Der Treuhänder

Zum Risiko

Die Realität ist unwahrscheinlich! Eine Tatsache die man zu akzeptieren hat. Keinem stehen alle Informationen zur Verfügung, es gibt also nicht die perfekte Information! Das bedeutet, dass es nicht möglich ist alle potentiellen Risikoquellen zu erkennen. Der Schutz der „Basis“ wird also zum alles bestimmenden Imperativ, sodass die Handlungsfähigkeit immer erhalten bleibt.

Man kann sich also nur darauf konzentrieren was man selbst beeinflussen kann und dieses im Fluss der Zeit immer wieder neu betrachten. Was kann man beeinflussen um das Ziel des Vermögenserhalts zu erreichen?

  1. In welche möglichen Anlagevehikel man zu investieren gewillt ist und besonders welche Geschäftsmodelle, Sektoren, Finanzinnovationen und so weiter man für sich definitiv ausschließt. Exklusion / Ausschlussverfahren ist in einer Umgebung in der man nicht über alle Informationen verfügt der bessere Weg, um Entscheidungen unter großer Unsicherheit treffen zu können.
  2. Die Aufteilung des eigenen Kapitals z.B. 25% Cash, 25% Staatsanleihen, 35% Aktien & 15% Gold. Für den durchschnittlichen Privatanleger ist es meist besser, wenn er keine Einzeltitelauswahl trifft, sondern bei Staatsanleihen und Aktien auf aktiv gemanagte Fonds setzt. Extreme Positionierungen sind stets zu vermeiden (z.B. 80% in Aktien, etc)!
  3. Die jeweiligen Positionsgrößen z.B. die 25% Cash aufgeteilt auf 50% Verrechnungskonto und 50% auf Sparbuch oder die 25% Staatsanleihen in 4 jeweils 6,25% des Portfolios ausmachende Bestandteile aufteilen, die in 4 verschiedene Fonds investiert werden, usw.. Hierbei müssen die Servicekosten des jeweiligen Brokers immer Beachtung finden. Bei Fonds sind natürlich zusätzlich die Verwaltungskosten mit zu beachten.
  4. Der Zeitpunkt des Kaufs / Verkaufs, welcher auf dem freien Willen des Anlegers basiert und auf einer methodischen oder diskretionären Einschätzung fußt.
  5. Ergebnisoffene Evaluierung der eigenen Investmentthesen, niemand ist unfehlbar, sie werden mit der Zeit durch die Realität bestätigt oder widerlegt. Feste Meinungen sind zu vermeiden, Ergebnisoffenheit ist gefragt, da ansonsten der Prozess Observe => Orient => Decide => Act, repeat korrumpiert würde.

Die zum verdeutlichen gewählten Beispielsgrößen bei der Aufteilung und Positionsgröße sind willkürlich gewählt und stellen keine Empfehlung dar.

Sicherheit ist im Zweifel mehr Wert, als eine mögliche Renditechance.

Einfache Anlagephilosophie

Keep it simple, stupid!

Ziel

Die absolute Priorität hat der Vermögenserhalt, da dass Vermögen oft Ausdruck eines ganzen Arbeitslebens ist, welches nicht ersetzbar ist. Deshalb will man

  • sich freuen können, wenn die Kurse steigen.
  • sich immer noch freuen können, sollten die Kurse einfach nur Seitwärts verlaufen.
  • immer noch ruhig schlafen können, obwohl die Börsenkurse abstürzen, weil gerade die Wirtschaft den Bach runter geht.

Strategische Ausrichtung

Welche Sektoren sind für eine Gesellschaft von dauerhaftem Interesse?

  • Energie benötigt eine Gesellschaft, damit sie ausreichend Nahrungsmittel zur Verfügung hat und um beides behalten zu können muss eine Gesellschaft wehrhaft sein, also ein starkes Militär unterhalten.

