengruppe gelungen sein hier Assets aufzukaufen und Operationen aufnehmen zu können wäre es ein großer Fortschritt für die Staaten der QUAD.

Diese Auflistung ist nicht komplett aber gibt einen ausreichenden Überblick über die aktuelle Stoßrichtung der Anglosphäre. Insgesamt kann man vermuten, dass die Staaten der Anglosphäre in Zukunft erneut den Motor der Weltwirtschaft darstellen werden und nicht China. Das chinesische Jahrhundert wird nun schon seit über vierzig Jahren ausgerufen, gekommen ist es bisher nicht. Zusätzlich scheint sich der Afrikanische Kontinent zu entwickeln. Das werben vieler Länder um die einzelnen afrikanischen Staaten deutet darauf hin. Der Vorteil der Anglosphäre ist, dass viele afrikanische Länder Mitglieder der Commonwealth of Nations sind und dadurch die Zusammenarbeit vereinfacht wird. Es wird spannend bleiben zu beobachten wie sich Anglosphäre zukünftig entwickeln wird.

1https://www.aljazeera.com/news/2021/4/19/new-zealand-says-it-will-set-china-policy-not-us-led-five-eyes

2French Naval Exercise La Perouse: India Joins to Make it Full QUAD – The Financial Express

3https://www.defensenews.com/global/europe/2021/04/26/british-name-enormous-carrier-strike-group-heading-for-the-indo-pacific/

4Japan, U.S. defense chiefs affirm cooperation over Taiwan emergency (kyodonews.net)

5UK Defence Co-Operation with Japan – Second Line of Defense (sldinfo.com)

6UK-Australian Space Bridge Agreement – Second Line of Defense (sldinfo.com)

7Australia, Japan, India set up supply chain group (argusmedia.com)

8India Getting P-8s In New Deal That Includes Local Investment – Breaking Defense Breaking Defense – Defense industry news, analysis and commentary

9Re-shaping North Atlantic Defense: JFC Norfolk as a Startup Command – Second Line of Defense (sldinfo.com)

10Britain ready to provide strategic support in renewable energies, free zones and transit trade | (libyaherald.com)

11Jaishankar arrives in Kenya on bilateral visit to strengthen ties (theprint.in)

12Australia trade deal will not hit UK farmers, says Liz Truss – BBC News

13UAE, Japan Plan on Launching Business Council | Asharq AL-awsat (aawsat.com)

De-Coupling – Mehr als nur ein Buzzword

Das De-Coupling und damit das Ende der alten Form der Globalisierung schreitet voran. Es ist die Reaktion der westlichen Welt auf das destruktive Verhalten Chinas. Sei es ihr Drang jegliche Technologien stehlen zu wollen, Internationale Verträge zu ignorieren, ihre seit Jahren angewandte Grauzonen Taktiken, egal diese Liste ist außerordentlich lang. Diese Entwicklung nahm zwischen 2009 und 2012 ihren Anfang und hat sich seitdem Jahr für Jahr beschleunigt. Im Jahr 2014 hat Herr Harald Malmgren einen Aufsatz auf Second Line of Defense (SLDinfo.com) veröffentlicht mit dem viel sagenden Titel „The Return of Economic Nationalism: Shaping the Next Phase of “Globalization” À la Carte“1. In diesem Aufsatz geht er auf die Probleme ein, mit denen sich die Entwickelten und Entwickelnden Staaten dieser Welt in folge der Großen Finanzkrise konfrontiert sehen und die daraus entstehenden Implikationen. Ein interessanter Twist ist hierbei, dass Hören Sagen zufolge der US Kongress und das Pentagon im Jahr 2014 das destruktive Verhalten der Kommunistischen Partei Chinas anerkannt und mit einem eigenen Plan zum teilweise Auftrennen der Lieferketten geantwortet haben.

