Der Treuhänder

Der Weg in das Lieferketten Chaos

Was führte zu dem Chaos, dessen wir aktuell Zeuge werden können? Dieser Frage möchte ich hier in kurzer Form nachgehen. Ich denke eine historische Betrachtung ist hier entscheidend, da nicht ein Ereignis, sondern eine Vielzahl von Ereignissträngen dazu führte, dass sich die Wirtschaft des Westens nun im Chaos befindet.

  • Formulierung der Affluent Society (John Kenneth Galbraith, 1958): Es ist egal Wo und Wie Etwas produziert wird, da das Problem des Reichtums gelöst sei. Alle anderen Probleme werden schon von den Konzernen gelöst.
  • Auf Basis dieser falschen Erkenntnis, folgte die Globalisierung, welche politisch gewollt war. Damit ging dann auch das Outsourcing einher. Ein Umstand der im Westen positiv gesehen wurde, da so Industriezweige in andere Länder verlagert werden konnten, die die größte Umweltverschmutzung verursachten. Es war innenpolitisch opportun und die Industrie hatte bestimmt auch nichts dagegen einzuwenden, da sie so a) günstig ihr Image aufbessern konnte und b) teure gegen billige Arbeitsplätze tauschen konnte.
  • Über die Zeit erfolgte eine Konzentration der Produktionsstätten in wenigen Ländern, wichtige Vorleistungen werden mittlerweile vornehmlich in China produziert. Diese fast Monopolisierung der Lieferketten führte dazu, dass eine kleine Unterbrechung an der richtigen Stelle kaskadenhafte Auswirkungen haben kann. Die Resilienz der Wirtschaft und Gesellschaft nahm dadurch ab.
  • Der Fall der Mauer und der darauffolgende Zusammenbruch der Sowjetunion beschleunigten nochmals den Trend der Globalisierung und die Frage des Wo und Wie wurden vollends vergessen. Die Monopolisierung vieler Wirtschaftsbereiche schritt nun schneller voran, womit die Fragilität des schnell anwachsenden Sandhaufens weiter erhöht wurde. Auch die Aufnahme Chinas in die WTO hat nicht zu einer Stabilisierung beigetragen, da sie sich meistens nicht an die Regeln halten bzw. diese geschickt umgehen. Das damit zusammenhängende Preisdumping führte über die Zeit dazu, dass die Globale Konkurrenz verdrängt wurde / wird.
  • Das Quantitative Easing 1 – 3 als Antwort auf die Große Finanzkrise hatte ungewollte Auswirkungen. Es steht entgegen dem Natürlichen Verhalten des Menschen. Sind die Zinsen zu gering, so wird die Überproduktion nach und nach eingestellt, dass führt dann zu einer Knappheit an Waren und Dienstleistungen (vgl. dazu die verschiedenen Aufsätze von Walter Bagehot & Claude Frédéric Bastiat).
  • Die Machtübernahme Xi Jinpings und die damit eintretende Veränderung im Verhalten der CCP.
  • Handelsembargo China gegenüber dem Westen, da sie wahrscheinlich nicht genügend Zinsen auf ihre Exportüberschüsse erhalten. Sie fühlen sich wohl betrogen bzw. wollen nicht gegen „Glasperlen“ Exportieren. Hier spielen viele Faktoren mit hinein, wahrscheinlich auch die vorherrschende Ideologie. Die CCP ist eine Marxistisch-Leninistische Partei.
  • Präsident Trump Antwortete auf das destruktive Verhalten der CCP mit Handelsschranken, wie z.B. Zöllen, was diesen Lieferketten Krieg (Namensschöpfung by (Twitter)@ektrit) beschleunigt hatte. Das Planlose handeln hat die Lage innerhalb der Lieferketten verschärft.
  • Die angeordneten Maßnahmen der Regierungen Weltweit im „Kampf“ gegen die Pandemie plus die Grauzohnen Taktiken der CCP gegenüber dem Westen brachten schlussendlich den riesigen Sandhaufen ins rutschen. Grauzohnen Taktiken sind in diesem Fall z.B. Behinderung des Internationalen Handels unter dem Deckmantel von Energieknappheit, Marine Manöver im Südchinesischen Meer, sporadisch auftretendes Phänomen das nur chinesische Handelsschiffe in ihren weltweiten Hafenanlagen abgefertigt werden, Cyberkriegsführung gegen die westliche Logistik Industrie und Infrastruktur, usw.
  • Präsident Biden hat offensichtlich auch keinen Plan und behält die Politik Trumps bei. Diese Politik war und ist leider der Zweite Schritt vor dem Ersten.
  • China setzt die über Jahrzehnte entstandenen Lieferketten als eine asymmetrisch wirkende Waffe gegen den gesamten Westen ein, um so den eigenen Zielen näher zu kommen.

Der chaotische Zusammenbruch der Lieferketten muss unterbunden und die Entflechtung muss von den involvierten Seiten zusammen aktiv gemanagt werden. Ob dieses offen erklärt wird oder hinter verschlossenen Türen vonstatten geht ist egal. Das Ziel wäre es die von beiden Seiten gewollte Entflechtung geordnet zu vollziehen. Dafür wird ein Plan benötigt und die Umsetzung braucht sehr viel Zeit. Die Alternative dazu wäre ein kompletter Zusammenbruch der Lieferketten, was zwangsläufig in einen weltumspannenden Krieg führen würde. Wenn Waren die Ländergrenzen nicht überschreiten können, dann werden es die Soldaten tun.

De-Coupling – Mehr als nur ein Buzzword

Das De-Coupling und damit das Ende der alten Form der Globalisierung schreitet voran. Es ist die Reaktion der westlichen Welt auf das destruktive Verhalten Chinas. Sei es ihr Drang jegliche Technologien stehlen zu wollen, Internationale Verträge zu ignorieren, ihre seit Jahren angewandte Grauzonen Taktiken, egal diese Liste ist außerordentlich lang. Diese Entwicklung nahm zwischen 2009 und 2012 ihren Anfang und hat sich seitdem Jahr für Jahr beschleunigt. Im Jahr 2014 hat Herr Harald Malmgren einen Aufsatz auf Second Line of Defense (SLDinfo.com) veröffentlicht mit dem viel sagenden Titel „The Return of Economic Nationalism: Shaping the Next Phase of “Globalization” À la Carte“1. In diesem Aufsatz geht er auf die Probleme ein, mit denen sich die Entwickelten und Entwickelnden Staaten dieser Welt in folge der Großen Finanzkrise konfrontiert sehen und die daraus entstehenden Implikationen. Ein interessanter Twist ist hierbei, dass Hören Sagen zufolge der US Kongress und das Pentagon im Jahr 2014 das destruktive Verhalten der Kommunistischen Partei Chinas anerkannt und mit einem eigenen Plan zum teilweise Auftrennen der Lieferketten geantwortet haben.