Mögliche Bestandteile der Anlagestrategie

  • Ausreichend Liquidität in Form von Cash und Cash-Äquivalent (Geldmarktpapiere / Kurzlaufende Staatsanleihen (bis zu 2 Jahren, höchster Bonität, USA meist zu bevorzugen)) schützen vor unvorhergesehenen Dingen. So kann man, wenn es nötig ist jederzeit agieren. Schutz der Basis. Das Risiko hier besteht aus möglichen Banken-, Währungs- und Staatskrisen (US Staatsanleihen sind vom Ausfallrisiko nicht betroffen, da sich die USA unteranderem in eigener Währung verschulden).
  • Aktien ermöglichen die Partizipation am Unternehmenserfolg durch mögliche Kursgewinne und Dividenden Ausschüttungen. Das Risiko hierbei liegt bei a) möglichen Kursverlusten (Wechselkursrisiken mit inbegriffen), b) Dividenden Streichungen und c) die Unternehmung meldet Insolvenz an (möglicher Totalverlust).
  • Anleihen werden auch festverzinsliches Wertpapier, Rentenpapier, Schuldverschreibung oder Obligation genannt. Im Gegensatz zu Aktien notieren Anleihen in Prozentangaben. Sie verfügen meist über einen festen Coupon und sind zumeist Laufzeit gebunden. Die Zinszahlungen an den Gläubiger (Anleihe Investor) erfolgt regelmäßig und ist oft fixiert, sodass der jährliche Ertrag fest geplant werden kann. Die Tilgung der Schuld durch den Emittenten (Staat, Supranational, Bank, Unternehmen) erfolgt am Laufzeitende. Der Kurs der Anleihe wird durch den Coupon, den aktuellen Risikofreien Zinssatz, dem Bonitätsrisiko (die Sicherheit einer US Staatsanleihe ist unübertroffen) und der Laufzeit definiert. Der Vorteil für einen Privatanleger ist, dass er a) einen vorher definierten festen Zinsertrag regelmäßig über die Laufzeit erhält, unabhängig davon ob die Unternehmung in dem Jahr einen Gewinn erwirtschaftet oder auch nicht. b) Er das angelegte Kapital zur Fälligkeit zurückerhält. Damit entfällt das Kursrisiko, wenn die Anleihe bis zum Laufzeitende gehalten wird. Die Risiken, welche für den Gläubiger bestehen, sind folgende. a) der Schuldner (Unternehmen, Supranationale Organisation, Staat) kann die Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen. In einem solchen Fall kann es zu einem Total Verlust kommen (Hierbei kommt es unteranderem darauf an ob Vorrangig & besicherte, Vorrangige oder Nachrangige Anleihen gekauft wurden). b) Der Anleger möchte oder kann nicht bis zum Laufzeitende warten und will / muss während der Laufzeit verkaufen, dann besteht auch bei Anleihen ein Kursrisiko. c) Sollte es sich um eine in einer ausländischen Währung begebenen Anleihe handeln, dann existiert zusätzlich das Wechselkursrisikos. Je länger die Laufzeit desto höher ist auch das potentielle Kursrisiko (ausgedrückt in der Modifizierten Duration). Damit steigt die Konvexität einer Anleihe, ein Umstand den ein Anleger für sich ausnutzen könnte.
  • Gold als eine Art physische Versicherung gegen Unvorhergesehene Ereignisse ist seit Jahrhunderten relativ beliebt. Hier sollte man nur nicht auf den Gedanken kommen das Gold gleichzeitig Liquidität darstellt, so ist es nicht. Es ist eher eine Versicherung für den wirtschaftlichen Worstcase, wie einem Währungszusammenbruch. So wie bei allen anderen Anlageklassen existieren auch beim Gold Risiken in Form von a) Kursverlusten, b) möglichen Staatlichen eingriffen, c) Diebstahl und d) ist das Gold überhaupt echt?

Addendum: Kursverhalten von Anleihen im Umfeld steigender Zinsen

Wie sich der Anleihepreis während der Laufzeit, im Umfeld steigender Zinsen, verhält möchte ich in der folgenden Grafik verdeutlichen. Der Grafik liegt ein Szenario zugrunde, bei dem es zu sehr starken Zinsanhebungen kommt. So ist die Konvexität besser zu erkennen, wie auch das Zusammenspiel mit der Laufzeit.

In diesem theoretischen Szenario sind individuelle Bonitätsrisiken und Panikreaktionen an der Börse nicht enthalten.

Potentielle Kursverluste, wie auch der Zeitpunkt ab dem Kursgewinne locken können sind in der Grafik recht gut zu erkennen. Ich denke die Grafik verdeutlicht die Kurseigenschaften von Anleihen in einem Umfeld steigender Zinsen ausreichend, sodass jeder seine eigenen Überlegungen zu dem Thema Anleihen anstellen kann. Welche möglichen Taktiken sich aus dem Kursverhalten ableiten, möchte ich hier und heute nicht weiter diskutieren und schließe den kurzen Artikel mit der Aussage: Anleihen sind allgemein eine unterschätzte Anlageklasse.

p.s.: Die 2021 veröffentlichten Investment Thesen sind weiterhin gültig.

Das Wording ändert sich

Nicht nur das Japan bei der eigenen Atomenergiepolitik eine 180 Grad Wende vollzogen hat, auch in anderen Staaten verändert sich das Wording zum Thema Atomkraft und Versorgungssicherheit. Die Veränderung des Wordings in Bezug auf Atomkraft und Energiesicherheit ist ein langsamer Prozess. Ein Prozess der oft angestoßen wird, um a) zu prüfen ob die Idee politisch durchsetzbar ist und b) um die Wähler in ihrer Erwartungshaltung auf einen in Zukunft stattfindenden Politikwechsels vorzubereiten. Ob ein solcher Politikwechsel gewiss ist, das möchte ich hiermit nicht sagen, nur dass anscheinend die Chancen dazu stetig ansteigen.

Ein Kurzüberblick über die vergangenen Tage:

https://www.cnbc.com/2022/06/02/nuclear-waste-us-could-power-the-us-for-100-years.html?s=09

https://www.cnbc.com/2022/06/07/the-diablo-canyon-control-room-turned-this-mom-into-a-nuclear-advocate.html

https://www.bild.de/politik/talk-kritik/talk-kritk/lindner-bei-maischberger-sollten-atomstrom-unideologisch-diskutieren-80333430.bild.html

https://www.politico.com/newsletters/the-long-game/2022/06/08/the-environmental-apostate-who-backed-nuclear-before-it-was-cool-00038048

Re: Request for clarification to the Guidance issued by DOE for the first round of the Civil
Nuclear Credit Program application – O F F I C E O F T H E G O V E R N O R
„The single largest resource planned for retirement is Diablo Canyon Power Plant (DCPP), a zero carbon, base load generator that supplies approximately 8.5 percent of California’s total electricity generation and provides capacity during the “net peak” evening hours.“

Sollte diese Entwicklung fortschreiten wird es wahrscheinlich zu interessanten Grabenkämpfen kommen. Auf der einen Seite stände die Atomenergielobby und auf der anderen Seite würden sich die Lobbys der Erneuerbaren Energien und der Fossilen Energieträger öffentlich zusammenraufen, da die erstgenannten in ihrer Existenz bedroht wären und die letzteren Absatzeinbußen fürchten müssten.