Dieser Trend des De-Couplings wurde durch die Pandemie sehr stark beschleunigt, doch schon zuvor kam es immer wieder zu Unterbrechungen der Lieferketten. Die Lage ist infolge des „Tit for Tat“ zwischen den USA, Australien, Japan, Kanada, Indien und einigen Europäischen Ländern auf der einen Seite und China auf der anderen immer Volatiler geworden. Mittlerweile versucht die Kommunistische Partei Chinas den USA und ihren Alliierten aktiv Schaden zuzufügen. Dabei greift die Partei auf ihre Grauzonen Taktiken zurück, zu denen Cyberangriffe gehören, Politische Kriegsführung, wirtschaftliche Erpressungsversuche, absichtliche Behinderung der Schifffahrt im Südchinesischen Meer aber auch der Versuch sich Territorien von Nachbarstaaten einzuverleiben.

Vielen Staaten und Unternehmen ist die delikate Lage in der sie sich befinden bewusst. Einige westliche Staaten haben ihre Wirtschaft und die damit verbunden Lieferketten so eng mit China verwoben, dass sie die Causa am liebsten ignorieren würden. Doch ist zu vermuten, dass die öffentlich gezeigte Zurückhaltung und stellenweise Ignoranz ein Teil des Theaters darstellt, um so Zeit zu gewinnen, damit die Lieferketten, ohne komplett im Chaos zu versinken, neu geordnet werden können. Das sich an dieser Stelle etwas bewegt darauf deuten einige Entwicklungen hin.

  • Die Demokratische Republick Kongo wie auch Angola scheinen den Einfluss der Kommunistischen Partei Chinas zurück drängen zu wollen.2 3
  • Australien, Indien und Japan arbeiten an der Umgestaltung ihrer Lieferketten.4
  • In Indonesien scheint es so als wäre ein Rohstoffinvestment der Kommunistischen Partei Chinas gescheitert. 5
  • Auch in Deutschland geschieht offensichtlich etwas bei der Rückholung der Lieferketten, ohne dass es an die Große Glocke gehangen wird.6
  • Wie Janes berichtet ist auch Airbus seit längerem dabei dabei die Produktion China frei zu gestalten. The image released on 14 June shows the main fuselage of an H175 partway through assembly at a facility in France that has been built “entirely free of any elements sourced from China”, according to Airbus The company went on to note that this has been achieved “as the result of a project that has been underway for the past five years capitalising on European aerostructures capability” 7 Das Airbus schon vor 5 Jahren mit der Umgestaltung begonnen hat bestätigt das Gerücht das der Plan des De-Couplings / Globalisierung a la Carte schon seit längerem verfolgt wird.
  • Das Thema Chips wird nicht nur in Deutschland angegangen, sondern auch Japan und die USA sind an neuen Werken interessiert und umwerben dafür unter anderem TSMC.8 9
  • Zusätzlich zu den bisher aufgezählten Entwicklungen mehren sich die Rückschläge für Beijing bei ihrem Versuch eine eigene Einflusssphäre zu erschaffen. Telefonica Espana lässt Huawei fallen und setzt zukünftig auf Nokia und Eriksson10. Italien schwenkt von der Belt and Road Initiative ab, was die Handlungsoptionen der KP im Mittelmeerraum einschränken wird und die dort von ihnen getätigten Investitionen entwertet. Darüber hinaus scheint auch Saudi-Arabien den Wink des Hegemons verstanden zu haben und lässt die Investitionen Beijings in den Pakistanischen Hafen Gwadar stranden. Sie werden in Karachi investieren11, was den Wert der bisher getätigten chinesischen Investitionen mindert und die Erfolgsaussichten für den China Pakistan Economic Corridor verringert.

Die hier getätigte Auflistung ist nicht komplett doch gibt sie eine gute Übersicht darüber wie sich die Lage entwickelt. Kurzum der Hegemon ordnet die Anglosphäre und die mit dieser assoziierten Staaten neu an, um so den kommenden Herausforderungen besser gewachsen zu sein. Dieser Prozess wird viel Zeit in Anspruch nehmen, sodass man davon ausgehen kann, dass sich die Neuordnung wahrscheinlich auf mehr als 15 Jahre erstrecken wird und dabei stellenweise sehr volatil verlaufen wird.

1Harald Malmgren; Second Line of Defense; 2014: https://sldinfo.com/2014/12/the-return-of-economic-nationalism-shaping-the-next-phase-of-globalization-a-la-carte/

2Angola: João Lourenço puts his stamp on Luanda’s diplomacy (theafricareport.com)

3DR Congo’s president says he will renegotiate mining contracts – The Citizen

4Australia, Japan, India set up supply chain group (argusmedia.com)

5China, Indonesia $2.5 billion copper deal falls apart – Asia Times

6Bosch: https://www.bosch.de/unser-unternehmen/bosch-in-deutschland/dresden/

7Janes.com: https://www.janes.com/defence-news/news-detail/airbus-goes-on-offensive-over-too-chinese-h175-offering-for-uk

8Taiwan’s TSMC to set up US$186 million R&D center in Japan: https://www.taiwannews.com.tw/en/news/4124664

9Chipmaker TSMC eyeing expansion of planned Arizona plant -sources: https://www.reuters.com/technology/chipmaker-tsmc-eyeing-expansion-planned-arizona-plant-sources-2021-05-04/#:~:text=TSMC%2C%20the%20world’s%20largest%20contract,supply%20chains%20back%20from%20China.

10Telefonica Espana to ditch Huawei in favour of Ericsson and Nokia, report says (commsupdate.com)

11Trending news: Saudi Arabia gives a blow to China in Pakistan, will not build oil refinery in Gwadar – Hindustan News Hub

Beobachtung zum Umgang der Bürger mit den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung

Die Folgende Beobachtung ist auf einen Land-Kreis beschränkt und es ist mir nicht möglich zu bestimmen, ob es in anderen genauso ausschaut. Die Menschen zeigen in der aktuellen Krise ein erstaunliches Verhalten.

Was lässt sich beobachten?

  • Viele Menschen verfolgen auf der einen Seite die Nachrichten / Medien / Experten Podcasts und stimmen mit deren Schlüssen und dargebrachten Forderungen überein, besonders wenn sie dazu öffentlich befragt werden.
  • Mit jedem weiteren Wochenende begegnen mir mehr und mehr Menschen im Wald, die in großen Gruppen so etwas wie wandernde Kneipen darstellen. Diese wandernden Kneipen sind nicht auf eine Altersgruppe begrenzt.
  • Zusätzlich trifft man sich im Garten zum Grillen und dabei passiert es immer wieder, dass Teilnehmer davon berichten, dass sie die Experten Ratschläge doch sehr ernst nehmen.

Einfach gesagt, zwischen geäußerte Meinung und dem eigenen Verhalten klafft eine riesige Divergenz. Diese Divergenz spiegelt wahrscheinlich die „wahre“ Haltung der Menschen wider und die geäußerte Meinung nur die antizipierte Erwartungshaltung anderer Personen / Personengruppen. Es ist wohl dem Umstand geschuldet, dass Gesetze und Regulierungen, welche gegen das natürliche Menschliche Verhalten gerichtet sind, keinen Erfolg haben können. Schon allein der Versuch der Implementierung solcher Gesetze und Regulierungen führt auf beiden Seiten, dem Staat (Regierung, Verwaltung, …) und den Bürgern zur Frustration. Die Frustration führt allzu oft dazu, dass von Staatsseite aus die Strafen erhöht werden und dem Zwang durch die vermehrte Anwendung der zur Verfügung stehenden Mittel Nachdruck verliehen wird. Während auf der Seite der Bürger die Ignoranz gegenüber Gesetzgeberischen Maßnahmen zunimmt und parallel dazu neue Informelle Ökosysteme Entstehen, die sich der staatlichen Kontrolle entziehen.

Solche Gesetze und Regulierungen können kurzfristig nur mit Zwang und Gewalt von einem Staat durchgesetzt werden. Sie sind aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt und unterminieren langfristig den Kitt der die Gesellschaft zusammenhält.

Wie ernst es einer Regierung ist, dass sich eine Krankheit wie COVID-19 nicht noch einmal zu so einer Katastrophe auswächst, kann vielleicht an der Anzahl der Krankenhäuser gemessen werden. Ich denke es ist ein guter Hinweis, denn wie es sich zeigt reicht die bereitstehende Infrastruktur und Personalstärke für Extreme nicht aus. Hier passierte 2020 das gleiche wie schon in den Jahren zuvor: Die Anzahl nahm ab.

Mythbusting NATO Osterweiterung

Seit 2014 stellt sich Russland offiziell als Opfer der NATO dar. Dabei ist Moskau stehts darauf bedacht die NATO als Aggressor darzustellen und die eigenen Kriegerischen Handlungen gegenüber ihren Nachbarstaaten als reine Verteidigungsmaßnahmen zu framen. Ärgerlich dabei ist, dass diese Propaganda allzu oft geglaubt wird, was der Tatsache geschuldet ist, dass die damalige Wende äußerst rasant verlief. Ich denke, wenn man die Chronologie der damaligen Ereignisse einmal kurz darlegt, dann erkennt man sehr schnell, dass während der 2+4 Gespräche die NATO Osterweiterung nie ein Thema sein konnte.

Start von Glasnost und Perestroika unter Michail Gorbatschow, der von März 1985 – August 1991 Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion war. In Folge dieser Reform Bemühungen kam es am 9. November 1989 zum Fall der Berliner Mauer. Mit den darauf folgenden Vereinigungsbemühungen standen auch die deutschen Fragen im Raum und so kam es zu dem 2+4 Vertrag, in dem die deutschen Fragen geregelt wurden. Der 2+4 Vertrag wurde 1990 verhandelt, am 12. September 1990 unterzeichnet und trat am 15. März 1991 in Kraft. Warum war hier die NATO Osterweiterung nie ein Thema? Das hatte einen ganz einfachen Grund. Zu diesem Zeitpunkt hat die Sowjetunion noch existiert, wie auch der Warschauer Pakt. Den beteiligten Politikern hat sich diese Frage damit nie gestellt, weil sie wahrscheinlich jenseits ihrer Vorstellungskraft lag, zumindest als unwahrscheinlich abgetan wurde, so dass in den offiziellen Gesprächen nie die Osterweiterung der NATO thematisiert wurde. Die Sowjetunion endete erst am 26. Dezember 1991, der Warschauer Pakt zuvor am 1. Juli 1991, jedoch erst nach den 2+4 Verhandlungen.

Die Geschichte um die gebrochenen Versprechen ist zwar ein recht zentraler Bestandteil der Russischen Post-Sowjet Identität, doch hat sie keinen höheren Wahrheitsgehalt, als die Dolchstoßlegende nach dem Ersten Weltkrieg.

Auch die zur Begründung der Krim Annektion und dem Krieg in der Ostukraine mit angeblichen NATO Aggressionen ist Humbug. Die „großen“ Bündnis Manöver haben erst nach 2014 angefangen nicht zuvor. Auch die Stellung von NATO Truppen in den baltischen Ländern fand erst nach 2014 statt. Deren Umfang ist minimalst und es ist lächerlich, wenn Moskau behauptet, dass sie sich durch 5000 Mann NATO Truppen bedroht fühlen. Selbst die „großen“ Manöver wie Defender Europe 2020 (ca. 37000 Soldaten, 2021 ca. 30000) können von ihrer Dimension niemals als eine realistische Bedrohung Russlands angesehen werden. Die Russische Armee verfügt über eine Truppenstärke von Nahezu 1 Millionen Soldaten plus 2,5 Millionen Reservisten.