Dieser Trend des De-Couplings wurde durch die Pandemie sehr stark beschleunigt, doch schon zuvor kam es immer wieder zu Unterbrechungen der Lieferketten. Die Lage ist infolge des „Tit for Tat“ zwischen den USA, Australien, Japan, Kanada, Indien und einigen Europäischen Ländern auf der einen Seite und China auf der anderen immer Volatiler geworden. Mittlerweile versucht die Kommunistische Partei Chinas den USA und ihren Alliierten aktiv Schaden zuzufügen. Dabei greift die Partei auf ihre Grauzonen Taktiken zurück, zu denen Cyberangriffe gehören, Politische Kriegsführung, wirtschaftliche Erpressungsversuche, absichtliche Behinderung der Schifffahrt im Südchinesischen Meer aber auch der Versuch sich Territorien von Nachbarstaaten einzuverleiben.

Vielen Staaten und Unternehmen ist die delikate Lage in der sie sich befinden bewusst. Einige westliche Staaten haben ihre Wirtschaft und die damit verbunden Lieferketten so eng mit China verwoben, dass sie die Causa am liebsten ignorieren würden. Doch ist zu vermuten, dass die öffentlich gezeigte Zurückhaltung und stellenweise Ignoranz ein Teil des Theaters darstellt, um so Zeit zu gewinnen, damit die Lieferketten, ohne komplett im Chaos zu versinken, neu geordnet werden können. Das sich an dieser Stelle etwas bewegt darauf deuten einige Entwicklungen hin.

  • Die Demokratische Republick Kongo wie auch Angola scheinen den Einfluss der Kommunistischen Partei Chinas zurück drängen zu wollen.2 3
  • Australien, Indien und Japan arbeiten an der Umgestaltung ihrer Lieferketten.4
  • In Indonesien scheint es so als wäre ein Rohstoffinvestment der Kommunistischen Partei Chinas gescheitert. 5
  • Auch in Deutschland geschieht offensichtlich etwas bei der Rückholung der Lieferketten, ohne dass es an die Große Glocke gehangen wird.6
  • Wie Janes berichtet ist auch Airbus seit längerem dabei dabei die Produktion China frei zu gestalten. The image released on 14 June shows the main fuselage of an H175 partway through assembly at a facility in France that has been built “entirely free of any elements sourced from China”, according to Airbus The company went on to note that this has been achieved “as the result of a project that has been underway for the past five years capitalising on European aerostructures capability” 7 Das Airbus schon vor 5 Jahren mit der Umgestaltung begonnen hat bestätigt das Gerücht das der Plan des De-Couplings / Globalisierung a la Carte schon seit längerem verfolgt wird.
  • Das Thema Chips wird nicht nur in Deutschland angegangen, sondern auch Japan und die USA sind an neuen Werken interessiert und umwerben dafür unter anderem TSMC.8 9
  • Zusätzlich zu den bisher aufgezählten Entwicklungen mehren sich die Rückschläge für Beijing bei ihrem Versuch eine eigene Einflusssphäre zu erschaffen. Telefonica Espana lässt Huawei fallen und setzt zukünftig auf Nokia und Eriksson10. Italien schwenkt von der Belt and Road Initiative ab, was die Handlungsoptionen der KP im Mittelmeerraum einschränken wird und die dort von ihnen getätigten Investitionen entwertet. Darüber hinaus scheint auch Saudi-Arabien den Wink des Hegemons verstanden zu haben und lässt die Investitionen Beijings in den Pakistanischen Hafen Gwadar stranden. Sie werden in Karachi investieren11, was den Wert der bisher getätigten chinesischen Investitionen mindert und die Erfolgsaussichten für den China Pakistan Economic Corridor verringert.

Die hier getätigte Auflistung ist nicht komplett doch gibt sie eine gute Übersicht darüber wie sich die Lage entwickelt. Kurzum der Hegemon ordnet die Anglosphäre und die mit dieser assoziierten Staaten neu an, um so den kommenden Herausforderungen besser gewachsen zu sein. Dieser Prozess wird viel Zeit in Anspruch nehmen, sodass man davon ausgehen kann, dass sich die Neuordnung wahrscheinlich auf mehr als 15 Jahre erstrecken wird und dabei stellenweise sehr volatil verlaufen wird.

1Harald Malmgren; Second Line of Defense; 2014: https://sldinfo.com/2014/12/the-return-of-economic-nationalism-shaping-the-next-phase-of-globalization-a-la-carte/

2Angola: João Lourenço puts his stamp on Luanda’s diplomacy (theafricareport.com)

3DR Congo’s president says he will renegotiate mining contracts – The Citizen

4Australia, Japan, India set up supply chain group (argusmedia.com)

5China, Indonesia $2.5 billion copper deal falls apart – Asia Times

6Bosch: https://www.bosch.de/unser-unternehmen/bosch-in-deutschland/dresden/

7Janes.com: https://www.janes.com/defence-news/news-detail/airbus-goes-on-offensive-over-too-chinese-h175-offering-for-uk

8Taiwan’s TSMC to set up US$186 million R&D center in Japan: https://www.taiwannews.com.tw/en/news/4124664

9Chipmaker TSMC eyeing expansion of planned Arizona plant -sources: https://www.reuters.com/technology/chipmaker-tsmc-eyeing-expansion-planned-arizona-plant-sources-2021-05-04/#:~:text=TSMC%2C%20the%20world’s%20largest%20contract,supply%20chains%20back%20from%20China.

10Telefonica Espana to ditch Huawei in favour of Ericsson and Nokia, report says (commsupdate.com)

11Trending news: Saudi Arabia gives a blow to China in Pakistan, will not build oil refinery in Gwadar – Hindustan News Hub

Was sich hinter der Maske verbirgt – China ungeschminkt

Die Organe der Kommunistischen Partei Chinas nutzen die Naivität vieler Bürger und Politiker in Europa aus. Mit ihren Narrativen bedienen sie nur allzu gern schon bestehende Annahmen. Eines ihrer Ziele ist es ihr Prestige zu mehren. Ja die Kommunistische Partei Chinas hat ein Prestige Ranking der einzelnen Staaten dieser Welt entwickelt. Ein anderes Ziel ist es die Offene-Demokratische Gesellschaftsordnung der Westlichen Staaten zu zersetzen. Geschickt lancierte Formulierungen , die schon vorhandene Annahmen bedienen, verhindern allzu oft eine realistische Wahrnehmung von dem was China unter Kommunistischer Herrschaft darstellt.