Damit besteht das Risiko, dass die Erneuerbaren Energien als eine Art Stranded Asset enden könnten. Auch wenn im Moment die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt werden kann, sollte bei der Geldanlage dieses Risiko mittlerweile mit bedacht werden, da die Konsequenzen für den Sektor der Renewables fatal sein könnten.

Unser Problem heißt Produkt

Alle Welt spricht über Öl, doch unser Problem liegt bei der Produkt Versorgung. Die Raffinerieproduktion bildet die Engstelle, nicht unbedingt die Ölversorgung. Beim Öl ist aktuell die Lagernachfrage ein Preistreibendes Problem. Doch in Europa liegt die Engstelle bei den Raffinerien. Diese Engstelle ist ein klares Eigentor, da die Raffinerie Kapazitäten seit über 30 Jahren abgebaut wurden. In Europa wurden die Raffinerien abgebaut, um sie nach Russland, China und andere ferne Staaten zu verlagern.

Offensichtlich wurde einst festgestellt das Raffinerien auf eigenen Boden nicht dem angedachten Umweltschutzvorstellungen entsprechen, wie Raffinerien in Ländern in denen nicht unbedingt strenge Umweltschutzauflagen gelten. Vergleichbares gilt offensichtlich auch für die Erdgas- und Ölförderung in fernen Ländern. Obwohl Europa auf sehr großen Erdgas- und Ölreserven sitzt, gilt dennoch: Förderung in der Heimat pfui, in der Ferne hui.

Damit ist Moskaus Angriff auf die Ukraine, ein wahres Geschenk an die hiesigen Politiker. Die Entscheidungen aus den vergangenen 30 Jahren werden so nicht diskutiert, sondern können still und heimlich unter den Teppich gekehrt werden, immer mit dem Verweis das Moskau an der Entwicklung schuld hat. Leider ist so ein gegensteuern nicht möglich und der Abbau der Raffineriekapazitäten schreitet wahrscheinlich weiter voran.

Insgesamt ist es erschreckend, dass bei Problemen auf der Angebotsseite, die Nachfrage von der Politik gefördert wird und darüber nachgedacht wird ob nicht die Angebotsseite zusätzlich auch noch bestraft wird, sodass auch zukünftige Investitionen unterbleiben. Produktknappheit heißt unser Problem, welches man nicht mit Nachfrage steigernden Maßnahmen, wie Tankrabatten und Steuersenkungen bei kommen kann.

Positive Entwicklungen

Heute positive Entwicklungen aus dem Kaukasus, den Abraham Nations, Asien, dem Semiconductor- und Energiesektor.

Kaukasus & Abraham Nations:

Aserbaidschan und Israel unterhalten seit langer Zeit freundliche Beziehungen. Nun ist der Landwirtschaftssektor in den Fokus geraten, dessen Entwicklung gefördert werden soll, um so die Lebensmittelversorgung zu sichern.

https://top-center.org/en/analytics/3380/azerbaijan-and-israel-aim-to-boost-agricultural-cooperation-amid-concerns-about-food-security

Die Beziehungen beider Staaten fingen im Dezember 1991 an. Israel war einer der ersten Staaten die Aserbaidschan als souveränen Staat anerkannt haben. Inzwischen hat Israel Russland als Hauptrüstungslieferant Aserbaidschans abgelöst.

Japan & Taiwan:

Die Zusammenarbeit zwischen Japan und Taiwan wird von japanischer Seite aus gestärkt. Das Überleben Taiwans als eigenständiger Staat ist für Japan von vitaler Bedeutung. Ein Umstand der in den vergangenen Jahren von japanischer Regierungsseite immer wieder Erwähnung fand.

Semiconductor:

ASML will 200 Millionen USD in das Werk in Wilton (Connecticut) investieren. Damit schreitet die Zweiteilung und die damit einhergehende Sicherung der Lieferketten voran.

Energiesektor:

Außerhalb der OPEC, ist der Oman der größte Erdölförderer im Mittleren Osten. Das Land kann ca. 840k Barrel pro Tag fördern. Mit dem neuen Fund könnte die Förderung um ca. 5 bis 12% gesteigert werden.

https://www.spglobal.com/commodityinsights/en/market-insights/latest-news/oil/060522-omans-new-oil-discoveries-may-boost-output-50000-100000-bd?s=09

Positives aus der Welt

Heute möchte ich einige positive Entwicklungen in Zentralasien, den Abraham Nations, Indien und Afrika hervorheben, da sie wahrscheinlich ein langfristiges Trendmuster bilden.

Zentralasien / Kaukasus:

Chaos ist eine Leiter … Es ist etwas wahres dran. Durch die sich entwickelnden Geopolitischen Gegebenheiten werden die Handelsströme umgelenkt. Aserbaidschan hat sich offensichtlich gut positioniert. Die sich anscheinend steigernde Zusammenarbeit zwischen den Regierungen der Organisation Türkischer Staaten könnte ihr übriges dazu tun, um so die Region besser aufzustellen, sodass sie nicht zwischen der Sinosphäre und der Anglosphäre zerrieben werden. Neue Alte Handelszentren und Verbindungen könnten hier eine neue Vitalität gewinnen. Selbst eine Landgebundene Handelsverbindung zwischen Indien und Europa wäre so theoretisch möglich.

