Der Treuhänder

Energiepolitik: Vom Regen in die Traufe

Es ist frustrierend. Die angestrebte Energiepolitik der EU und Deutschlands ist auf verschiedenen Ebenen höchst problematisch. Fangen wir einfach mal bei der Deutschen Kommunikationsmethodik an und arbeiten uns über die Herkunft der benötigten Materialien und weiteren Vorleistungen für die Erneuerbaren hin zu der reinen Verfügbarkeit der benötigten Metalle.

Die „Friedensenergie“ wie sie jetzt genannt wird, hat nichts aber auch gar nichts mit Frieden zu tun. Schon allein diese Titulierung ist eine üble Kommunikationsmethodik. Wer dagegen spricht kann sofort Mundtot gemacht werden, in dem man ihm in diesem Fall sofort vorwerfen kann, dass der Kritisierende gar keinen Frieden will und damit ein Kriegstreiber sein muss. Solche Formulierungen werden immer gewählt, wenn der Inhalt nur schwer zu verteidigen ist und deshalb keinerlei inhaltliche Diskussion aufkommen darf.

Der nicht friedliche Kampf um die benötigten Rohstoffe ist in Afrika in vollem Gange und wird sich auf dem Globus noch weiter ausbreiten. Auch die Erneuerbaren Energien benötigen Rohstoffe, nicht nur Öl und Gas, sondern eine ganze Menge anderer Elemente, die nicht unendlich vorhanden sind. Hier ist die Lage der Mineral-Lagerstätten noch auf bedeutend weniger Länder konzentriert, als bei den Fossilen Energieträgern, was zukünftig wesentlich ausgeprägtere Konflikte verspricht, als die, die bisher um Öl und Gas geführt wurden.

Es wird wahrscheinlich erneut, aus was für Gründen auch immer, ignoriert woher die Rohstoffe und daraus produzierte Materialien, wie auch die weiteren Vorleistungen kommen.

‚We’re all in trouble‘ | Wind turbine makers selling at a loss and in a ’self-destructive loop‘, bosses admit
[…]Currently, some 85% of the industry’s components are, however, coming from China, he said.
“The energy independence is supported by a supply-chain dependency policy. This a huge risk.”
Blanco was not only referring to rare earths, but said “normal things” such as metallic shafts in turbines, 95% of which are sourced in China.[…] – Quelle: RECHARGE

85% der Vorleistungen, für die in Europa zusammengesetzten Windmühlen kommen aus China. Auch bei den Solarmodulen sieht es nicht besser aus. Die von China bezogenen Vorleistungen sind besonders Energie- und oder Arbeitsintensiv, weswegen sie dorthin ausgelagert wurden. China bietet nicht nur günstige Energie, sondern in Xinjiang auch sehr günstige „Arbeiter“. Viele Berichte / Recherchen deuten daraufhin, dass die dort in den Konzentrationslagern internierten Uighuren als Zwangsarbeiter in der dort angesiedelten Industrie eingesetzt werden.

Ein sehr interessanter Bericht und im Appendix Fussnote 17 findet man die ein oder andere Deutsche Unternehmung die aus Xinjiang Vorleistungen bezieht: ASPI – ‘Re-education’, forced labour and surveillance beyond Xinjiang.https://ad-aspi.s3.ap-southeast-2.amazonaws.com/2021-10/Uyghurs%20for%20sale%2020OCT21.pdf?VersionId=zlRFV8AtLg1ITtRpzBm7ZcfnHKm6Z0Ys

Der Green New Deal ist halt auf Chinas ökonomische und gesellschaftliche Gegebenheiten angewiesen, so wie es der Siemens Chef erst vor kurzem gesagt hatte: „Siemens CEO Roland Busch added his voice last week, telling the Süddeutsche Zeitung that China deserved respect and that banning the import of products from the Xinjiang region would endanger Germany’s green transition.“ – Quelle: GMFUS.ORG

Ich denke, dass das mehr als nur problematisch ist und eine Dunkelrote Flagge im Bereich der Menschenrechte darstellt, die USA bezeichnen die Geschehnisse dort als Genozid. Zu diesem Befund ist auch das Uyghur Tribunal gekommen, welches sich aus hochrangigen Juristen zusammensetzt, zu denen unteranderem Sir Geoffrey zählt.

Sir Geoffrey is Chair of the Tribunal; has been a barrister since 1971, and served as a part time judge in England between 1984 and 2018. Between 1998 and 2006 he led the prosecution of Slobodan Milošević, former President of Serbia, at the UN’s International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia. He was Gresham College Professor of law from 2012-16 and was Chair of the China Tribunal.

Quelle: Uyghur Tribunal – https://uyghurtribunal.com/who-we-are/

Damit ist es nicht unwahrscheinlich, dass der noch verbliebenden Deutschen Reputation enormen Schaden zugefügt wird, sollte dieser Weg weiter gegangen werden. Die Wertschöpfungskette ist wahrscheinlich aufs engste mit den Konzentrationslagern Chinas verzahnt.

Aus der Perspektive der Versorgungssicherheit sieht es auch nicht besser aus. Die starke Abhängigkeit von Russland soll mit einer fast vollkommenen von China ersetzt werden. Das ist ein Widerspruch in sich. Auf der einen Seite erkennen die europäischen Politiker an, dass Russland und China beim zerstören der Internationalen Ordnung aufs engste zusammenarbeiten und auf der anderen Seite fällt ihnen nichts besseres ein als die Energieabhängigkeit von Russland auf China zu verschieben. Ein wahrer Schildbürgerstreich.

Doch nicht nur die Herkunft und der Weg der Wertschöpfungskette sind mehr als nur Problematisch und konterkarieren alle in den vergangenen Wochen getätigten aussagen deutscher und europäischer Politiker, auch die allgemeine Verfügbarkeit von den benötigten Rohstoffen hat seine Grenzen, die wahrscheinlich nicht mit der anvisierten Nachfrage mithalten kann.