Die Maske fällt, Chinas Handlungen anhand von Beispielen / Quellen.

Uiguren / Xinjiang / Minderheiten

  • China Cables – Süddeutsche Zeitung
  • Uyghurs for sale – ASPI, von Vicky Xiuzhong Xu, Danielle Cave, Dr James Leibold, Kelsey Munro, Nathan Ruser
  • China Tribunal – Ausschuss Mitglieder: Sir Geoffrey Nice QC (Chair), Prof Martin Elliott, Andrew Khoo, Regina Paulose, Shadi Sadr, Nicholas Vetch, Prof Arthur Waldron – Organ Harvesting findet in einem horrenden Ausmaß statt

Spionage, Unterwanderung und Zersetzung

Militärische Agressionen

Wolf Warrior Diplomatie

Wirtschaft

Der Chinesische Staat, unter der Herrschaft der Kommunistischen Partei, ist auf der Weltbühne ein äußerst destruktiv wirkender Akteur.

Die Kommunistische Partei will die bestehende Internationale Ordnung stürzen. Sie sehen in den westlichen Staaten den Feind. Diesen brauchen sie auch, schon allein zum Machterhalt der Partei. Wie John Garnaut dargestellt hat, stellt das Sprichwort „Du stirbst, ich lebe“ einen Zentralen Bestandteil des Macht Verständnis der Kommunistischen Partei Chinas dar.

Schließen möchte ich die Aufzählung mit der Feststellung des China Tribunals:

„However, this much can be said and it is, again, no pleasure for the Tribunal to be saying it not least because it may be an observation long overdue from responsible governments. In the wonderful, diverse, cultured land of China where, today, the PRC and the CCP may be involved in many more areas of life than is the case in some other countries, any who interact in any substantial way with the PRC including:
• Doctors and medical institutions;
• Industry, and businesses, most specifically airlines, travel companies, financial services businesses, law firms and pharmaceutical and insurance companies together with individual tourists,
• Educational establishments;
• Arts establishments
should now recognise that they are, to the extent revealed above, interacting with a criminal state.“

Der Immerwährende Kampf

The permanent Struggle wie er wiederholt von Generalsekretär Xi Jinping genannt wird, ist eine Technik um die Kontrolle in einem Staatsapparat zu halten. Diese Technik des immerwährenden Kampfes gegen einen unsichtbaren aber allgegenwärtigen Feind wurde unter Stalin aufs brutalste umgesetzt. Der damit erzielte „Erfolg“ der Regime Stabilisierung wurde von Mao erkannt und nachgeahmt. In dieser Tradition steht nun auch der Generalsekretär Xi Jinping.

Die Utopie muss warten

Der immerwährende Kampf zeichnet sich dadurch aus, dass die versprochene Utopie noch nicht erreicht werden kann, weil sie von inneren und äußeren Feinden bedroht wird. Erst wenn diese vernichtet sind, wird die versprochene Utopie in ihrer vollen Pracht eintreten können, doch bis dahin muss sie aufgeschoben werden. Der unsichtbare allgegenwärtige Feind ist es, der die Utopie bedroht. Ein unsichtbarer allgegenwärtige Feind hat viele Vorteile, wenn es das Ziel ist die eigene Macht zu erhalten.

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Rede des US Justizminister William P. Barr zur China-Politik

Die Rede des Justizministers William P. Barr verfolgte die gleiche Linie wie schon zuvor die von National Security Advisor Robert O´Brien und FBI Direktors Chris Wray. Von der wirtschaftlichen Seite her war sie jedoch die bisher spannendste. Bevor hier jedoch auf den Inhalt eingegangen werden soll, muss die Symbolik hervorgehoben werden. Justizminister Barr hielt seine Rede im Präsident Gerald R Ford Museum. Der Ort ist deshalb von Bedeutung, da Präsident Ford die unter Präsident Nixon eingeleitete Wiederannäherung fortgeführt hatte. Dieser Kreis schließt sich nun.

Wie FBI Direktor Wray und NSC O´Brien unterscheidet auch der Justizminister eindeutig zwischen dem chinesischen Volk und der Kommunistischen Partei.

The CCP rules with an iron fist over one of the great ancient civilizations of the world. It seeks to leverage the immense power, productivity, and ingenuity of the Chinese people to overthrow the rules-based international system and to make the world safe for dictatorship.

Attorney General William P. Barr Delivers Remarks on China Policy at the Gerald R. Ford Presidential Museumhttps://www.justice.gov/opa/speech/attorney-general-william-p-barr-delivers-remarks-china-policy-gerald-r-ford-presidential

Schon bei der Rede von FBI Direktor Wray hatte sich der Ton verschärft, da er die Regierung Chinas als feindlich beschrieben hatte. In diesem Bereich bewegt sich auch Herr Barr, wenn er sagt:

I hope these speeches will inspire the American people to reevaluate their relationship with China, so long as it continues to be ruled by the Communist Party.
….
The People’s Republic of China is now engaged in an economic blitzkrieg—an aggressive, orchestrated, whole-ofgovernment (indeed, whole-of-society) campaign to seize the commanding heights of the global economy and to surpass the United States as the world’s preeminent superpower.

Attorney General William P. Barr Delivers Remarks on China Policy at the Gerald R. Ford Presidential Museum

Ich finde es interessant, was Herr Barr mit dem Satz „.., so long as it continues to be ruled by the Communist Party.“ andeutet. Es ist ein weiterer Hinweis, dass die USA es unteranderem als Ideologischen Kampf ansehen. Dazu schrieb ich im Artikel über die Rede von NSC Robert O´Brien:

Insgesamt kann anhand der Rede davon ausgegangen werden, dass die US Regierung, Kongress und Senat wahrscheinlich die Ideologischen Fragen als die große Herausforderung sehen werden. Eine logische Antwort, da die Kommunistische Partei diese Frage zuerst gestellt hat. Zusätzlich ist es ein Feld in dem die USA asymmetrische Vorteile gegenüber China haben. Auch kann davon ausgegangen werden, dass diese Maoistisch-Leninistische Ideologie im Endeffekt das negative, destruktive Verhalten der Partei gegenüber der Internationalen Staatengemeinschaft befeuert.

Aufklärung über Chinas Ziele und deren Spionagetätigkeit

In der weiteren Rede wurden zuerst die Ziele der Kommunistischen Partei und ihrer Organe beschrieben, wie zum Beispiel Made in China 2025. Hierbei sollten Deutschland und Europa besonders hinhören, denn China setzt für den heimischen Markt Quoten, die die Deutschen und Europäischen Industrien wie Robotik, Maschinenbau, Telekommunikation aussperren werden. Ein weiterer eindeutiger Beweis, dass China unter der Herrschaft der Kommunistischen Partei gegen die WTO Regeln verstößt.

Im Anschluss beschreibt er die Gefahr, die von den Handlungen der Kommunistischen Partei Chinas und mit ihr verbundenen Organisationen und Personen ausgeht. Er hebt immer wieder die Spionagetätigkeiten hervor, die ein bisher kaum gekanntes Ausmaß angenommen haben.

Chinas Versuch Handelsrouten und kritische Infrastruktur in Afrika, Europa, Asien und im Pazifik zu dominieren wird in dieser Rede ebenso wenig verschwiegen, wie auch der Versuch mit haltlosen Forderungen weite Teile des Südchinesischen Meeres sich einzuverleiben. Auch die Dominanz in wichtigen Sektoren, wie Seltene Erden, Medizintechnik & Pharmazeutische Industrie und die damit einhergehende Abhängigkeit kommen zur Sprache.

Wie schon in den vorherigen Reden erwähnte auch Herr Barr, dass der praktizierte Ansatz Wandel durch Handel gescheitert ist.

Although Americans hoped that trade and investment would liberalize China’s political system, the fundamental character of the regime has never changed. As its ruthless crackdown of Hong Kong demonstrates once again, China is no closer to democracy today than it was in 1989 when tanks confronted pro-democracy protesters in Tiananmen Square.

Attorney General William P. Barr Delivers Remarks on China Policy at the Gerald R. Ford Presidential Museum

US Unternehmen als Komplizen der Kommunistischen Partei

Im weiteren Verlauf der Rede schwenkte der Fokus auf US Amerikanische Unternehmen, welche willfährig der Kommunistischen Diktatur bei der Erreichung ihrer Ziele zur Seite stehen. Jede Unternehmung, die in dieser Rede genannt wurde sollte die Beziehungen zu China überdenken. Es ist eine Warnung, dass dieses Verhalten nicht mehr tolerabel ist. In diesem Zusammenhang wurde Hollywood und Disney häufig genannt aber auch Apple, Google, Microsoft, Yahoo und Cisco wurden erwähnt.

Meanwhile, the company announced that it would be transferring some of its iCloud data to servers in China, despite concerns that the move would give the CCP easier access to e-mails, text messages, and other user information stored in the cloud.

But if Disney and other American corporations continue to bow to Beijing, they risk undermining both their own future competitiveness and prosperity, as well as the classical liberal order that has allowed them to thrive.

Attorney General William P. Barr Delivers Remarks on China Policy at the Gerald R. Ford Presidential Museum

Zusätzlich zu den Risiken der Kooperation mit China, welche nicht China ändert, sondern die Staaten, Organisationen, Unternehmen und Personen die dieses versuchen, sprach der US Justizmister auch über die negative Einflussnahme der Kommunistischen Partei Chinas an den US Universitäten. Diese erfolgt dort unteranderem durch die Konfuzius Institute. Ein Phänomen welches in allen Ländern beobachtet werden kann in denen die Konfuzius Institute tätig sind.

Fazit

Erneut wurde das negative, zersetzende Verhalten Chinas erklärt. Es ist wahrscheinlich die Vorbereitung der US Bevölkerung aber auch der Alliierten, dass weitreichende Veränderungen und Maßnahmen erfolgen werden. Hier wird eine zukünftig erfolgende Politik gegenüber China begründet, damit handelt es sich bei den vier Reden um etwas von Historischer Bedeutung.

Insgesamt kann man die Rede in Richtung US Unternehmen folgendermaßen verstehen. Der Primat der Politik ist zurück und er fordert Gefolgschaft. Die Staatenlosen Multinationalen Unternehmungen werden wahrscheinlich schwinden und einer eher an der Politik des Heimatlandes und dessen Zielen orientierten Ausrichtung platz machen müssen.

In a globalized world, American corporations and universities alike may view themselves as global citizens, rather than American institutions. But they should remember that what allowed them to succeed in the first place was the American free enterprise system, the rule of law, and the security afforded by America’s economic, technological, and military strength.

Attorney General William P. Barr Delivers Remarks on China Policy at the Gerald R. Ford Presidential Museum

Die gesamt Message der Rede lautet, dass die Freie Welt zusammenstehen muss, um das Vorhaben der Kommunistischen Partei Chinas, die Welt für Diktaturen sicher zu machen, zu verhindern. Dabei kommt es darauf an, dass Staaten, Unternehmen, die gesamte Zivilgesellschaft sich gegenseitig unterstützen, da der Angriff Chinas auf allen Ebenen erfolgt.

Chinas Spionage Tätigkeiten – Rede von FBI Direktor Christopher Wray

FBI Direktor Herr Christopher Wray hielt gestern am 07.07.2020 eine Rede, in der er auf die chinesischen Spionage Tätigkeiten innerhalb der USA eingegangen ist. Die Rede ist die Zweite in einer ganzen Reihe, bei denen sich hochrangige Regierungsmitglieder und Behörden Vertreter zu dem Verhalten von China geäußert haben und noch werden. Die Erste Rede wurde von dem Nationalen Sicherheitsberater Herr O´Brien am 26.06.2020 gehalten. Wie es von einem FBI Direktor zu erwarten war, lag der Fokus der Rede auf den chinesischen Spionage Tätigkeiten, deren Umfang und welche Gefahr von ihnen ausgeht.

Was schon bei Herrn O´Brien aufgefallen ist, nämlich dass die USA genau zwischen chinesischer Bevölkerung und Kommunistischer Partei unterscheiden, wurde von FBI Direktor Herr Wray nochmals explizit hervorgehoben. Deshalb wurden bei der folgenden Analyse die Anzahl der Nennungen der Kommunistischen Partei Chinas und ihrer Organe nicht berücksichtigt.

But before I go on, let me be clear: This is not about the Chinese people, and it’s certainly not about Chinese Americans. Every year, the United States welcomes more than 100,000 Chinese students and researchers into this country. For generations, people have journeyed from China to the United States to secure the blessings of liberty for themselves and their families— and our society is better for their contributions. So, when I speak of the threat from China, I mean the government of China and the Chinese Communist Party.

FBI Director Christopher Wray, The Threat Posed by the Chinese Government and the Chinese Communist Party to the Economic and National Security of the United States – https://www.fbi.gov/news/speeches/the-threat-posed-by-the-chinese-government-and-the-chinese-communist-party-to-the-economic-and-national-security-of-the-united-states

Fokus der Rede

Wie schon der Titel seiner Rede vermuten lässt dreht sich alles um die Gefahr welche die chinesischen Aktivitäten für die Amerikanische Wirtschaft, die Bürger und die Nationale Sicherheit darstellen. Herr Wray geht, wie schon zuvor Herr O´Brien, sachlich auf die Vorkommnisse rund um Chinas Verhalten ein. Dabei fielen 77 mal Wörter, welche mit einem destruktiven Verhalten assoziiert sind. Eines das besonders auffällt, ist das Wort „hostile“ gewesen. Es kommt nicht häufig vor, das eine Regierung „feindlich“ genannt wird. Der genaue Wortlaut:

In our modern world, there is perhaps no more ominous prospect than a hostile foreign government’s ability to compromise our country’s infrastructure and devices.

FBI Director Christopher Wray, The Threat Posed by the Chinese Government and the Chinese Communist Party to the Economic and National Security of the United States

Direkt darauf wird die chinesische Unternehmung Huawei genannt, sodass kein Zweifel daran bestehen kann welche Regierung gemeint war. An dieser Stelle wird es spannend sein zu sehen welche Töne Außenminister Pompeo bei seiner kommenden Rede wählen wird. Ein anderer Wortstamm der überaus häufig in der Rede vorkam war Diebstahl. Diese Wörter wurden insgesamt 25 mal genutzt. Alle Wörter, die mit einem destruktiven Verhalten in Verbindung stehen wurden in der Rede im Zusammenhang mit den Gesellschaftlichen, Wirtschaftlichen und Akademischen Komplex genutzt. Dabei fand das Tausend Talente Programm der chinesischen Regierung Fünf mal Erwähnung. Eine Tatsache, die die Bedeutung des Tausend Talente Programm für die chinesische Regierung unterstreicht.

Im Gegensatz zu der Rede von Herrn O´Brien, ging Herr Wray nur an einer Stelle auf die Menschenrechte ein. Dabei ging es um das „Anti-Korruptions Programm“ Fuchsjagd, bei dem im Ausland lebende Chinesen von der Kommunistischen Partei und mit ihr verbundenen Personen bedroht werden. Das er nur an dieser Stelle auf Menschrechtsfragen einging ist wahrscheinlich seiner Stellung geschuldet (FBI wirkt im Inneren).

Nennung von mit Destruktiven Verhalten assoziierte Worte wie z.B. threat, theft, steal, harm, malign, espionage, etc.77
Nennung von mit der Wirtschaft assoziierten Worten wie z.B. trade, market, economic, corporation, etc.32
Tausend Talente Programm5

Fazit

Erneut wurde hervorgehoben, dass die USA klar zwischen der Bevölkerung Chinas und der Kommunistischen Partei unterscheidet. Was darüber hinaus auffällt ist, dass in der Zweiten Rede schon ein schärferer Ton angeschlagen wurde, als bei der vom Nationalen Sicherheitsberater O´Brien. Das kann mindestens an der Nutzung des Wortes feindlich festgestellt werden. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es kein Zufall ist, dass bei der Ersten Rede nur 24 mal Wörter genutzt wurden die in Verbindung mit einem destruktiven Verhalten stehen, bei der Zweiten aber schon 77 mal.

Ob die Verschärfung der Wortwahl einen Trend darstellt oder es nur bei diesen beiden ein Zufall ist kann nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden. Die nächste Rede wird es wahrscheinlich zeigen, ob es auf einen Kulminationspunkt hinaus läuft oder nicht.

Die Message seiner Rede stellte er am Ende noch einmal klar. Washington hat die Lage akzeptiert und wird auf allen Leveln gegen die Bedrohung, welche von der Kommunistischen Partei Chinas ausgeht, angehen. Das Verhalten Chinas wird nicht länger toleriert werden. Diese Aussage bedeutet nicht, wie er im Anschluss erläutert, dass kein Handel mit China stattfinden oder gar eine totale Isolation erreicht werden soll. Die USA wollen eines, China soll sich an die Nationalen & Internationalen Gesetze und Regeln halten. Jegliche Verstöße werden zukünftig nicht mehr toleriert.

Confronting this threat effectively does not mean we shouldn’t do business with the Chinese. It does not mean we shouldn’t host Chinese visitors. It does not mean we shouldn’t welcome Chinese students or coexist with China on the world stage. But it does mean that when China violates our criminal laws and international norms, we are not going to tolerate it, much less enable it.

FBI Director Christopher Wray, The Threat Posed by the Chinese Government and the Chinese Communist Party to the Economic and National Security of the United States

National Security Advisor Robert O’Brien Rede über China

Die Rede von Herr Robert O´Brien, die er am 26.06.2020 gehalten hat, war die Erste von mehreren noch kommenden Reden bei denen verschiedene hochrangige Regierungsmitglieder und Behörden Vertreter zu China Stellung nehmen werden. Der Nationale Sicherheitsberater Herr Robert O´Brien ging in seiner Rede zuerst auf die empfundene Enttäuschung über sich selbst (die USA) ein. Er erwähnt, dass die Ideologie der Kommunistischen Partei Chinas zu lang ignoriert wurde. Auch die sich nicht erfüllten Hoffnungen die mit der Aufnahme Chinas in die WTO verbunden waren wurden angesprochen und wie naiv es war im Angesicht der kommunistischen Ideologie diese Hoffnung zu hegen. Einen Satz aus der Rede, der diesen Zustand der Naivität gut umschreibt, möchte ich hier kurz zitieren:

We believed what we wanted to believe—that the Party members were communist in name only.

A message on China from National Security Advisor Robert O’Brien – https://www.whitehouse.gov/briefings-statements/chinese-communist-partys-ideology-global-ambitions/

Dem Abschnitt über die empfundene Enttäuschung folgt eine recht nüchtern gehaltenen Bestandsaufnahme darüber wie sich die Beziehungen zwischen den Ländern, aufgrund des destruktiven Verhaltens der Kommunistischen Partei Chinas, verschlechtert haben.

Fokus der Rede

Der Fokus der Rede ermittelt anhand der Wortwahl lag klar darauf zwischen der Kommunistischen Partei, den mit ihr verbundenen Organisationen / Personen und dem Chinesischen Volk zu differenzieren. Die KPCh ist nicht das Chinesische Volk. Die Partei und ihre Organe wurden insgesamt 77 mal erwähnt. Von der Partei und der damit verbundenen Ideologie geht die Gefahr für die gesamte freie Welt aus. Das schädliche / destruktive Verhalten wurde in der Rede 24 mal hervorgehoben.

Das darauf folgende Thema anhand der Wortwahl waren dann auch schon die Menschenrechte und den damit verbundene Themen, welche 19 mal in die Rede mit eingeflossen sind. In diese Kategorie habe ich auch Hongkong und Taiwan aufgenommen.