Die Wahrscheinlichkeit ist gestiegen, das nun auch die Transkaspische Pipeline realisiert werden kann. Es wäre eine weitere mögliche Energiequelle für ein von Energiearmut gebeutelten Europa.

Abraham Nations & Afrika:

Infolge der Abraham Accords versucht Israel die Beziehungen mit den Afrikanischen Staaten zu stärken. Ob dieses Mittel- bis Langfristig gelingen wird ist schwer abzuschätzen, da es nicht der erste Versuch ist.

https://www.al-monitor.com/originals/2022/06/abraham-accords-accelerate-israel-africa-rapprochement

Für Israel wäre das Gelingen ein großer Erfolg, da Afrika wahrscheinlich ein großer Zukunftsmarkt ist und dementsprechend nicht nur für die eigene Rohstoffversorgung wichtig ist, sondern auch als Absatzmarkt, wie auch als Produktionsstandort.

Die Vereinigten Arabischen Staaten folgen ihrer Strategie und versuchen sich im sogenannten Mittleren Osten und Nordafrika bestens zu positionieren.

https://www.al-monitor.com/originals/2022/06/uae-egypt-jordan-agree-10-billion-investment-partnership

Der Investitionsschwerpunkt soll auf den folgenden Bereichen liegen:

  • Nahrungsmittel
  • Landwirtschaft
  • Düngemittel
  • Pharmazeutische Erzeugnisse
  • Textilien
  • Minerale
  • Petrochemie

Indien:

Der Bilaterale Handel zwischen den USA und Indien hat zugenommen. Anscheinend haben die USA China als größten Handelspartner Indiens abgelöst. Es ist eine Entwicklung, die wahrscheinlich die Neuordnung der Lieferketten bestätigt. Die Welt ist im Wandel und es bieten sich hier für Indien sehr große Chancen die eigene Wirtschaft im globalen Handel strategisch zu positionieren. Die uneingeschränkte Globalisierung, bei der die Effizienz vor der Resilienz und der Verlässlichkeit stand, hat ein Ende gefunden. Das bedeutet nicht das der Welthandel zum versiegen kommt, es wird jedoch auf eine Globalisierung a la Carte hinauslaufen, bei der die erweiterte Anglosphäre eine zentrale Rolle einnehmen wird.

US Beats China to Become India’s Top Trading Partner – Mint

Nicht alles ist schlecht

Die Welt dreht sich weiter und neben dem unendlich negativen Nachrichten Strom gibt es natürlich auch positive Entwicklungen. Heute möchte ich auf einige Entwicklungen in den Abraham Nations, Indopazifik und Deutschland aufmerksam machen, die positiv gewertet werden können. Daneben noch eine interessante Nachricht aus dem Bereich der Archäologie.

Abraham Nations:

Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate haben heute ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung eines zusammenwachsenden Wirtschaftsraums.

UAE, Israel sign historic free trade agreement

Indopazifik:

Die unsichtbare Hand des Hegemons existiert noch immer, trotz dem im Weißen Haus herrschenden Chaos.

https://www.aljazeera.com/news/2022/5/30/china-pacific-islands-fail-to-reach-consensus-on-security-pact

Deutschland:

Es erscheint nur eine nebensächliche Nachricht zu sein, doch ist es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Das De-Coupling ist von Chinas Seite her im vollen Gang und wird sich nicht abschwächen. Sie sehen Deutschland als einen Konkurrenten auf dem Weltmarkt, den sie ausstechen wollen.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/vw-in-china-bundesregierung-lehnt-investitionsgarantie-ab-menschenrechte-a-71be6d36-6b8e-4aed-bb2a-e132c31eb8e9

Vor dem Risiko, welches China für Unternehmen darstellt habe ich schon vor einigen Jahren gewarnt.

Archäologie:

Siedlungsspuren die älter als Gobekli Tepe sind? Anscheinend ist ein solcher Fund geglückt.

https://www.spectator.co.uk/article/does-an-unknown-extraordinarily-ancient-civilisation-lie-buried-under-eastern-turkey-

Positives aus der Welt

Positive Entwicklungen erhalten leider all zu oft nicht die Beachtung die sie eigentlich verdienen. Es folgt ein kurzer Nachrichtenspiegel mit dem Fokus auf den sogenannten Mittleren Osten, Afrika, Indien und dem Agrarsektor.

Abraham Nations:

Annäherung zwischen Israel und Saudi-Arabien, hier entsteht im sogenannten Mittleren Osten eine „Handelsföderation“ welche am Schnittpunkt zwischen Europa, Afrika und Indien liegt.