Während die Erneuerbaren global immer weiter vorangetrieben wurden, wurde gleichzeitig die benötigte Ausweitung der Förderung der benötigten Elemente durch Regulierungen, NGO´s, etc. behindert. Dadurch wurde in den vergangenen 10 Jahren viel zu wenig im Bergbausektor investiert, was zusätzlichen Preisdruck auslöst, da so die Knappheit der Rohstoffe zugenommen hat. Dieser Preisdruck wird durch die abnehmende Qualität der bisher erschlossenen Lagerstätten noch verstärkt. Es existiert bei vielen Metallen ein strukturelles Defizit zwischen Angebot und Nachfrage, welches nicht in den anvisierten Zeiträumen überwunden werden kann. Die Erschließung neuer Erzlagerstätten benötigt oft mehr als 10 Jahre. Darüber hinaus könnte man auf den Gedanken kommen, dass bisher keinerlei Machbarkeitsstudien für die eingeschlagene Strategie durchgeführt worden sind. Im nachfolgenden Bericht aus dem Jahr 2018 ist man zu der folgenden Erkenntnis gelangt:

The current global supply of several critical metals is insufficient to transition to a renewable energy system. Calculations for the Netherlands show that additional wind turbines and PV panels already require a significant share of the annual global production of some critical metals. Looking at the global scale, scenarios in line with the Paris agreement goals require the global production of some metals to grow at least 12-fold towards 2050, compared to today’s output. Specifically, the demand for neodymium, terbium, indium, dysprosium, and praseodymium stand out. This calculation does not include the demand for these specific metals in other applications, …

Quelle: METAL DEMAND FOR RENEWABLE ELECTRICITY GENERATION IN THE NETHERLANDS
Navigating a complex supply chain – https://www.copper8.com/wp-content/uploads/2018/12/Metal-Demand-for-renewable-electricity-generation-in-the-Netherlands.pdf

In der Arbeit MINES, MINERALS, AND “GREEN” ENERGY: A REALITY CHECK von Mark P. Mills findet sich folgendes, was einem vielleicht hilft die Dimensionen der zu erwartenden Nachfrage besser zu verstehen:

Building wind turbines and solar panels to generate electricity, as well as batteries to fuel electric vehicles, requires, on average, more than 10 times the quantity of materials, compared with building machines using hydrocarbons to deliver the same amount of energy to society.
A single electric car contains more cobalt than 1,000 smartphone batteries; the blades on a single wind turbine have more plastic than 5 million smartphones; and a solar array that can power one data center uses more glass than 50 million phones.
Replacing hydrocarbons with green machines under current plans—never mind aspirations for far greater expansion—will vastly increase the mining of various critical minerals around the world. For example, a single electric car battery weighing 1,000 pounds requires extracting and processing some 500,000 pounds of materials. Averaged over a battery’s life, each mile of driving an electric car “consumes” five pounds of earth. Using an internal combustion engine consumes about 0.2 pounds of liquids per mile.
Oil, natural gas, and coal are needed to produce the concrete, steel, plastics, and purified minerals used to build green machines. The energy equivalent of 100 barrels of oil is used in the processes to fabricate a single battery that can store the equivalent of one barrel of oil.
By 2050, with current plans, the quantity of worn-out solar panels—much of it nonrecyclable—will constitute double the tonnage of all today’s global plastic waste, along with over 3 million tons per year of unrecyclable plastics from worn-out wind turbine blades. By 2030, more than 10 million tons per year of batteries will become garbage. […]
For example, replacing the energy output from a single 100-MW natural gas-fired turbine, itself about the size of a residential house (producing enough electricity for 75,000 homes), requires at least 20 wind turbines, each one about the size of the Washington Monument, occupying some 10 square miles of land.4 […]

Building those wind machines consumes enormous quantities of conventional materials, including concrete, steel, and fiberglass, along with less common materials, including “rare earth” elements such as dysprosium. A World Bank study noted what every mining engineer knows: “[T]echnologies assumed to populate the clean energy shift … are in fact significantly more material intensive in their composition than current traditional fossil-fuel-based energy supply systems.”5
All forms of green energy require roughly comparable quantities of materials in order to build machines that capture nature’s flows: sun, wind, and water. Wind farms come close to matching hydro dams in material consumption, and solar farms outstrip both. In all three cases, the largest share of the tonnage is found in conventional materials like concrete, steel, and glass. Compared with a natural gas power plant, all three require at least 10 times as many total tons mined, moved, and converted into machines to deliver the same quantity of energy (Figure 1). […]
If episodic sources of energy (wind and solar) are to be used to supply power 24/7, even greater quantities of materials will be required. One needs to build additional machines, roughly two to three times as many, in order to produce and store energy when the sun and wind are available, for use at times when they are not. Then there are the additional materials required to build electricity storage. For context, a utility-scale storage system sufficient for the above-noted 100-MW wind farm would entail using at least 10,000 tons of Tesla-class batteries. […]

Quelle: MINES, MINERALS, AND “GREEN” ENERGY: A REALITY CHECK von Mark P. Mills – https://media4.manhattan-institute.org/sites/default/files/mines-minerals-green-energy-reality-checkMM.pdf

Aufgrund dieser Gegebenheiten ist der Grüne Traum, so wie er aktuell geträumt wird, nicht umsetzbar. Der Green New Deal ist wahrscheinlich deshalb vorerst zum scheitern verurteilt.

Da auch bei den Fossilen Energieträgern politische Entscheidungen aus der Vergangenheit das Angebot gemindert haben, wird kurz- bis mittelfristig nichts anderes helfen als folgendem Motto weltweit zu folgen: Dig, Drill … whatever it takes!

Hierfür müssen die richtigen Weichen gestellt werden, was zuerst in den Händen der verantwortlichen Entscheidungsträger der Politik liegt. Dabei muss den Entscheidungsträgern der Energie- und Bergbauunternehmen letztendlich die Sicherheit geboten werden, dass sich ihre Investitionen auch auszahlen können und nicht kurzfristig erneut umgeschwenkt wird oder durch Lawfare torpediert wird.