Erst nach den Menschenrechten kommt die Wirtschaft und ihre Belange. Dieses Thema wurde 9 mal genannt.

Auf Militärische Themen wurde nicht eingegangen. Jedoch fand die Volksbefreiungsarmee, alternativ auch nur Militär genannt, 6 mal Erwähnung im Zusammenhang mit Spionage und Diebstahl von geistigen Eigentums.

Nennung der Ideologie, Kommunistische Partei, Regierung, General Sekretär Xi Jinping, etc.77
Nennung von China selbst32
Nennung von Wörtern, die mit Bedrohung, Herausforderung, unfairen Verhalten, Diebstahl, schädlich, etc in Verbindung stehen24
Nennung von mit Menschenrechten assoziierten Wörtern wie Arbeitslager, Zwangsarbeit, Uighuren plus Hong Kong & Taiwan19
Nennung von mit der Wirtschaft assoziierten Worten wie z.B. Handel, Ökonomisch, etc.9
Erwähnung von Militär oder Volksbefreiungsarmee6

Fazit

Ich denke es ist hervorzuheben, dass die US Regierung eindeutig zwischen Partei und Volk differenziert. Weiterhin erstaunt es vielleicht den ein oder anderen Leser, dass die Menschenrechts Themen noch vor den wirtschaftlichen Belangen liegen. Etwas was wohl die wenigsten Europäer bei der Regierung Trump vermuten würden. Doch hier überrascht die Regierung mit ihrem Handeln, wie die verschiedenen Gesetze, die in den vergangenen Monaten Kongress, Senat und Weißes Haus passiert haben, zeigen.

Insgesamt kann anhand der Rede davon ausgegangen werden, dass die US Regierung, Kongress und Senat wahrscheinlich die Ideologischen Fragen als die große Herausforderung sehen werden. Eine logische Antwort, da die Kommunistische Partei diese Frage zuerst gestellt hat. Zusätzlich ist es ein Feld in dem die USA asymmetrische Vorteile gegenüber China haben. Auch kann davon ausgegangen werden, dass diese Maoistisch-Leninistische Ideologie im Endeffekt das negative, destruktive Verhalten der Partei gegenüber der Internationalen Staatengemeinschaft befeuert.

Es wird spannend sein zu sehen welchen Fokus die folgenden Reden haben werden. Es sollen unteranderem noch Reden von Außenminister Pompeo, Generalstaatsanwalt Barr und FBI Direktor Wray folgen (FBI Director Wray hielt gestern am 08.07.2020 seine Rede, eine Analyse wird hier auf dem Blog folgen).

China gegen Alle – Drei Szenarien

Man möchte meinen China unter Xi Jinping hat den Ausspruch „Viel Feind, viel Ehr“ zu seinem neuen Motto erkoren. Es ist ein Schritt gegen jede logische Strategie, bei der das Land als anerkannter Hegemon Asiens hervorgeht. Der Ton Chinas ist schon vor einiger Zeit Aggressiv geworden, besonders gegenüber Staaten, die als unterlegen wahrgenommen werden. Diese zur Schau gestellte Aggression hat in den vergangenen Monaten weiter zu genommen und es scheint so, als wollte China mit all seinen Nachbarn in Konflikt geraten.

Szenario 1: China goes full Pyongyang

Ein unlogischer Schritt und es erscheint eher so, als ob hier Innenpolitische Gründe die näher liegende Erklärung bieten könnten. Die sogenannte Wolf Warrior Diplomatie ist wahrscheinlich eine nach innen gerichtete Nachricht. Es ist eine sehr plumpe Taktik, welche China wahrscheinlich in die Isolation führen wird. Das die Isolation selbst ein Ziel ist, welches mit den bisher erfolgten Handlungen erfüllt werden soll kann vermutet werden, da die ein oder anderen Schritte darauf hindeuten.

Die Abkopplung Chinas von der westlich geprägten Internationalen Staatengemeinschaft ist seit vielen Jahren im Gang. Ob dieser Prozess schon 2009 angeschoben wurde oder erst 2012 soll uns hier nicht interessieren. Auch die chinesische Geschichte selbst würde nicht dagegen sprechen. Vor dem 19. Jahrhundert fühlte sich China in seiner selbst gewählten Isolation am wohlsten. Es hielt Distanz und war auf die eigene Autarkie bedacht, sodass die sie umgebende Welt keinen großen Einfluss auf sie haben konnte. Da das oberste Ziel der Kommunistischen Partei Chinas das eigene Überleben ist, erscheint es gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass das Regime einen solchen Zustand der Isolation herbeiführen will. Aus dieser Perspektive heraus könnte man auf den Gedanken kommen, dass die vom Zaun gebrochenen Grenzkonflikte im Südchinesischen Meer, Himalaya, usw. dazu dienen in der Innenpolitik China als Opfer von böswilligen Nachbarn darstellen zu können. Das würde der Regierung und der KPCh die Möglichkeit geben die Ökonomische Misere in der sich China befindet, äußeren Kräften in die Schuhe schieben zu können und drakonische Maßnahmen im Inneren zu rechtfertigen. Das Ziel des Überlebens des Regimes Xi und der KPCh wäre damit wahrscheinlich vorerst gesichert.

Szenario 2: Game of Thrones

Oft wird der Fehler begangen, dass der Chinesische Parteiapparat als relativ homogen wahrgenommen wird. Dem ist definitiv nicht so. Kratzt man von dem chinesischen Staat den roten Lack ab, so erkennt man schnell eine gewisse Vergleichbarkeit mit den vorherigen kaiserlichen Dynastien.

Die Herrschaft von Xi Jinping ist nicht unumstritten, denn seine Handlungen seit 2012 haben vielen wirtschaftlichen Interessen geschädigt. Der Rückfall in ein strenges Maoistisch-Leninistisches Verhaltensmuster und den damit einhergehenden Maßnahmen haben bei den wirtschaftlichen Eliten für einen großen Unmut gesorgt. Auch der Kampf gegen die Korruption war und ist ein solches Mittel, mit der Xi Jinping und seine Macht Clique die bestehende Opposition bekämpfen. Es kann nur einen geben.

Hier liegt es zwar nicht offensichtlich auf der Hand, doch undenkbar ist es auch nicht, dass die Opposition sich hinter der Familie Deng versammelt hat und versucht das Regime der Familie Xi zu destabilisieren. Zum einen durch eine absurde Steigerung der Wolf Warrior Äußerungen von mit ihnen assoziierten Diplomaten und zum Anderen durch beständige Provokationen ihrer Nachbarn durch Regionale Kommandanten.

So würde die Familie Deng nicht als eine Störung der Harmonie wahrgenommen werden, sondern als Retter vor dem Chaos, welches durch die Inkompetenz der Familie Xi ausgelöst wurde. Etwas was nach Innen und Außen vermittelbar wäre, wenn es denn zu einem Umsturz kommen würde. Darauf, dass die Gefahr eines möglichen Umsturz nicht aus der Luft gegriffen ist, deutet z.B. hin, dass Xi Jinping erst vor einigen Tagen die Kontrolle über die militärischen Reserve Einheiten übernommen hat.

Szenario 3: Der Faktor Zeit steht nicht auf ihrer Seite

Die Zeit ist ein Faktor, der bei einer strategischen Betrachtung allzu gern vergessen wird. Doch ist er einer der bedeutendsten und darf niemals unterschätzt werden. Hat man die Zeit auf seiner Seite oder nicht.

Vielleicht hat die KPCh erkannt, dass die Zeit gegen sie arbeitet und sie den Zenit ihrer Macht wahrscheinlich erreicht haben. Die demographische Entwicklung spricht eindeutig dafür. Manche gehen sogar davon aus, dass die Bevölkerungszahlen reiner Bogus sind und um 300 bis 400 Millionen aufgebläht werden, um so stärker auszusehen, als sie in Wirklichkeit sind. Auch das Gegensteuern und ergreifen von konkreten Maßnahmen durch die USA könnte für die KPCh das Signal gewesen sein, dass ihr Ziel Made in China 2025 und Co. nicht mehr wie geplant durchführbar sind. Sie haben sich durch eine zu aggressive Taktik in die Ecke manövriert. Die Wirtschaft stagniert und oder schrumpft sogar, womit auch der „Gesellschaftsvertrag“ zwischen Partei und Volk ins schwanken gerät. So könnte es sein das aus dieser Perspektive heraus, das Regime und die Partei versucht sind alles auf eine Karte zu setzen, bevor das Kartenhaus zusammenstürzt.

Fazit

Ich denke das Szenario 2 das wahrscheinlichste ist, wobei Szenario 1 und 3 natürlich mit hinein spielen könnten. Das Regime und die Partei sind nicht mehr stabil und sie verhalten sich gar autistisch. Sie senden Signale, doch sie sind nicht mehr in der Lage selber welche wahrnehmen zu können.

Es ist eine relativ riskante Lage, welche jedoch nicht mit Appeasement von Seiten der westlichen Staatengemeinschaft und Chinas Nachbarn her gelöst werden kann. Der Faktor Zeit ist jedenfalls eindeutig auf Seiten von Australien, Japan, Indonesien, Philippinen, Indien, Japan, Vietnam, UK, Kannada, den USA, etc. und gibt damit mögliche Strategien vor, mit denen der destruktive Einfluss Chinas eingedämmt werden kann.

Insgesamt ist es sehr fraglich, ob China in seiner jetzigen geographischen Ausdehnung die kommenden Jahrzehnte überdauern wird. Selber vermute ich eher, dass dieser Vielvölkerstaat mit der Zeit in seine Einzelteile zerfällt. Zumindest wird es mit jedem Tag deutlicher, dass die Hegemonie Chinas über Asien nicht kommen wird. Es ist pure Wunschträumerei mancher Gruppen gewesen, geleitet durch Gefühle, nicht durch Fakten.

Die Passivität schwindet – USA & Anglosphäre werden aktiv

Die Welt ist in Bewegung geraten. Washington ist allem Anschein nach aus seiner Passivität erwacht. Darauf deutet zum Beispiel die Geschwindigkeit des Gesetzgebungsprozesses hin. Auch die Einigkeit der Demokraten und Republikaner, in Bezug auf die zunehmend aggressive Politik Chinas, im Kongress und Senat ist ein starkes Zeichen.

Kongress, Senat und Regierung ziehen hier an einem Strang, wie auch die verschiedenen Behörden und Ministerien. Insgesamt wurde in der Amerikanisch-Chinesischen Beziehung ein Punkt erreicht, auf den Henry Kissinger zur Jahrtausendwende hin schon aufmerksam gemacht hatte.

Damals war er wie viele andere ein Verfechter der Annäherung an China und dessen tiefe Einbindung in die Internationalen Organisationen. Mit dem Ziel China nicht nur wirtschaftlich zu fördern, sondern auch das Land durch den wachsenden Wohlstand zugänglicher und demokratischer zu gestalten. Diesen Standpunkt vertrat er in der Hoffnung, die jetzt doch eingetretene Lage zu verhindern. Wie er schon damals angemerkt hatte gehören zu einer Beziehung immer zwei Seiten, sodass es nicht allein in den Händen der USA und dem Westen lag, wie sich China entwickeln wird.

Während der gesamte Westen nach dem Ende des Kalten Krieges gegenüber China das Modell Wandel durch Handel praktizierte, hatte China jedoch kein Interesse am politischen Wandel, hin zu mehr persönlichen Freiheiten der eigenen Bürger und demokratischer Reformen. Manche sagen man konnte es schon im Jahr 2009 absehen (Edward Luttwak), dass China sich anders entschieden hatte, andere sehen diesen Punkt erst im Jahr 2012. Egal wann genau dieser Zeitpunkt erreicht wurde, was man festhalten kann ist, dass das Chinesische Regime

  1. nicht nur kein Interesse an Demokratischen Reformen, Menschenrechten und Co. hat, sondern sein Diktatorisches System sogar auf der Welt verbreiten will. Der Vorsitzende Xi Jinping ist der festen Überzeugung, dass Demokratische Werte / Systeme die Existenz der Kommunistischen Partei Chinas nicht nur innerhalb des Landes gefährden, sondern dass die Partei erst dann sicher ist, wenn die Demokratischen Werte auf der ganzen Welt eliminiert wurden.
  2. einen aggressiven expansionistischen Kurs verfolgt, wie man es z.B. in den vergangenen Jahren im Südchinesischen Meer beobachten konnte . Der Westen schaute lange Zeit weg und ließ und lässt sich stellenweise noch fehl leiten durch die verschiedenen Behauptungen, in dehnen dargelegt wird, dass China noch nie eine aggressive Außenpolitik verfolgt hätte. Erst recht sich kein Territorium gewaltsam angeeignet hat. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die Beispiele die dagegen sprechen sind die Eroberung von Tibet, Ostturkestan & Innere Mongolei und die jetzigen Aggressionen gegenüber Japan, Vietnam, Philippinen, Indonesien, Indien und Taiwan.
  3. schlimmste Verbrechen verübt, wie dass Urteil des China Tribunals zeigt. Dieses hatte festgestellt, dass in China seit Jahrzehnten Menschen gegen ihren Willen Organe entnommen werden. Das sogenannte Organ Harvesting, dem pro Jahr bis zu 90000 Menschen zum Opfer fallen.
  4. Minderheiten zu Millionen in Konzentrationslagern zusammenpfercht und diese als billige Arbeitskräfte anpreist (ASPI Bericht „Uyghurs for Sale“).

China hat sich entschieden und zwar spätestens im Jahr 2012, dass sie sich vom Westen und dessen Werten, Systemen und Netzwerken verabschieden werden. Seit der Machtübernahme durch Xi Jinping wird in China wieder ein streng Maoistisch-Leninistischer Kurs verfolgt. Sie koppeln sich seit dem zunehmend vom Westen ab. Zum einen stellen sie aus ideologischen Gründen die inneren Strukturen anderer Staaten und Internationalen Organisationen in Frage. Zum anderen schotten sie sich gegenüber Gesellschaftlichen Einflüssen ab und erschweren / verhindern darüber hinaus die wirtschaftlichen Tätigkeit ausländischer Unternehmungen in China.

Die Idee eines permanenten Dialoges mit China zur Erschaffung einer stabileren Welt ist gescheitert. Henry Kissinger schrieb im Buch „Die Herausforderung Amerikas“ folgendes:

Ein permanenter Dialog wäre das beste Mittel, eine stabilere Welt zu schaffen oder zumindest dem amerikanischen Volk und Amerikas Verbündeten zu zeigen, warum dies nicht möglich ist.“

Henry Kissinger „Die Herausforderung Amerikas“ Deutsche Ausbgabe 2002, S. 195

Das es nicht möglich ist, hat China der gesamten Welt gezeigt. China isoliert sich mit dem eigenen Handeln und die Töne aus Beijing werden immer schriller. Es ist ein kreischen geboren in der relativen Hilflosigkeit gegenüber der Anglosphäre, die sich um die USA sammelt. Selbst ihren temporären Verbündeten Russland hat China verprellt.

China hat die USA zum Handeln gezwungen und die USA handeln jetzt. Das wird weltweite Konsequenzen zur Folge haben. Konsequenzen welche auch besonders Unternehmungen treffen kann, die gegen Section 307 of the Tariff Act of 1930 & den Trade Facilation and Trade Enforcement Act of 2015 verstoßen. Auch der Hong Kong Autonomy Act, der sich aktuell noch im Gesetzgebungsprozess befindet, wird den Druck erhöhen.

Doch nicht nur im Gesetzgeberischen Bereich und damit den Sanktionen sind die USA aktiv, sie wollen auch den Kampf gegen die BRI aufnehmen. Dazu haben sie das Economic Prosperity Network ins Leben gerufen, das Blue Dot Network initiiert und die International Development Finance Corporation gegründet. Auch im Bereich der Rüstungsgüter und Strategischen Zusammenarbeit im Bereich der Logistik usw. ist im Indo-Pazifik Raum einiges in Bewegung geraten.

Insgesamt ist hier ein Prozess angelaufen, der die kommenden Jahrzehnte bestimmen wird. Die USA als Mittelpunkt der Anglosphäre (Commonwealth Realms, Commonwealth of Nations + Japan), welche wahrscheinlich selbst den Mittelpunkt des westlichen Lagers darstellen wird, werden weiterhin der Tonangebende Hegemon sein. Handel, Marktzugang, Wirtschaftsorganisation / Netzwerke, Finanzströme, Kommunikation und noch vieles mehr werden durch die aktuellen Handlungen und den damit erfolgenden Regulierungen langfristig geprägt werden. Eine Globalisierung a la Carte wird sich entfalten, wie es Harald Malmgren schon vor vielen Jahren beschrieben hatte. Daneben werden die einzelnen Staaten wieder eine wichtigere Rolle innerhalb der Wirtschaft einnehmen. Der Primat der Politik ist zurück. Diese Veränderungen bringen nicht nur Verlierer hervor, sondern auch Gewinner.

Propaganda & Cyberangriffe – die KPCh versucht die Pandemie auszunutzen

Da ich kein Virus Experte bin möchte ich auch nichts zu dem Virus sagen. Was mir jedoch aufgefallen ist, dass ist die Multi-Level Desinformationskampagne die weltweit angelaufen ist. Ob über Soziale Medien Kanäle oder über die Diplomatischen Vertreter Chinas, es ist eine konzentrierte Aktion.

Dazu zählen z.B.:

Diese drei Beobachtungen sollen uns an dieser Stelle genügen, denn ich denke der Punkt wird klar. China versucht aus der aktuellen Lage Kapital zu schlagen und Europa weiter zu spalten.

China ein destruktiv wirkender Akteur

Das Bild Chinas als Akteur der Helfen und Aufbauen will ist wenig glaubwürdig im Anbetracht der Propaganda Offensive. Ein weiterer Hinweis auf ihre destruktive Absichten konnte am 25.03.2020 beobachtet werden.

Am 25.03.2020 führte APT 41 einen weltweiten Angriff aus. APT 41 ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine vom Chinesischen Staat finanzierte Cyber-Spionage Gruppe (vgl. dazu: FireEye Report: Double Dragon APT41, a dual espionage and cyber crime Operation).

Beginning this year, FireEye observed Chinese actor APT41 carry out one of the broadest campaigns by a Chinese cyber espionage actor we have observed in recent years. Between January 20 and March 11, FireEye observed APT41 attempt to exploit vulnerabilities in Citrix NetScaler/ADC, Cisco routers, and Zoho ManageEngine Desktop Central at over 75 FireEye customers. Countries we’ve seen targeted include Australia, Canada, Denmark, Finland, France, India, Italy, Japan, Malaysia, Mexico, Philippines, Poland, Qatar, Saudi Arabia, Singapore, Sweden, Switzerland, UAE, UK and USA. The following industries were targeted: Banking/Finance, Construction, Defense Industrial Base, Government, Healthcare, High Technology, Higher Education, Legal, Manufacturing, Media, Non-profit, Oil & Gas, Petrochemical, Pharmaceutical, Real Estate, Telecommunications, Transportation, Travel, and Utility. It’s unclear if APT41 scanned the Internet and attempted exploitation en masse or selected a subset of specific organizations to target, but the victims appear to be more targeted in nature.

FireEye https://www.fireeye.com/blog/threat-research/2020/03/apt41-initiates-global-intrusion-campaign-using-multiple-exploits.html

Insgesamt ergibt das kein positives Bild von China. Doch es bleibt in einer Linie mit dem Urteil des China Tribunals, welches im Jahr 2019 festgestellt hatte, dass es sich bei China unter der KPCh um einen kriminellen Staat handelt.