Saudi Arabia and Israel preparing major diplomatic meeting

Bei dieser neuen „Handelsföderation“ ist auch Griechenland mit von der Partie.

http://wam.ae/en/details/1395303045188

Aber auch andere EU Mitgliedsstaaten werfen einen erneuten Blick auf diese Region.

https://english.aawsat.com/home/article/3659286/jordan-germany-host-middle-east-and-north-africa-europe-future-energy-dialogue

Daneben ist Ägypten ein äußerst wichtiger Energiepartner für Europa und bedeutendes Tor nach Afrika hinein.

https://www.mei.edu/publications/egypts-synergy-between-natural-gas-and-green-energy-transition-cairos-advances-lng-and

In Sachen Energie darf hier natürlich Israel nicht vergessen werden.

https://www.reuters.com/business/energy/israel-renew-offshore-gas-exploration-looks-supply-europe-2022-05-30/

An dieser Stelle kommt die Türkei ins Spiel, da es wahrscheinlich von Ankara Zustimmung abhängig ist, ob eine Pipeline gebaut werden kann, die die Energieressourcen des östlichen Mittelmeerraums mit Europa verbindet. Hierfür könnte es entscheidend sein, ob es zu einer Annäherung zwischen Israel und der Türkei kommt.

Do Visits, Declarations, and Trade Signal a Full Israeli-Turkish Rapprochement?
by Clément Gibon | May 2, 2022

Neben den zwischenstaatlichen Beziehungen und der Energieförderung in der Region kommt es auch in anderen Sektoren zu positiven Entwicklungen.

https://english.alarabiya.net/News/gulf/2022/05/06/Saudi-Arabia-announces-6-billion-investment-in-steel-complex-EV-metals-plant

https://www.thenationalnews.com/weekend/2022/05/06/the-uaes-food-security-strategy-has-made-it-a-global-market-player/

Afrika:

Berlin wird anscheinend immer mehr bewusst, dass es sich verrannt hat. Der größte Zukunftsmarkt liegt wahrscheinlich nicht in China, sondern in Afrika. Vielleicht kommt ein Umsteuern und der Blick schweift mit der EU zusammen über Ägypten und Marokko hinaus, nach Afrika hinein. Staaten deren Eliten nicht mehr nur bestochen werden wollen, sondern wünschen, dass ihre Länder in die Wertschöpfungsketten eingebunden werden und nicht nur die Rolle eines Rohstofflieferanten übernehmen. Eine Entwicklung bei der uns einige Staaten zeitlich voraus sind.

https://www.aa.com.tr/fr/afrique/s%c3%a9n%c3%a9gal-olaf-scholz-arrive-%c3%a0-dakar-dans-le-cadre-d-une-tourn%c3%a9e-africaine/2594750

Indien:

Indien bietet sich als eine mögliche Alternative zu China an. Auch hier sind Japanische Unternehmungen aktiv und fördern so nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung des Subkontinents, sondern auch die zwischenstaatlichen Beziehungen.

https://asia.nikkei.com/Business/Automobiles/Toyota-to-spend-624m-on-EV-production-in-India

Agrarsektor:

Entgegen der landläufigen Meinung geht die genutzte Landwirtschaftliche Fläche weltweit zurück, währenddessen der jährliche Ernteertrag ansteigt.

https://ourworldindata.org/peak-agriculture-land

Energiepolitik: Vom Regen in die Traufe

Es ist frustrierend. Die angestrebte Energiepolitik der EU und Deutschlands ist auf verschiedenen Ebenen höchst problematisch. Fangen wir einfach mal bei der Deutschen Kommunikationsmethodik an und arbeiten uns über die Herkunft der benötigten Materialien und weiteren Vorleistungen für die Erneuerbaren hin zu der reinen Verfügbarkeit der benötigten Metalle.

Die „Friedensenergie“ wie sie jetzt genannt wird, hat nichts aber auch gar nichts mit Frieden zu tun. Schon allein diese Titulierung ist eine üble Kommunikationsmethodik. Wer dagegen spricht kann sofort Mundtot gemacht werden, in dem man ihm in diesem Fall sofort vorwerfen kann, dass der Kritisierende gar keinen Frieden will und damit ein Kriegstreiber sein muss. Solche Formulierungen werden immer gewählt, wenn der Inhalt nur schwer zu verteidigen ist und deshalb keinerlei inhaltliche Diskussion aufkommen darf.

Der nicht friedliche Kampf um die benötigten Rohstoffe ist in Afrika in vollem Gange und wird sich auf dem Globus noch weiter ausbreiten. Auch die Erneuerbaren Energien benötigen Rohstoffe, nicht nur Öl und Gas, sondern eine ganze Menge anderer Elemente, die nicht unendlich vorhanden sind. Hier ist die Lage der Mineral-Lagerstätten noch auf bedeutend weniger Länder konzentriert, als bei den Fossilen Energieträgern, was zukünftig wesentlich ausgeprägtere Konflikte verspricht, als die, die bisher um Öl und Gas geführt wurden.

Es wird wahrscheinlich erneut, aus was für Gründen auch immer, ignoriert woher die Rohstoffe und daraus produzierte Materialien, wie auch die weiteren Vorleistungen kommen.

‚We’re all in trouble‘ | Wind turbine makers selling at a loss and in a ’self-destructive loop‘, bosses admit
[…]Currently, some 85% of the industry’s components are, however, coming from China, he said.
“The energy independence is supported by a supply-chain dependency policy. This a huge risk.”
Blanco was not only referring to rare earths, but said “normal things” such as metallic shafts in turbines, 95% of which are sourced in China.[…] – Quelle: RECHARGE

85% der Vorleistungen, für die in Europa zusammengesetzten Windmühlen kommen aus China. Auch bei den Solarmodulen sieht es nicht besser aus. Die von China bezogenen Vorleistungen sind besonders Energie- und oder Arbeitsintensiv, weswegen sie dorthin ausgelagert wurden. China bietet nicht nur günstige Energie, sondern in Xinjiang auch sehr günstige „Arbeiter“. Viele Berichte / Recherchen deuten daraufhin, dass die dort in den Konzentrationslagern internierten Uighuren als Zwangsarbeiter in der dort angesiedelten Industrie eingesetzt werden.

