Der Treuhänder

Positive Entwicklungen im Mittleren Osten

Chaos ist eine Leiter. Das seit 2020 herrschende Chaos verdeckt das Licht. Die positiven Entwicklungen werden so nicht wahrgenommen, doch sie existieren. Neben dem Wahlausgang in Israel und der damit einhergehenden Regierungsbeteiligung der Israelischen Araber ist noch etwas wesentlich bedeutenderes geschehen. Im Mittleren Osten geschah etwas, was kaum für möglich gehalten wurde und noch vielerorts ignoriert wird. Mit den Abraham Accords kam der Startschuss zur Normalisierung der Verhältnisse zwischen den Arabischen Staaten und Israel.

Timeline der Normalisierungsabkommen:

  • August 2020: Übereinkunft und Vertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabsichen Emiraten und Bahrain. Hinter der Namensgebung Abraham Accords stehen die folgenden zwei Verträge: Israel – United Arab Emriates normalization agreement & Bahrain – Israel normalization agreement.
  • Oktober 2020: Israel – Sudan normalization agreement
  • Dezember 2020: Israel Morocco normalization agreement

Was noch fehlt ist ein offizielles Abkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien. Ein Hindernis für Saudi-Arabien wird wahrscheinlich die Innenpolitik sein. Weder der Saudische Staat, noch das Königshaus sind ein Monolith, sondern es existieren Fraktionen mit unterschiedlichen Interessen, die gegeneinander abgewogen werden müssen. Zusätzlich kam hier die US Präsidentschaftswahl dazwischen und es kann davon ausgegangen werden, dass die aktuelle US Regierung Biden einer Normalisierung der Beziehungen entgegensteht. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich der Wunsch der Regierung Biden die Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien mit der Palästinenser Frage zu verknüpfen.

In meinen Augen ist es ein recht naiver Wunsch, da Hamas und Fatah bisher keinen Willen zeigen für Frieden zu Sorgen, er würde wohl auch ihren eigenen Interessen entgegenstehen. Der Großteil der zur Verfügung gestellten Internationalen Geldmittel fließt Jahr für Jahr in ihre Raketen Arsenale und nicht in die Verbesserung der Lebensumstände im Gazastreifen oder dem Westjordanland. Weder Hamas noch Fatah haben ein Interesse an einem friedlichen Verhältnis mit Israel, da sie so ihre eigene Macht- und Wirtschaftsstellung unterminieren würden.

Egal wie, die bisher getroffenen Übereinkünfte haben eine neue Dynamik in der Region entfacht, sodass neue alte Handelswege ermöglicht werden. Der Handel zwischen den Arabischen Staaten und Israel wird so gefördert. Eine Entwicklung die sich schon jetzt in den Statistiken zeigt. Auch wird es offensichtlich das Israel, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ein ernsthaftes Interesse daran haben einen neuen alten Handelsknotenpunkt zwischen Indien und Europa zu errichten. Sollte dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein, es wäre die Rückkehr eines alten Handelsknoten, der schon zuvor über Jahrhunderte eine Schnittstelle zwischen dem Mittelmeerraum und der Indopazifik-Region war.

Eine solche Entwicklung fällt nicht einfach so vom Himmel, sondern man kann davon ausgehen, dass diese Ausrichtung schon seit Jahren vorbereitet wird und es wahrscheinlich ein Bestandteil der Globalisierung a la Carte ist. Bei dieser Neuausrichtung spielt auf der europäischen Seite Griechenland eine bedeutende Rolle, was dem Land neue Perspektiven verschafft. Griechenland hat gute Karten eine Schnittstelle zwischen Europa, insbesondere den 3SI Staaten und dem Mittleren Osten wie auch hin zu Afrika (Europe-Mediterranean-Africa Commercial Connectivity) zu sein. Für Griechenland wird es entscheidend sein, nicht nur ein Transitland zu sein, sondern in die Wertschöpfungsketten eingebunden zu werden. Tiefergehende Einsichten bietet die Analyse „India’s Arab-Mediterranean Corridor: A Paradigm Shift in Strategic Connectivity to Europe“ von Michaël Tanchum.

Neben dieser positiven Aussicht ist auch noch eine weitere Entwicklung in der Region zu beobachten. Israel wird über die Arab Pipeline Syrien und Libanon mit Gas versorgen. Auch dieses ist eine äußerst positive Entwicklung, denn so kann wahrscheinlich der Iranische Einfluss auf Syrien und den Libanon eingedämmt werden. Es wäre für die Stabilität der Region äußerst förderlich.

Insgesamt kann man feststellen, dass sich der Mittlere Osten im Wandel befindet. Dieser Wandel birgt Chancen die von Investoren genutzt werden können.

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