Europa sitzt auf sehr großen Gasreserven die auch genutzt werden sollten, da Gas noch lange Zeit ein wichtiger Bestandteil des Energiemix sein wird und in anderen Bereichen jenseits der Energiegewinnung Verwendung findet. Nicht nur die Nordsee ist hierbei von Interesse, sondern auch das Mittelmeer (bekannte Lagerstätten befinden sich in den Exclusive Economic Zones der folgenden Staaten: Griechenland, Zypern, Italien, Kroatien, Montenegro, Israel, Libanon, Algerien & Ägypten). Auch die Produktion in Groningen (Niederlande) sollte weiter geführt werden. In Groningen existiert ein Problem für die Anwohner. Sie werden für die Bergbauschäden an ihren Häusern nicht ausreichend oder gar nicht entschädigt, was ihren Widerstand gegen die Gasförderung verständlich macht. Jedoch zeigt es für das Problem direkt einen Lösungsweg auf: Die Anwohner müssen für die auftretenden Bergbauschäden ausreichend entschädigt werden. Hier muss nur der politische Wille bestehen, damit dem europäischen Energie Markt kurzfristig Erleichterung widerfahren kann.

Addendum: Die Anti-Fracking Bewegung ist eine Aktive Maßnahme Russlands gewesen, um so die Energieabhängigkeit Europas von Russland zu betonieren.

Addendum II: Die Möglichkeit des weiterbetriebs der verbliebenen deutschen AKW´s sollte ernsthaft in Erwägung gezogen werden, da auch so die benötigten Gasmengen gemindert werden könnten.

Drohende Nahrungsmittelkrise

Die Welt ist ist in Unordnung geraten, die Internationale Ordnung liegt in Trümmern vor unseren Füßen. Das De-Coupling oder auch die Globalisierung a la Carte, wie sie Herr Harald Malmgren 2014 beschrieben hat, ist für das bloße Auge erkennbar. Durch den Krieg sind nun nicht nur die Lieferketten für Fossile Energien gehemmt, sondern insbesondere auch die für Nahrungsmittel.

Schon zuvor waren diese Lieferketten auf das äußerste gespannt, zum einen durch eine seit 20 Jahren fehlgeleitete Politik, die im Energiebereich wahrscheinlich vom Kreml manipuliert wurde und zum anderen durch die zur Pandemie Bekämpfung ergriffenen Maßnahmen. Während die ungehemmte Globalisierung die Resilienz der Gesellschaften durch eine Art Überoptimierung der Lieferketten und einer damit einhergehenden Monopolisierung unterminiert hat, waren die Maßnahmen zur Pandemie Bekämpfung der Auslöser der jetzt stattfindenden Polysynchronen Fehlerkaskade.

Die Gefahr, die aktuell besteht ist, dass aus kurzfristiger Politischer Opportunität heraus erneut falsche Schritte gegangen werden. Es wäre Fatal, da die Lage äußerst ernst ist. Die Ukraine ist einer der Brotkörbe der Welt. Aufgrund der jetzigen Unterbrechung kann nicht nur ein großer Teil der Ernte des vergangenen Jahres nicht exportiert werden, sondern auch die Pflanzsaison 2022 ist in Gefahr und damit die kommende Ernte.

Es besteht nun leider die Gefahr, dass NGOs und mit ihnen Assoziierte Parteien die Chance sehen, den Verzicht weiter als Allheilmittel zu predigen, ohne zu akzeptieren, wie prekär mittlerweile die Lage bei der Verfügbarkeit von Agrargütern ist.

Damit ist es aller höchste Zeit vorzusorgen, dass die Nahrungsmittellieferketten in Europa nicht unterbrochen werden. Die Versorgungssicherheit muss gegeben sein, wie auch geringe Preise. Die herrschende Inflation ist eine sehr große Belastung für die Bevölkerung, ob nun bei der Energie oder den Nahrungsmitteln, es ist egal, beides ist für die Stabilität der Gesellschaft unumgänglich.

Hierbei kommen nun die Afrikanischen Staaten in den Blickpunkt, da wahrscheinlich dort die Nahrungsmittelkrise am stärksten zuschlagen wird. Ägypten steuert im Moment auf eine Versorgungskrise zu, da sie den Großteil des benötigten Getreides aus der Ukraine und Russland beziehen. Es wäre für Europa äußerst schlecht, da Ägypten eine Art Gatekeeper Afrikas ist. Eine Destabilisierung des Landes wäre wahrscheinlich mit drastischen Folgen verbunden. Ägypten, insgesamt das östliche Mittelmeer, entwickelt sich seit Jahren zu einer Art Gastankstelle für Europa. Darüber hinaus ist es fraglich ob die europäischen Staaten mit einem Flüchtlingstsunami aus Afrika überhaupt zu recht kommen können, ohne selber ernsthaft destabilisiert zu werden. Die zur Verfügung stehenden Ressourcen sind nun mal begrenzt.

Es ist ein Globaler Sturm und Europa steht hier im Mittelpunkt. Deshalb ist es für die Politik höchste Zeit Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen, die auf dem Verfügbaren aufbauen und nicht dem was vielleicht sein könnte. Keine Fancy Pläne die tausende Seiten füllen, jedoch zur akuten Problemlösung nichts beitragen.

Die oberste Priorität muss es sein die Energiesicherheit zu gewährleisten, denn damit geht gleichzeitig die Nahrungsmittelsicherheit einher. Europa hat mittelfristig das Potential sich selbst mit Energie (Gas) versorgen zu können, der Wille dazu muss jedoch gegeben sein. Kurzfristig müssen alle Kraftwerksarten weiter bestehen und deren Versorgung mit Treibstoffen sichergestellt werden. Woher diese bezogen werden können ist das Problem, welches kurzfristig gelöst werden muss. Es ist wahrscheinlich eine Problemlösung bei der man nicht unbedingt wissen will, wie diese Wurst hergestellt wird. Was die Landwirtschaft angeht, sollte „Farm to Fork“ sofort gestoppt werden, da die dort enthaltenen Maßnahmen / Regulierung aller Voraussicht nach zu einer starken Minderung des Landwirtschaftlichen Ertrages führen werden. Zusätzlich müssen sich die Europäischen Länder mit den Ländern der Anglosphäre zusammensetzen, da diese große Agrargüter Exporteure sind. Darüber hinaus sollte öffentlich diskutiert werden, ob es denn wirklich gut sein kann, wenn man weiter auf Grüne Technologien setzt, deren Lieferketten zu fast 100% von der Kommunistischen Partei Chinas abhängig sind. Es wäre unklug sich von Russland Energietechnisch zu trennen, um anschließend zu fast 100% von China abhängig zu sein, nur weil es einem kurzfristigen Jubel der eigenen Klientel einbringt.