Ein sehr interessanter Bericht und im Appendix Fussnote 17 findet man die ein oder andere Deutsche Unternehmung die aus Xinjiang Vorleistungen bezieht: ASPI – ‘Re-education’, forced labour and surveillance beyond Xinjiang.https://ad-aspi.s3.ap-southeast-2.amazonaws.com/2021-10/Uyghurs%20for%20sale%2020OCT21.pdf?VersionId=zlRFV8AtLg1ITtRpzBm7ZcfnHKm6Z0Ys

Der Green New Deal ist halt auf Chinas ökonomische und gesellschaftliche Gegebenheiten angewiesen, so wie es der Siemens Chef erst vor kurzem gesagt hatte: „Siemens CEO Roland Busch added his voice last week, telling the Süddeutsche Zeitung that China deserved respect and that banning the import of products from the Xinjiang region would endanger Germany’s green transition.“ – Quelle: GMFUS.ORG

Ich denke, dass das mehr als nur problematisch ist und eine Dunkelrote Flagge im Bereich der Menschenrechte darstellt, die USA bezeichnen die Geschehnisse dort als Genozid. Zu diesem Befund ist auch das Uyghur Tribunal gekommen, welches sich aus hochrangigen Juristen zusammensetzt, zu denen unteranderem Sir Geoffrey zählt.

Sir Geoffrey is Chair of the Tribunal; has been a barrister since 1971, and served as a part time judge in England between 1984 and 2018. Between 1998 and 2006 he led the prosecution of Slobodan Milošević, former President of Serbia, at the UN’s International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia. He was Gresham College Professor of law from 2012-16 and was Chair of the China Tribunal.

Quelle: Uyghur Tribunal – https://uyghurtribunal.com/who-we-are/

Damit ist es nicht unwahrscheinlich, dass der noch verbliebenden Deutschen Reputation enormen Schaden zugefügt wird, sollte dieser Weg weiter gegangen werden. Die Wertschöpfungskette ist wahrscheinlich aufs engste mit den Konzentrationslagern Chinas verzahnt.

Aus der Perspektive der Versorgungssicherheit sieht es auch nicht besser aus. Die starke Abhängigkeit von Russland soll mit einer fast vollkommenen von China ersetzt werden. Das ist ein Widerspruch in sich. Auf der einen Seite erkennen die europäischen Politiker an, dass Russland und China beim zerstören der Internationalen Ordnung aufs engste zusammenarbeiten und auf der anderen Seite fällt ihnen nichts besseres ein als die Energieabhängigkeit von Russland auf China zu verschieben. Ein wahrer Schildbürgerstreich.

Doch nicht nur die Herkunft und der Weg der Wertschöpfungskette sind mehr als nur Problematisch und konterkarieren alle in den vergangenen Wochen getätigten aussagen deutscher und europäischer Politiker, auch die allgemeine Verfügbarkeit von den benötigten Rohstoffen hat seine Grenzen, die wahrscheinlich nicht mit der anvisierten Nachfrage mithalten kann.

Während die Erneuerbaren global immer weiter vorangetrieben wurden, wurde gleichzeitig die benötigte Ausweitung der Förderung der benötigten Elemente durch Regulierungen, NGO´s, etc. behindert. Dadurch wurde in den vergangenen 10 Jahren viel zu wenig im Bergbausektor investiert, was zusätzlichen Preisdruck auslöst, da so die Knappheit der Rohstoffe zugenommen hat. Dieser Preisdruck wird durch die abnehmende Qualität der bisher erschlossenen Lagerstätten noch verstärkt. Es existiert bei vielen Metallen ein strukturelles Defizit zwischen Angebot und Nachfrage, welches nicht in den anvisierten Zeiträumen überwunden werden kann. Die Erschließung neuer Erzlagerstätten benötigt oft mehr als 10 Jahre. Darüber hinaus könnte man auf den Gedanken kommen, dass bisher keinerlei Machbarkeitsstudien für die eingeschlagene Strategie durchgeführt worden sind. Im nachfolgenden Bericht aus dem Jahr 2018 ist man zu der folgenden Erkenntnis gelangt:

The current global supply of several critical metals is insufficient to transition to a renewable energy system. Calculations for the Netherlands show that additional wind turbines and PV panels already require a significant share of the annual global production of some critical metals. Looking at the global scale, scenarios in line with the Paris agreement goals require the global production of some metals to grow at least 12-fold towards 2050, compared to today’s output. Specifically, the demand for neodymium, terbium, indium, dysprosium, and praseodymium stand out. This calculation does not include the demand for these specific metals in other applications, …

Quelle: METAL DEMAND FOR RENEWABLE ELECTRICITY GENERATION IN THE NETHERLANDS
Navigating a complex supply chain – https://www.copper8.com/wp-content/uploads/2018/12/Metal-Demand-for-renewable-electricity-generation-in-the-Netherlands.pdf

In der Arbeit MINES, MINERALS, AND “GREEN” ENERGY: A REALITY CHECK von Mark P. Mills findet sich folgendes, was einem vielleicht hilft die Dimensionen der zu erwartenden Nachfrage besser zu verstehen:

Building wind turbines and solar panels to generate electricity, as well as batteries to fuel electric vehicles, requires, on average, more than 10 times the quantity of materials, compared with building machines using hydrocarbons to deliver the same amount of energy to society.
A single electric car contains more cobalt than 1,000 smartphone batteries; the blades on a single wind turbine have more plastic than 5 million smartphones; and a solar array that can power one data center uses more glass than 50 million phones.
Replacing hydrocarbons with green machines under current plans—never mind aspirations for far greater expansion—will vastly increase the mining of various critical minerals around the world. For example, a single electric car battery weighing 1,000 pounds requires extracting and processing some 500,000 pounds of materials. Averaged over a battery’s life, each mile of driving an electric car “consumes” five pounds of earth. Using an internal combustion engine consumes about 0.2 pounds of liquids per mile.
Oil, natural gas, and coal are needed to produce the concrete, steel, plastics, and purified minerals used to build green machines. The energy equivalent of 100 barrels of oil is used in the processes to fabricate a single battery that can store the equivalent of one barrel of oil.
By 2050, with current plans, the quantity of worn-out solar panels—much of it nonrecyclable—will constitute double the tonnage of all today’s global plastic waste, along with over 3 million tons per year of unrecyclable plastics from worn-out wind turbine blades. By 2030, more than 10 million tons per year of batteries will become garbage. […]
For example, replacing the energy output from a single 100-MW natural gas-fired turbine, itself about the size of a residential house (producing enough electricity for 75,000 homes), requires at least 20 wind turbines, each one about the size of the Washington Monument, occupying some 10 square miles of land.4 […]

Building those wind machines consumes enormous quantities of conventional materials, including concrete, steel, and fiberglass, along with less common materials, including “rare earth” elements such as dysprosium. A World Bank study noted what every mining engineer knows: “[T]echnologies assumed to populate the clean energy shift … are in fact significantly more material intensive in their composition than current traditional fossil-fuel-based energy supply systems.”5
All forms of green energy require roughly comparable quantities of materials in order to build machines that capture nature’s flows: sun, wind, and water. Wind farms come close to matching hydro dams in material consumption, and solar farms outstrip both. In all three cases, the largest share of the tonnage is found in conventional materials like concrete, steel, and glass. Compared with a natural gas power plant, all three require at least 10 times as many total tons mined, moved, and converted into machines to deliver the same quantity of energy (Figure 1). […]
If episodic sources of energy (wind and solar) are to be used to supply power 24/7, even greater quantities of materials will be required. One needs to build additional machines, roughly two to three times as many, in order to produce and store energy when the sun and wind are available, for use at times when they are not. Then there are the additional materials required to build electricity storage. For context, a utility-scale storage system sufficient for the above-noted 100-MW wind farm would entail using at least 10,000 tons of Tesla-class batteries. […]

Quelle: MINES, MINERALS, AND “GREEN” ENERGY: A REALITY CHECK von Mark P. Mills – https://media4.manhattan-institute.org/sites/default/files/mines-minerals-green-energy-reality-checkMM.pdf

Aufgrund dieser Gegebenheiten ist der Grüne Traum, so wie er aktuell geträumt wird, nicht umsetzbar. Der Green New Deal ist wahrscheinlich deshalb vorerst zum scheitern verurteilt.

Da auch bei den Fossilen Energieträgern politische Entscheidungen aus der Vergangenheit das Angebot gemindert haben, wird kurz- bis mittelfristig nichts anderes helfen als folgendem Motto weltweit zu folgen: Dig, Drill … whatever it takes!

Hierfür müssen die richtigen Weichen gestellt werden, was zuerst in den Händen der verantwortlichen Entscheidungsträger der Politik liegt. Dabei muss den Entscheidungsträgern der Energie- und Bergbauunternehmen letztendlich die Sicherheit geboten werden, dass sich ihre Investitionen auch auszahlen können und nicht kurzfristig erneut umgeschwenkt wird oder durch Lawfare torpediert wird.

Europa sitzt auf sehr großen Gasreserven die auch genutzt werden sollten, da Gas noch lange Zeit ein wichtiger Bestandteil des Energiemix sein wird und in anderen Bereichen jenseits der Energiegewinnung Verwendung findet. Nicht nur die Nordsee ist hierbei von Interesse, sondern auch das Mittelmeer (bekannte Lagerstätten befinden sich in den Exclusive Economic Zones der folgenden Staaten: Griechenland, Zypern, Italien, Kroatien, Montenegro, Israel, Libanon, Algerien & Ägypten). Auch die Produktion in Groningen (Niederlande) sollte weiter geführt werden. In Groningen existiert ein Problem für die Anwohner. Sie werden für die Bergbauschäden an ihren Häusern nicht ausreichend oder gar nicht entschädigt, was ihren Widerstand gegen die Gasförderung verständlich macht. Jedoch zeigt es für das Problem direkt einen Lösungsweg auf: Die Anwohner müssen für die auftretenden Bergbauschäden ausreichend entschädigt werden. Hier muss nur der politische Wille bestehen, damit dem europäischen Energie Markt kurzfristig Erleichterung widerfahren kann.

Addendum: Die Anti-Fracking Bewegung ist eine Aktive Maßnahme Russlands gewesen, um so die Energieabhängigkeit Europas von Russland zu betonieren.

Addendum II: Die Möglichkeit des weiterbetriebs der verbliebenen deutschen AKW´s sollte ernsthaft in Erwägung gezogen werden, da auch so die benötigten Gasmengen gemindert werden könnten.