Inflation = Knappheit

Deflation = Überfluss

Wähler mögen mittel- bis langfristig keine Knappheit!

Addendum:

Renewables aus der Perspektive der Nationalen Sicherheitsinteressen

Die Idee auf 100% Renewables zu wechseln klingt für den uninteressierten Beobachter erst einmal ganz gut und einleuchtend, ja logisch. Doch nähert man sich dem Bereich der Erneuerbaren Energien aus der Perspektive der Sicherheitsinteressen an, dann kommen in mir Zweifel auf ob die Zeitenwende wirklich in den Köpfen der Entscheidungsträger angekommen ist. Die sogenannten Renewables haben ein zwei Probleme im Hinblick auf die Nationale Sicherheit:

  1. Die Lieferkette ist auf China ausgerichtet. Beijing hält hier eine monopolartige Stellung. Hier tauscht man einen unangenehmen Geschäftspartner mit einem anderen aus, der immer wieder eindeutig sagt, dass es sein Ziel ist, die westlichen Gesellschaften zu vernichten, da nur so die Kommunistische Partei Chinas dauerhaft überleben kann.
  2. Naturkatastrophen die nicht unwahrscheinlich sind, können nun mal die Sonneneinstrahlung für mehrere Jahre mindern. Einen Staubschleier über die Erde legen, so wie es in der Vergangenheit immer wieder geschehen ist. Gas-, Öl- und Nuklearenergie funktionieren in so einem Fall weiter, da sie nicht so stark von Naturphänomenen beeinflusst werden können. Das Argument mit Batteriespeichern trifft hier auf praktische Hürden. Wir können nicht für mehrere Jahre ausreichend Energie speichern. Da die Erneuerbaren vom Wetter abhängig sind, sind sie damit kein dezentrales sondern eine zentralisiertes Energiesystem, dass von einem Faktor abhängig ist den wir nicht kontrollieren können, dem Wetter.
  3. Sie sind dezentral gelegen aber alle vernetzt. Diese Vernetzung erfolgt jedoch nicht über eigene sichere Leitungen, sodass das Stromnetz nicht vom Internet isoliert ist und damit äußerst einfach angegriffen werden kann. Es ist wahrscheinlich nicht möglich Wind- und Solaranlagen so zu schützen wie ein AKW, Physisch wie Cyber. Was am Internet angeschlossen ist, ist angreifbar. Das Imperativ der Zero Trust Umgebung die wir schon vor Jahren betreten haben bedeutet, dass Stromnetze vom Internet isoliert sein müssen.
  4. Offshore Anlagen schmeißen einen Radarschatten, der von einem feindlich gesinnten Staat bei einem Erstschlag als Angriffsvektor genutzt werden kann.

Deshalb denke ich, dass der Grüne – Traum seinen Endpunkt gefunden hat. Es ist ein Konstrukt, das auf einem Linearen Verlauf der Geschichte aufbaut und deshalb äußerst fragil ist. Das angedachte System ist nicht so designt, wie wir früher unsere Infrastruktur aufgebaut haben. Die war redundant und auf wesentlich mehr als 100% ausgelegt. Das jetzt angestrebte System ist über optimiert, monopolartig organisiert und damit extrem anfällig für unvorhergesehene Veränderungen. Es widerspricht in der angedachten Form dem Imperativ der permanenten Versorgungssicherheit.

Soweit einmal mit den Gedanken zu der Grünen Technologie aus der Perspektive der Nationalen Sicherheit heraus. In den schon zuvor veröffentlichen Investmentthesen bin ich auf den anderen Knackpunkt eingegangen, die Knappheit der zur Verfügung stehenden Rohstoffe und deren Herkunft.

BIP, Produktivität, Input und die im Preis enthaltene Information

Beim Bruttoinlandsprodukt wird der Output eines Landes innerhalb eines definierten Zeitraumes gemessen. Verändert sich das BIP so kann das folgende Ursachen haben, die gleichzeitig existieren können:

  1. Die Produktivität nimmt zu oder ab. Eine solche Entwicklung führt dazu, dass mehr / weniger Güter innerhalb des gleichen Zeitraumes produziert werden, was dazu führt das mehr / weniger Verteilt und Umverteilt werden kann.
  2. Der Input nimmt zu oder ab.

Wenn also der Input zu nimmt bei gleichbleibender Produktivität, dann erhöht sich das BIP. Sollte die Produktivität selbst auch zulegen so verstärkt sich der Wachstumseffekt. Wenn jedoch die Produktivität abnimmt bei steigenden Input, kann es dazu kommen, dass das BIP sogar schrumpft. Das BIP Wachstum ist meist eine Mischung aus Entwicklungen bei der Produktivität und dem Input.

Ob die Produktivität zu oder abnimmt hängt damit zusammen, wie der Input eingesetzt wird. Die Natur der Investition, der Ressourcen Verwendung, ist hierbei ausschlaggebend. Wird zum Beispiel dem Militär überdurchschnittlich viel an knappen Ressourcen zur Verfügung gestellt, so fehlen die knappen Ressourcen innerhalb der Gesellschaft an anderer Stelle, an der sie vielleicht die Produktivität hätten erhöhen können. Das liegt daran, dass für den Unterhalt des Militärs Steuern erhoben werden müssen und Personen dem Arbeitsmarkt entzogen werden. Das Geld was die Bürger an Steuern abgeben müssen, kann von ihnen nicht mehr Anderweitig verwendet werden, wie auch die potentielle Arbeitskraft der angeworbenen Soldaten / Personen an anderer Stelle fehlt. Auch Regulierungen können dazu führen, dass knappe Ressourcen in wirtschaftlich unsinnige Dinge investiert werden müssen bzw. umgeleitet werden, sodass diese woanders fehlen und damit Produktivitätssteigernde Aktivitäten ausbleiben.

Diese Verteilung und Umverteilung von knappen Ressourcen ist ein abwägen, dass nicht nur jeden Staat betrifft sondern jegliche Organisationen ob Unternehmerischer Natur oder anderer. Der Unterschied hierbei ist, setzt eine Unternehmung oder ein Verein die zur Verfügung stehenden begrenzten Mittel verantwortungslos ein, dann scheidet diese Organisation mit der Zeit aus, ohne dass für die Gesellschaft schwerwiegende Folgen zu befürchten sind. Betrifft die Verteilung und Umverteilung nun jedoch die gesamte Gesellschaft sind die Folgen von Missmanagement und falsch gesetzten Prioritäten wesentlich gravierender.

Das von der Menschheit entwickelte Verhaltensmuster zur wirtschaftlichen Interaktion basiert auf dezentral organisierten Personen und Gruppen / Organisationen. Diese wirtschaftlichen Agenten beziehen ihre Information über die Verfügbarkeit von Gütern durch den Preis der jeweiligen Güter. Der Preis eines Gutes selbst beinhaltet die Information ob es knapp ist oder im Überfluss vorhanden ist. Wird die Preisfindung durch Staatliche Maßnahmen ausgehebelt so geht die Information verloren und die wirtschaftlichen Aktivitäten können nicht an die sich ständig verändernde Lage angeglichen werden.

Deshalb ist es immer gefährlich, wenn der Staat und dessen Vertreter versuchen diesen Prozess der Verteilung und Umverteilung im Kleinsten zu managen. Diese Aufgabe ist zu umfangreich und zu komplex, als dass sie effizient zentral dirigiert werden kann.

Der immer weiter ausufernde Versuch den Einsatz knapper Ressourcen im Kleinen zu managen ist wahrscheinlich einer der Gründe warum das BIP der EU seit 2008 stagniert.

BIP 1998 – 2020 EU vs. USA – Quelle: Weltbank

Oil unumgänglich in der Batterieproduktion

Die Gerüchte über das Ende der Oil & Gas Industrie sind verfrüht. Unsere Gesellschaft besteht erstaunlicherweise zu einem Großteil aus Produkten der Oil & Gas Industrie. Ob Kleidung, Kunststoffe, Kunstdünger, Medikamente oder Hygieneartikel, sie alle enthalten Bestandteile von Oil oder Gas. Auch die Batterien die genutzt und in die große Hoffnungen gesteckt werden benötigen in ihrem Herstellungsprozess Oil.

Laut argus benötigt eine Batterie mit der Speicherkapazität von 1 GWh 1200 Tonnen Anoden Material. Jede Tonne Anoden Material benötigt selbst wiederum 2 Tonnen sogenannte Petcoke, auch bekannt als Petroleum Coke / Petroleumkoks. Die benötigte Qualität wird needle und ultra-low-sulphur coke genannt.

Das Petcoke wird bei dem sogenannten Cracking Prozess, welcher in den Raffinerien stattfindet, gewonnen. Von dem so raffinierten Oil bleiben ca. 15% als Petcoke über (Quelle: McKinsey). Das bedeutet, dass für eine Tonne Petcoke ca. 6 Tonnen Oil verarbeitet werden müssen.

Die globale Produktionskapazität für Batterien liegt im Moment bei ca. 747 GWh pro Jahr. Das bedeutet, dass die Batterieproduktion aktuell, wenn sie zu 100% ausgelastet ist, ca. 76 Millionen Barrel Oil pro Jahr verbraucht. Sollte die Kapazitätsentwicklung den Planungen folgen und im Jahr 2025 2492 GWh erreichen, dann würde der Industriezweig 256 Millionen Barrel Oil im Jahr benötigen. Das ist im Vergleich zur globalen Produktion nicht viel, in etwa 1/4 der Jahresproduktion von Chevron, doch soll das Jahr 2025 nicht dass Ende der Entwicklung sein. Für die darauf folgenden Jahre sind die Ambitionen noch höher gesteckt.

Ich denke dieses Beispiel zeigt sehr gut auf, dass die Nachfrage nach Oil & Gas weiter bestehen wird, egal welchen Weg die Welt einschlagen wird. Vielleicht wird sie stagnieren, doch ist es wahrscheinlicher, dass die Globale Nachfrage viele Jahre weiter ansteigen wird bevor sie ein Plateau erreicht hat auf dem sie dann stagnieren wird.

Die Batterie Industrie ist jedoch nicht allein mit ihrem Hunger nach Anoden Material, auch Metallschmelzen benötigen diese. Damit steht die Batterie Produktion in direkter Konkurrenz mit der Aluminium und Stahlindustrie, die selber Petcoke für ihre Anoden benötigen. Es wäre kein Problem, wäre das Angebot nicht schon jetzt sehr begrenzt. Besonders der Umstand, dass nur 2-3% der globalen Petcoke Produktion needle grade Qualität erreicht stellt eine Hürde dar.

Es wird viele Jahre in Anspruch nehmen, um die entsprechenden Kapazitäten zu erweitern. Insgesamt besteht die Gefahr, dass Kurz- bis Mittelfristig die Produktion, also das Angebot nicht mit der Nachfrage mithalten kann und es damit zu Knappheit kommt. Das bedeutet das nicht nur Lithium, Aluminium, Zink, Kupfer und Nickel knapp sind (Angebot kleiner Nachfrage), sondern wahrscheinlich zukünftig auch die Verfügbarkeit von Petcoke nicht garantiert werden kann. So etwas wirkt solang Preistreibend bis ein neues Gleichgewicht gefunden wird. Entweder das Angebot kann irgendwann mit der Nachfrage mithalten oder ein Teil der Nachfrage wird vernichtet (Unternehmen werden durch den Preis zur Aufgabe gezwungen oder finden Alternativen die sich zuvor wirtschaftlich nicht gelohnt haben).

Addendum: Die im Allgemeinen steigenden Metallpreise werden sich in den Kalkulationen der Batteriehersteller bemerkbar machen. Ein Umstand der zusammen mit den stark gestiegenen Strompreisen innerhalb Europas die ein oder andere Standortkalkulation über den Haufen werfen könnte. Der Preisdruck auf die herstellende Industrie im Ganzen wird wahrscheinlich weiter zunehmen da nicht nur Batterieproduzenten, Grüne Technologien, Metallschmelzen, Stahlindustrie und die Autoindustrie auf die knappen Rohstoffe angewiesen sind. Aufgrund des im Rohstoffsektors seit vielen Jahren anhaltende Investitionsstau wird der Preisdruck wahrscheinlich mittel- bis langfristig anhalten, da der Aufbau von neuen Bergwerken sehr viele Jahre in Anspruch nimmt.

Dig, Drill …. Whatever it Takes!

Ausblick 2022

Das Jahr 2021 liegt hinter uns, das neue Jahr hat gerade begonnen. Zeit für einen kurz gefassten Ausblick auf das Jahr 2022.

Lieferketten

  • weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen China und der westl. Welt, da die KPCh das sogenannte De-Coupling vorantreibt
  • dadurch anhaltender Zusammenbruch der Lieferketten
  • steigende Inputpreise bei den Unternehmen, welche natürlich an den Konsumenten weitergereicht werden müssen; Umsatz minus Kosten gleich Gewinn!
  • weiter anhaltende Knappheit / Engpässe / nicht Verfügbarkeit bei wichtigen Metallen (Aluminium, Magnesium, Zink, Cobalt, Lithium, etc.)
  • weiterhin erhöhte Energiepreise /-knappheit
  • dadurch steigenden Düngemittelpreise /-knappheit
  • damit weiter steigende Nahrungsmittelpreise /-knappheit
  • was zu höheren Lohnforderungen führt
  • was zu allgemein steigenden Preisen führt
  • und damit zu einer weiter anhaltende Inflation (Knappheit) => Nachfrage Zerstörung trifft auf Aufbau neuer Kapazitäten => führt zu Stagflation welche wahrscheinlich im 2.HJ 2022 in manchen Sektoren einsetzen wird
  • Infolge der Inflation kann es in Europa zu Preiskontrollen kommen. Auch in den USA besteht dieses Risiko. Es würde langfristig zu einer Verschärfung der Inflation führen, da die Angebotsseite nach und nach ihre Tätigkeit einstellen muss, womit natürlich die Knappheit gefördert wird. Umsatz minus Kosten gleich Gewinn!
  • Rückführung, Ausbau bzw. weitere Integration in die Wertschöpfungsketten der G6 in folgenden Ländern ex G6: Baltische Staaten, Polen, Rumänien, Griechenland, Israel, Saudi Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Indien, Marokko und Ägypten (India’s Arabian-Mediterranean Corridor to Europe & Africa-to-Europe commercial corridors; Prof. Michaël Tanchum); damit fortschreiten der Globalisierung a la Carte (Harald Malmgren)

Konflikte

  • Moskau wird den Druck auf Europa via Montenegro und Bosnien Herzegowina erhöhen, mit dem Ziel die EU und NATO weiter zu destabilisieren, um so die beanspruchte Einflusszone bis an die Oder-Neiße Grenze realisieren zu können. Für die ehemaligen Staaten des Warschauer-Pakts ist diese Entwicklung eine Existenzielle Bedrohung, weshalb es auch um das Überleben der EU und der europäischen Sicherheitsstruktur im Allgemeinen geht. Ein Umstand der in Berlin, Paris, Brüssel leider auf taube Ohren trifft und die Regierung Biden überfordert. Auch dürfen die Russischen Aktivitäten in Afrika nicht übersehen werden.
  • Konflikte in Afrika werden wahrscheinlich aufgrund der Rohstoffjagd und dem Rangeln um den Marktzugang zunehmen. Hier treffen die Interessen vieler Staaten aufeinander. Dazu zählen unteranderem USA, Russland, China, Türkei, Frankreich, Großbritannien, Italien, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi Arabien, Israel, Indien und Japan.
  • Neben dem Konflikt um Europa und die Afrikanischen Ressourcen brodelt es zwischen China und seinen Nachbarstaaten. Die tibetanische Hochebene ist Die Wasserversorgungquelle für ca. 60% der Menschheit. Wer die Hochebene dominiert, der hat die Kontrolle über die Wasserversorgung von China, Pakistan, Indien, Myanmar, Thailand, Laos & Kambodscha. Weshalb ein Konflikt zwischen Indien und China möglich ist. Ob Beijing wiederum einen Konflikt mit Taiwan vom Zaun brechen wird ist ungewiss. Ein militärischer Konflikt ist nicht unmöglich aber äußerst unwahrscheinlich aufgrund der geographischen Lage Taiwans.
  • Im Allgemeinen wird das Ringen um die Globale Dominanz zwischen den USA und der Chinesisch-Russischen Arbeitsgruppe (DragonBear, Velina Tchakarova) wahrscheinlich zu vielen Stellvertreter-Konflikten in 2022 und darüber hinaus führen.
  • Ein in der westlichen Öffentlichkeit übersehener Konflikt ist der sich verschärfender Machtkampf innerhalb der KPCh, Clan Xi vs. Clan Deng, Xi vs. Eliten von Guangdong & Shanghai – Hinweise darauf findet man in den Parteizeitungen (z.B. wer wird wie oft genannt). Das Jahr 2022 könnte ein recht spannendes Jahr für China und insbesondere Xi Jinping werden.
  • Durch die anhaltenden Spannungen und Konflikte ist weiterhin eine gute Auftragslage im Rüstungssektor zu erwarten.

USA

  • der weltweite Trend der Zinsanhebungen wird fortbestehen und wahrscheinlich auch die USA ergreifen. Wie stark die Zinsen angehoben werden ist vom Kongress abhängig. Da in den USA 2022 Wahlkampf herrscht, ist jedoch vorerst mit keiner allzu starken Anhebung zu rechnen.
  • Weil die Demokraten die von der Regierung Trump geerbte Aktienblase weiter geführt haben, kann man erwarten, dass diese bis zu den Kongress- und Senatswahlen im November 2022 weiter geführt wird. Das bedeutet nicht automatisch, dass es in den Quartalen zuvor nicht zu einer erhöhten Volatilität kommen kann, jedoch sollte der aktuelle Aufwärtstrend anhalten. Die Demokraten werden sicherlich versuchen Teile des BBB Gesetzes zu verabschieden. Dafür benötigt es Druck auf die Senatoren und das bedeutet oft zeitlich begrenzt fallende Kurse.
  • Aufgrund der Census Veränderungen, dem Abrutschen der Demokraten in das Radikal Progressive und dem miserablen Agieren der Regierung Biden kann man davon ausgehen, dass die Republikaner Kongress und Senat zurückerobern werden.
  • In Folge des Wahlkampfes werden die Big-Techs wahrscheinlich zum Ziel von Angriffen. GOP wird wahrscheinlich über den Vektor Meinungsfreiheit angreifen und die Demokraten via Kartellrecht. Auch die Beziehungen zwischen den Big-Techs und der KPCh sollten dann ein Thema sein. Diese Entwicklung wird sich wahrscheinlich nach den Midterms verschärfen und zu Kongress Anhörungen führen.

Die im vergangenen Jahr veröffentlichten Investment Thesen haben weiterhin ihre Gültigkeit. Soweit mit dem Kurzausblick.

p.s.: Das Thema Wuhan Virus / COVID wird wahrscheinlich 2022 in den Hintergrund treten, darauf deutet ein sich veränderndes Wording hin.

In diesem Sinne ein frohes neues & erfolgreiches Jahr 2022.

Positives aus der Welt

Agrar Sektor in Indien:

Liberalisierung des Agrarmarktes in Indien – Quelle: https://asia.nikkei.com/Politics/Indian-government-to-scrap-contentious-farm-laws

Mittlerer Osten:

Oman sieht die Chance am neuen alten Handelsknoten partizipieren zu können. Hier geht es um die Handelsroute und Wertschöpfungskette zwischen Europa und Indien, bei der die Abraham Nations die zentrale Schnittstelle darstellen. – Quelle: https://english.aawsat.com/home/article/3318881/oman%E2%80%99s-asyad-seeks-offers-interest-expanding-suwaiq-port

Zwischen Jordanien und Israel kam es zu einem wichtigen Übereinkommen, welches darauf hindeutet, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten vertiefen wird.

Litauen:

Eröffnung der Taiwanesischen Vertretung in Litauen. – Quelle:

9 Axiome der Realen Ökonomie

Die Reale Ökonomie, wie ich sie nennen will, wurde von @Ektrit auf Twitter unter der Namensgebung #krisonomics formuliert. Um selbst ein besseres Verständnis zu erlangen werde ich die Axiome der Realen Ökonomie in diesem Beitrag wiedergeben. Manche der folgenden Punkte habe ich in vorhergehenden Blogposts schon einmal näher beleuchtet, sodass ich mich hier nur auf deren Zusammenführung beschränken möchte. Erst in noch erscheinenden Beiträgen werde ich die bisher ausstehenden Punkte näher erörtern. Zusätzlich möchte ich anmerken, dass die folgende Auflistung der Axiome nicht vollständig ist und mit der Zeit erst noch komplettiert werden muss.

  1. Geld = Handelsungleichgewicht
  2. Gewinn = Umsatz – Kosten
  3. Inflation = Knappheit an Gütern
  4. Deflation = Überangebot an Gütern
  5. Der Preis eines Gutes ist ein Signal
  6. Damit etwas produziert werden kann müssen zwei Dinge gleichzeitig existieren a) der Wille zur Arbeit und b) die Bereitstellung von Produktionsmitteln! Beides beruht auf Freiwilligkeit und kann nicht erzwungen werden.
  7. Nur dort wo Güter produziert werden, können diese verteilt und umverteilt werden.
  8. Wieviel innerhalb einer Gesellschaft verteilt und umverteilt werden kann ist definiert durch die Produktion von Gütern pro Stunde.
  9. Die Produktion von Gütern pro Stunde steht im direkten Zusammenhang mit der beständig und kostengünstig zur Verfügung stehenden Energie.

Zur Namensgebung:

Aufgrund der Mängel die die seit Jahren praktizierte Ökonomie hat denke ich, dass es wichtig ist sich zu den Model basierten Wirtschaftswissenschaften abzugrenzen. Die Modellastigen Wirtschaftswissenschaften sind in meinen Augen mit der Zeit durch Partikularinteressen korrumpiert worden und nur all zu oft wird die Analyse am persönlichen Wunsch oder dem des Auftraggebers orientiert. Deshalb denke ich, dass die Abgrenzung wichtig und die Namensgebung passend ist.

Vorausgegangene Blogposts:

Zu guter Letzt möchte ich Sie liebe Leser dazu ermuntern in den Kommentaren eigene Gedanken dazu zu äußern und vielleicht Ergänzungen zu formulieren.

Was bedeutet Wohlstand?

Was bedeutet Wohlstand für eine Gesellschaft? Dieser Frage möchte ich hier kurz nachgehen und denke, dass es wohl das Beste ist, zuerst einmal zu definieren was denn eine Wohlstandsgesellschaft ausmacht.

Eine Wohlstandsgesellschaft existiert,

  • wenn die große Mehrheit der Mitglieder einer Gesellschaft beim Einkauf von Grundnahrungsmitteln nicht jeden Cent zweimal umdrehen muss.
  • wenn die Mehrheit der Bürger nicht darüber nachdenken muss wie und oder ob die Energie Rechnung am Ende des Monats bezahlt werden kann.

Wohlstand herrscht, wenn eine Gesellschaft in einem Materiellen Überfluss lebt. Der Überfluss wiederum steigt mit der zur Verfügung stehenden Energie. Auf diese Schlussfolgerung kann man kommen, wenn man sich die Entwicklung der verschiedenen Länder der Erde anschaut. Arme Länder sind besonders durch Energiearmut gekennzeichnet.

  • Wohlstand ist Überfluss, Armut ist Knappheit. Beides wird definiert durch den Output per Hour einer Volkswirtschaft.
  • Die Produktion von Gütern pro Stunde steht im direkten Zusammenhang mit der beständig kostengünstig zur Verfügung stehenden Energie.
  • Nur dort wo etwas produziert wird, kann auch etwas verteilt werden.
  • Fällt also der Output innerhalb eines definierten Zeitraums, so kann weniger, nicht mehr verteilt werden. Dieser Umstand kann nicht durch Geld gelöst werden, sondern nur durch Produktivitätssteigerungen.

Steigt der Output per Hour so kann innerhalb einer Gesellschaft mehr verteilt und umverteilt werden. Sinkt dieser hat das schnell dramatische Auswirkungen auf eine Gesellschaft. Die Auswirkungen einer sinkenden Produktion von Gütern pro Stunde sind wesentlich gravierender, als wenn die Produktion von Gütern pro Stunde zunimmt. Damit sollte einem auch klar sein, dass Geld an sich keinen Wohlstand darstellt. Kann also zum Beispiel pro Stunde nur ein Gut hergestellt werden, so kann auch nur eines verteilt werden, egal wieviel Geld vorhanden ist.

  • Geld kann nicht konsumiert werden!
  • Der Preis eines Gutes ist ein Signal!
  • Steigt der Preis eines Gutes, ist das ein Signal, dass die Verfügbarkeit des Gutes abnimmt, nicht zunimmt! Es bedeutet Knappheit, welche sich zuerst darin manifestiert, dass sich die Bürger weniger leisten können. Der Überfluss nimmt ab und damit der Wohlstand einer Gesellschaft.

Positive Entwicklungen im Mittleren Osten

Chaos ist eine Leiter. Das seit 2020 herrschende Chaos verdeckt das Licht. Die positiven Entwicklungen werden so nicht wahrgenommen, doch sie existieren. Neben dem Wahlausgang in Israel und der damit einhergehenden Regierungsbeteiligung der Israelischen Araber ist noch etwas wesentlich bedeutenderes geschehen. Im Mittleren Osten geschah etwas, was kaum für möglich gehalten wurde und noch vielerorts ignoriert wird. Mit den Abraham Accords kam der Startschuss zur Normalisierung der Verhältnisse zwischen den Arabischen Staaten und Israel.

Timeline der Normalisierungsabkommen:

  • August 2020: Übereinkunft und Vertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabsichen Emiraten und Bahrain. Hinter der Namensgebung Abraham Accords stehen die folgenden zwei Verträge: Israel – United Arab Emriates normalization agreement & Bahrain – Israel normalization agreement.
  • Oktober 2020: Israel – Sudan normalization agreement
  • Dezember 2020: Israel Morocco normalization agreement

Was noch fehlt ist ein offizielles Abkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien. Ein Hindernis für Saudi-Arabien wird wahrscheinlich die Innenpolitik sein. Weder der Saudische Staat, noch das Königshaus sind ein Monolith, sondern es existieren Fraktionen mit unterschiedlichen Interessen, die gegeneinander abgewogen werden müssen. Zusätzlich kam hier die US Präsidentschaftswahl dazwischen und es kann davon ausgegangen werden, dass die aktuelle US Regierung Biden einer Normalisierung der Beziehungen entgegensteht. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich der Wunsch der Regierung Biden die Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien mit der Palästinenser Frage zu verknüpfen.

In meinen Augen ist es ein recht naiver Wunsch, da Hamas und Fatah bisher keinen Willen zeigen für Frieden zu Sorgen, er würde wohl auch ihren eigenen Interessen entgegenstehen. Der Großteil der zur Verfügung gestellten Internationalen Geldmittel fließt Jahr für Jahr in ihre Raketen Arsenale und nicht in die Verbesserung der Lebensumstände im Gazastreifen oder dem Westjordanland. Weder Hamas noch Fatah haben ein Interesse an einem friedlichen Verhältnis mit Israel, da sie so ihre eigene Macht- und Wirtschaftsstellung unterminieren würden.

Egal wie, die bisher getroffenen Übereinkünfte haben eine neue Dynamik in der Region entfacht, sodass neue alte Handelswege ermöglicht werden. Der Handel zwischen den Arabischen Staaten und Israel wird so gefördert. Eine Entwicklung die sich schon jetzt in den Statistiken zeigt. Auch wird es offensichtlich das Israel, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ein ernsthaftes Interesse daran haben einen neuen alten Handelsknotenpunkt zwischen Indien und Europa zu errichten. Sollte dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein, es wäre die Rückkehr eines alten Handelsknoten, der schon zuvor über Jahrhunderte eine Schnittstelle zwischen dem Mittelmeerraum und der Indopazifik-Region war.

Eine solche Entwicklung fällt nicht einfach so vom Himmel, sondern man kann davon ausgehen, dass diese Ausrichtung schon seit Jahren vorbereitet wird und es wahrscheinlich ein Bestandteil der Globalisierung a la Carte ist. Bei dieser Neuausrichtung spielt auf der europäischen Seite Griechenland eine bedeutende Rolle, was dem Land neue Perspektiven verschafft. Griechenland hat gute Karten eine Schnittstelle zwischen Europa, insbesondere den 3SI Staaten und dem Mittleren Osten wie auch hin zu Afrika (Europe-Mediterranean-Africa Commercial Connectivity) zu sein. Für Griechenland wird es entscheidend sein, nicht nur ein Transitland zu sein, sondern in die Wertschöpfungsketten eingebunden zu werden. Tiefergehende Einsichten bietet die Analyse „India’s Arab-Mediterranean Corridor: A Paradigm Shift in Strategic Connectivity to Europe“ von Michaël Tanchum.

Neben dieser positiven Aussicht ist auch noch eine weitere Entwicklung in der Region zu beobachten. Israel wird über die Arab Pipeline Syrien und Libanon mit Gas versorgen. Auch dieses ist eine äußerst positive Entwicklung, denn so kann wahrscheinlich der Iranische Einfluss auf Syrien und den Libanon eingedämmt werden. Es wäre für die Stabilität der Region äußerst förderlich.

Insgesamt kann man feststellen, dass sich der Mittlere Osten im Wandel befindet. Dieser Wandel birgt Chancen die von Investoren genutzt werden können.