Drohende Nahrungsmittelkrise

Die Welt ist ist in Unordnung geraten, die Internationale Ordnung liegt in Trümmern vor unseren Füßen. Das De-Coupling oder auch die Globalisierung a la Carte, wie sie Herr Harald Malmgren 2014 beschrieben hat, ist für das bloße Auge erkennbar. Durch den Krieg sind nun nicht nur die Lieferketten für Fossile Energien gehemmt, sondern insbesondere auch die für Nahrungsmittel.

Schon zuvor waren diese Lieferketten auf das äußerste gespannt, zum einen durch eine seit 20 Jahren fehlgeleitete Politik, die im Energiebereich wahrscheinlich vom Kreml manipuliert wurde und zum anderen durch die zur Pandemie Bekämpfung ergriffenen Maßnahmen. Während die ungehemmte Globalisierung die Resilienz der Gesellschaften durch eine Art Überoptimierung der Lieferketten und einer damit einhergehenden Monopolisierung unterminiert hat, waren die Maßnahmen zur Pandemie Bekämpfung der Auslöser der jetzt stattfindenden Polysynchronen Fehlerkaskade.

Die Gefahr, die aktuell besteht ist, dass aus kurzfristiger Politischer Opportunität heraus erneut falsche Schritte gegangen werden. Es wäre Fatal, da die Lage äußerst ernst ist. Die Ukraine ist einer der Brotkörbe der Welt. Aufgrund der jetzigen Unterbrechung kann nicht nur ein großer Teil der Ernte des vergangenen Jahres nicht exportiert werden, sondern auch die Pflanzsaison 2022 ist in Gefahr und damit die kommende Ernte.

Es besteht nun leider die Gefahr, dass NGOs und mit ihnen Assoziierte Parteien die Chance sehen, den Verzicht weiter als Allheilmittel zu predigen, ohne zu akzeptieren, wie prekär mittlerweile die Lage bei der Verfügbarkeit von Agrargütern ist.

Damit ist es aller höchste Zeit vorzusorgen, dass die Nahrungsmittellieferketten in Europa nicht unterbrochen werden. Die Versorgungssicherheit muss gegeben sein, wie auch geringe Preise. Die herrschende Inflation ist eine sehr große Belastung für die Bevölkerung, ob nun bei der Energie oder den Nahrungsmitteln, es ist egal, beides ist für die Stabilität der Gesellschaft unumgänglich.

Hierbei kommen nun die Afrikanischen Staaten in den Blickpunkt, da wahrscheinlich dort die Nahrungsmittelkrise am stärksten zuschlagen wird. Ägypten steuert im Moment auf eine Versorgungskrise zu, da sie den Großteil des benötigten Getreides aus der Ukraine und Russland beziehen. Es wäre für Europa äußerst schlecht, da Ägypten eine Art Gatekeeper Afrikas ist. Eine Destabilisierung des Landes wäre wahrscheinlich mit drastischen Folgen verbunden. Ägypten, insgesamt das östliche Mittelmeer, entwickelt sich seit Jahren zu einer Art Gastankstelle für Europa. Darüber hinaus ist es fraglich ob die europäischen Staaten mit einem Flüchtlingstsunami aus Afrika überhaupt zu recht kommen können, ohne selber ernsthaft destabilisiert zu werden. Die zur Verfügung stehenden Ressourcen sind nun mal begrenzt.

Es ist ein Globaler Sturm und Europa steht hier im Mittelpunkt. Deshalb ist es für die Politik höchste Zeit Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen, die auf dem Verfügbaren aufbauen und nicht dem was vielleicht sein könnte. Keine Fancy Pläne die tausende Seiten füllen, jedoch zur akuten Problemlösung nichts beitragen.

Die oberste Priorität muss es sein die Energiesicherheit zu gewährleisten, denn damit geht gleichzeitig die Nahrungsmittelsicherheit einher. Europa hat mittelfristig das Potential sich selbst mit Energie (Gas) versorgen zu können, der Wille dazu muss jedoch gegeben sein. Kurzfristig müssen alle Kraftwerksarten weiter bestehen und deren Versorgung mit Treibstoffen sichergestellt werden. Woher diese bezogen werden können ist das Problem, welches kurzfristig gelöst werden muss. Es ist wahrscheinlich eine Problemlösung bei der man nicht unbedingt wissen will, wie diese Wurst hergestellt wird. Was die Landwirtschaft angeht, sollte „Farm to Fork“ sofort gestoppt werden, da die dort enthaltenen Maßnahmen / Regulierung aller Voraussicht nach zu einer starken Minderung des Landwirtschaftlichen Ertrages führen werden. Zusätzlich müssen sich die Europäischen Länder mit den Ländern der Anglosphäre zusammensetzen, da diese große Agrargüter Exporteure sind. Darüber hinaus sollte öffentlich diskutiert werden, ob es denn wirklich gut sein kann, wenn man weiter auf Grüne Technologien setzt, deren Lieferketten zu fast 100% von der Kommunistischen Partei Chinas abhängig sind. Es wäre unklug sich von Russland Energietechnisch zu trennen, um anschließend zu fast 100% von China abhängig zu sein, nur weil es einem kurzfristigen Jubel der eigenen Klientel einbringt.

Inflation = Knappheit

Deflation = Überfluss

Wähler mögen mittel- bis langfristig keine Knappheit!

Addendum: