Der Treuhänder

Positives aus der Welt

Agrar Sektor in Indien:

Liberalisierung des Agrarmarktes in Indien – Quelle: https://asia.nikkei.com/Politics/Indian-government-to-scrap-contentious-farm-laws

Mittlerer Osten:

Oman sieht die Chance am neuen alten Handelsknoten partizipieren zu können. Hier geht es um die Handelsroute und Wertschöpfungskette zwischen Europa und Indien, bei der die Abraham Nations die zentrale Schnittstelle darstellen. – Quelle: https://english.aawsat.com/home/article/3318881/oman%E2%80%99s-asyad-seeks-offers-interest-expanding-suwaiq-port

Zwischen Jordanien und Israel kam es zu einem wichtigen Übereinkommen, welches darauf hindeutet, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten vertiefen wird.

Litauen:

Eröffnung der Taiwanesischen Vertretung in Litauen. – Quelle:

9 Axiome der Realen Ökonomie

Die Reale Ökonomie, wie ich sie nennen will, wurde von @Ektrit auf Twitter unter der Namensgebung #krisonomics formuliert. Um selbst ein besseres Verständnis zu erlangen werde ich die Axiome der Realen Ökonomie in diesem Beitrag wiedergeben. Manche der folgenden Punkte habe ich in vorhergehenden Blogposts schon einmal näher beleuchtet, sodass ich mich hier nur auf deren Zusammenführung beschränken möchte. Erst in noch erscheinenden Beiträgen werde ich die bisher ausstehenden Punkte näher erörtern. Zusätzlich möchte ich anmerken, dass die folgende Auflistung der Axiome nicht vollständig ist und mit der Zeit erst noch komplettiert werden muss.

  1. Geld = Handelsungleichgewicht
  2. Gewinn = Umsatz – Kosten
  3. Inflation = Knappheit an Gütern
  4. Deflation = Überangebot an Gütern
  5. Der Preis eines Gutes ist ein Signal
  6. Damit etwas produziert werden kann müssen zwei Dinge gleichzeitig existieren a) der Wille zur Arbeit und b) die Bereitstellung von Produktionsmitteln! Beides beruht auf Freiwilligkeit und kann nicht erzwungen werden.
  7. Nur dort wo Güter produziert werden, können diese verteilt und umverteilt werden.
  8. Wieviel innerhalb einer Gesellschaft verteilt und umverteilt werden kann ist definiert durch die Produktion von Gütern pro Stunde.
  9. Die Produktion von Gütern pro Stunde steht im direkten Zusammenhang mit der ständig und kostengünstig zur Verfügung stehenden Energie.

Zur Namensgebung:

Aufgrund der Mängel die die seit Jahren praktizierte Ökonomie hat denke ich, dass es wichtig ist sich zu den Model basierten Wirtschaftswissenschaften abzugrenzen. Die Modellastigen Wirtschaftswissenschaften sind in meinen Augen mit der Zeit durch Partikularinteressen korrumpiert worden und nur all zu oft wird die Analyse am persönlichen Wunsch oder dem des Auftraggebers orientiert. Deshalb denke ich, dass die Abgrenzung wichtig und die Namensgebung passend ist.

Vorausgegangene Blogposts:

Zu guter Letzt möchte ich Sie liebe Leser dazu ermuntern in den Kommentaren eigene Gedanken dazu zu äußern und vielleicht Ergänzungen zu formulieren.

Was bedeutet Wohlstand?

Was bedeutet Wohlstand für eine Gesellschaft? Dieser Frage möchte ich hier kurz nachgehen und denke, dass es wohl das Beste ist, zuerst einmal zu definieren was denn eine Wohlstandsgesellschaft ausmacht.

Eine Wohlstandsgesellschaft existiert,

  • wenn die große Mehrheit der Mitglieder einer Gesellschaft beim Einkauf von Grundnahrungsmitteln nicht jeden Cent zweimal umdrehen muss.
  • wenn die Mehrheit der Bürger nicht darüber nachdenken muss wie und oder ob die Energie Rechnung am Ende des Monats bezahlt werden kann.

Wohlstand herrscht, wenn eine Gesellschaft in einem Materiellen Überfluss lebt. Der Überfluss wiederum steigt mit der zur Verfügung stehenden Energie. Auf diese Schlussfolgerung kann man kommen, wenn man sich die Entwicklung der verschiedenen Länder der Erde anschaut. Arme Länder sind besonders durch Energiearmut gekennzeichnet.

  • Wohlstand ist Überfluss, Armut ist Knappheit. Beides wird definiert durch den Output per Hour einer Volkswirtschaft.
  • Die Produktion von Gütern pro Stunde steht im direkten Zusammenhang mit der beständig kostengünstig zur Verfügung stehenden Energie.
  • Nur dort wo etwas produziert wird, kann auch etwas verteilt werden.
  • Fällt also der Output innerhalb eines definierten Zeitraums, so kann weniger, nicht mehr verteilt werden. Dieser Umstand kann nicht durch Geld gelöst werden, sondern nur durch Produktivitätssteigerungen.

Steigt der Output per Hour so kann innerhalb einer Gesellschaft mehr verteilt und umverteilt werden. Sinkt dieser hat das schnell dramatische Auswirkungen auf eine Gesellschaft. Die Auswirkungen einer sinkenden Produktion von Gütern pro Stunde sind wesentlich gravierender, als wenn die Produktion von Gütern pro Stunde zunimmt. Damit sollte einem auch klar sein, dass Geld an sich keinen Wohlstand darstellt. Kann also zum Beispiel pro Stunde nur ein Gut hergestellt werden, so kann auch nur eines verteilt werden, egal wieviel Geld vorhanden ist.

  • Geld kann nicht konsumiert werden!
  • Der Preis eines Gutes ist ein Signal!
  • Steigt der Preis eines Gutes, ist das ein Signal, dass die Verfügbarkeit des Gutes abnimmt, nicht zunimmt! Es bedeutet Knappheit, welche sich zuerst darin manifestiert, dass sich die Bürger weniger leisten können. Der Überfluss nimmt ab und damit der Wohlstand einer Gesellschaft.

Positive Entwicklungen im Mittleren Osten

Chaos ist eine Leiter. Das seit 2020 herrschende Chaos verdeckt das Licht. Die positiven Entwicklungen werden so nicht wahrgenommen, doch sie existieren. Neben dem Wahlausgang in Israel und der damit einhergehenden Regierungsbeteiligung der Israelischen Araber ist noch etwas wesentlich bedeutenderes geschehen. Im Mittleren Osten geschah etwas, was kaum für möglich gehalten wurde und noch vielerorts ignoriert wird. Mit den Abraham Accords kam der Startschuss zur Normalisierung der Verhältnisse zwischen den Arabischen Staaten und Israel.

Timeline der Normalisierungsabkommen:

  • August 2020: Übereinkunft und Vertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabsichen Emiraten und Bahrain. Hinter der Namensgebung Abraham Accords stehen die folgenden zwei Verträge: Israel – United Arab Emriates normalization agreement & Bahrain – Israel normalization agreement.
  • Oktober 2020: Israel – Sudan normalization agreement
  • Dezember 2020: Israel Morocco normalization agreement

Was noch fehlt ist ein offizielles Abkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien. Ein Hindernis für Saudi-Arabien wird wahrscheinlich die Innenpolitik sein. Weder der Saudische Staat, noch das Königshaus sind ein Monolith, sondern es existieren Fraktionen mit unterschiedlichen Interessen, die gegeneinander abgewogen werden müssen. Zusätzlich kam hier die US Präsidentschaftswahl dazwischen und es kann davon ausgegangen werden, dass die aktuelle US Regierung Biden einer Normalisierung der Beziehungen entgegensteht. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich der Wunsch der Regierung Biden die Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien mit der Palästinenser Frage zu verknüpfen.

In meinen Augen ist es ein recht naiver Wunsch, da Hamas und Fatah bisher keinen Willen zeigen für Frieden zu Sorgen, er würde wohl auch ihren eigenen Interessen entgegenstehen. Der Großteil der zur Verfügung gestellten Internationalen Geldmittel fließt Jahr für Jahr in ihre Raketen Arsenale und nicht in die Verbesserung der Lebensumstände im Gazastreifen oder dem Westjordanland. Weder Hamas noch Fatah haben ein Interesse an einem friedlichen Verhältnis mit Israel, da sie so ihre eigene Macht- und Wirtschaftsstellung unterminieren würden.

Egal wie, die bisher getroffenen Übereinkünfte haben eine neue Dynamik in der Region entfacht, sodass neue alte Handelswege ermöglicht werden. Der Handel zwischen den Arabischen Staaten und Israel wird so gefördert. Eine Entwicklung die sich schon jetzt in den Statistiken zeigt. Auch wird es offensichtlich das Israel, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ein ernsthaftes Interesse daran haben einen neuen alten Handelsknotenpunkt zwischen Indien und Europa zu errichten. Sollte dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein, es wäre die Rückkehr eines alten Handelsknoten, der schon zuvor über Jahrhunderte eine Schnittstelle zwischen dem Mittelmeerraum und der Indopazifik-Region war.

Eine solche Entwicklung fällt nicht einfach so vom Himmel, sondern man kann davon ausgehen, dass diese Ausrichtung schon seit Jahren vorbereitet wird und es wahrscheinlich ein Bestandteil der Globalisierung a la Carte ist. Bei dieser Neuausrichtung spielt auf der europäischen Seite Griechenland eine bedeutende Rolle, was dem Land neue Perspektiven verschafft. Griechenland hat gute Karten eine Schnittstelle zwischen Europa, insbesondere den 3SI Staaten und dem Mittleren Osten wie auch hin zu Afrika (Europe-Mediterranean-Africa Commercial Connectivity) zu sein. Für Griechenland wird es entscheidend sein, nicht nur ein Transitland zu sein, sondern in die Wertschöpfungsketten eingebunden zu werden. Tiefergehende Einsichten bietet die Analyse „India’s Arab-Mediterranean Corridor: A Paradigm Shift in Strategic Connectivity to Europe“ von Michaël Tanchum.

Neben dieser positiven Aussicht ist auch noch eine weitere Entwicklung in der Region zu beobachten. Israel wird über die Arab Pipeline Syrien und Libanon mit Gas versorgen. Auch dieses ist eine äußerst positive Entwicklung, denn so kann wahrscheinlich der Iranische Einfluss auf Syrien und den Libanon eingedämmt werden. Es wäre für die Stabilität der Region äußerst förderlich.

Insgesamt kann man feststellen, dass sich der Mittlere Osten im Wandel befindet. Dieser Wandel birgt Chancen die von Investoren genutzt werden können.

Am Problem vorbei: Antwort der EU auf die Energiekrise

Die angedachte Antwort der EU auf die heraufziehende Energiekrise geht an der Problemstellung vorbei. Ja manche angedachte Maßnahmen, wie z.B. die Reduktion von Steuern sind eine Möglichkeit die Haushalte zu entlasten, das Problem selbst wird dadurch jedoch nicht gelöst. Europa und Asien leiden an sehr hohen Energiepreisen, die durch ein Angebotsdefizit auf dem Gas Markt verursacht werden. Diesem Problem kann man nicht begegnen in dem man die Verbraucher (Konsumenten und Wirtschaft) subventioniert. Egal wie diese Subventionen ausgestaltet wären, sie würden die Preisfunktion aushebeln und damit die Krise verschärfen, nicht lindern. Durch die angedachte Subventionierung der Verbraucher würde die Zerstörung der Nachfrage ausgesetzt und der Energiemarkt könnte nicht zu einem Gleichgewicht zurückfinden. Das Angebot kann offensichtlich nicht adhoc erhöht werden, also muss auf der Nachfrageseite jemand aufgeben, sodass Angebot und Nachfrage erneut im Einklang sind. Ist diese Funktion Ausgehebelt so besteht die Gefahr, dass am Ende alle, aufgrund leerer Gasspeicher, einen Stromausfall erleiden werden. Eine potentielle Gefahr, die die Kosten der Nachfragezerstörung für die Gesellschaft bei weitem übertreffen würde.

Die Langfrist Antwort der EU ist leider auch nicht wesentlich besser. Im verstärkten Ausbau der Erneuerbaren soll das Heil liegen. Dabei werden einige Dinge leider ignoriert.

Energiequellen die von verschiedenen Umweltbedingungen abhängig sind benötigen weitere Infrastruktur, die natürlich zusätzliche Kosten verursacht. Oft müssen Gas- und oder Kohlekraftwerke einspringen, um die erheblichen Schwankungen auszugleichen. Damit dieses überhaupt nur möglich ist, muss jede MWh Erneuerbare Energie mit einer Energiequelle die zu 100% kontrollierbar ist gespiegelt werden. Das verteuert die Stromrechnung aller Verbraucher, wie es in den „Grünsten“ Ländern zu beobachten ist. Daneben wird so natürlich auch die Nachfrage nach Gas und Kohle gefördert und nicht gemindert, insbesondere weil die AKW´s vom Netz genommen werden. Ein Phänomen was in den „Grünsten“ Ländern neben den steigenden Energiekosten beobachtet werden kann. Daraus ergeben sich für die Gesellschaft weitere versteckte Kosten, welche im Endeffekt alle die Produktivität der Wirtschaft mindern. Das bedeutet, dass was innerhalb einer Gesellschaft als ganzes Verteilt werden kann nimmt ab. Der Wohlstand nimmt ab, die Armut nimmt zu, die Bürger können sich weniger leisten und damit sinkt insgesamt die Lebensqualität.

Energie Armut gleich wirtschaftliche Armut, Energie Überschuss gleich wirtschaftlicher Wohlstand.

Zusätzlich besteht der Irrglaube in der Politik, dass die Preise für Erneuerbare Energie stabil sind und keinen Einflüssen unterworfen seien. Das ist ein Trugschluss!

Unteranderem definieren folgende Faktoren den Preis Erneuerbarer Energiequellen:

  1. Für den Bau Erneuerbarer Energiequellen benötigt man Rohstoffe, deren Preise starken Schwankungen unterliegen. Aufgrund der Bemühungen Erneuerbare schnellst möglich zu implementieren und gleichzeitig den Verkehr zu elektrifizieren steigt natürlich die Nachfrage nach den entsprechenden Rohstoffen erheblich an. Deren Angebot ist leider genauso begrenzt wie das Angebot von Gas, Öl und Kohle. Und wie bei den Fossilen Energieträgern so wirkt sich auch bei den benötigten Mineralen die Politik der vergangenen 20 Jahre ungewollt Angebots mindernd aus. Ein Umstand der sich in rasant ansteigenden Metalpreisen manifestiert und am Ende die Kosten für den Bau, Instandhaltung und Reparatur der Erneuerbaren dramatisch erhöhen wird.
  2. Bläst kein Wind, die Sonne versteckt sich hinter den Wolken und sind die Energiespeicher / Batterien leer, dann steigt der Preis pro Energie Einheit ins Unendliche, da das Angebot komplett ausfällt. Die Schwankungen im Energiepreis wären zukünftig wahrscheinlich noch wesentlich häufiger und volatiler als sie es bisher sind. Steigt der Preis der Energie um x% an, dann hat sich die Verfügbarkeit der Energie um den gleichen Faktor verringert. Preise drücken Überfluss oder Knappheit aus.
  3. Auch die Lohnkosten werden aufgrund des Inflationären Drucks mit der Zeit ansteigen und so die Kosten für den Bau und Betrieb von Erneuerbaren mit beeinflussen.

Die angedachte Antwort der EU auf die Energiekrise geht damit an der Realität vorbei. Ignoranz, Arroganz, keine Ergebnisoffene Evaluierung der bisherigen Auswirkungen Politischer Entscheidungen auf die globalen Energiemärkte führen zu schlechten Entscheidungen. Die OODA Loop ist hier gestört. Weil die Beobachtung (Observe) nicht mehr klar stattfinden kann, sondern politischen Wünschen unterliegt, ist der darauf folgende Prozess (Orient, Decide & Act) zum Scheitern verurteilt. Durch den Unwillen das eigene Handeln Ergebnisoffen zu evaluieren kann aktuell der Prozess auch nicht neu gestartet werden und befindet sich damit unweigerlich in einer Wiederholungsschleife des beständigen Versagens.

Damit diese Schleife beendet werden kann, muss

  • die Praxis Politische Wünsche als erfolgte Beobachtungen auszugeben ein Ende finden, damit
  • eine holistische Erfassung des Energiemarktes erfolgen kann und die Auswirkungen bisheriger Politischer Entscheidungen auf diesen Ergebnisoffen evaluiert werden. Sodass im Anschluss
  • ein Plan entwickelt werden kann, der auf existierenden Technologien basiert und nicht davon ausgeht das neue Technologien einfach so vom Himmel fallen und sofort einsetzbar sein werden. Hierbei müssen natürlich die Lieferketten mit bedacht werden. Die Herkunft der benötigten Ressourcen und Vorleistungen müssen sich im eigenen Machtbereich befinden.

Das alles muss nicht unbedingt öffentlich erfolgen, doch intern ist es ein Muss, sodass erfolgte Fehler korrigiert werden können und die OODA Schleife der Entscheidungsträger erneut funktionieren kann.

Das positive ist, an dieser Stelle entwickelt sich ein neuer Trend. Die Staaten der 3SI, Frankreich und einige andere europäische Länder befürworten mittlerweile den Neubau von Atomkraftwerken. Es wäre eine mögliche Basis für einen Plan, der, wie es Frankreich nach der Energiekrise der 70iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gezeigt hatte, relativ schnell umsetzbar wäre. Jedoch wird der voraussichtlich kommende Ausbau der Atomkraft das aktuelle Problem nicht kurzfristig lösen. Um das Problem der Gas-Knappheit für die kommenden Jahre zu lösen wird wahrscheinlich nur eines helfen: Drill Baby, Drill!

Der Weg in das Lieferketten Chaos

Was führte zu dem Chaos, dessen wir aktuell Zeuge werden können? Dieser Frage möchte ich hier in kurzer Form nachgehen. Ich denke eine historische Betrachtung ist hier entscheidend, da nicht ein Ereignis, sondern eine Vielzahl von Ereignissträngen dazu führte, dass sich die Wirtschaft des Westens nun im Chaos befindet.

  • Formulierung der Affluent Society (John Kenneth Galbraith, 1958): Es ist egal Wo und Wie Etwas produziert wird, da das Problem des Reichtums gelöst sei. Alle anderen Probleme werden schon von den Konzernen gelöst.
  • Auf Basis dieser falschen Erkenntnis, folgte die Globalisierung, welche politisch gewollt war. Damit ging dann auch das Outsourcing einher. Ein Umstand der im Westen positiv gesehen wurde, da so Industriezweige in andere Länder verlagert werden konnten, die die größte Umweltverschmutzung verursachten. Es war innenpolitisch opportun und die Industrie hatte bestimmt auch nichts dagegen einzuwenden, da sie so a) günstig ihr Image aufbessern konnte und b) teure gegen billige Arbeitsplätze tauschen konnte.
  • Über die Zeit erfolgte eine Konzentration der Produktionsstätten in wenigen Ländern, wichtige Vorleistungen werden mittlerweile vornehmlich in China produziert. Diese fast Monopolisierung der Lieferketten führte dazu, dass eine kleine Unterbrechung an der richtigen Stelle kaskadenhafte Auswirkungen haben kann. Die Resilienz der Wirtschaft und Gesellschaft nahm dadurch ab.
  • Der Fall der Mauer und der darauffolgende Zusammenbruch der Sowjetunion beschleunigten nochmals den Trend der Globalisierung und die Frage des Wo und Wie wurden vollends vergessen. Die Monopolisierung vieler Wirtschaftsbereiche schritt nun schneller voran, womit die Fragilität des schnell anwachsenden Sandhaufens weiter erhöht wurde. Auch die Aufnahme Chinas in die WTO hat nicht zu einer Stabilisierung beigetragen, da sie sich meistens nicht an die Regeln halten bzw. diese geschickt umgehen. Das damit zusammenhängende Preisdumping führte über die Zeit dazu, dass die Globale Konkurrenz verdrängt wurde / wird.
  • Das Quantitative Easing 1 – 3 als Antwort auf die Große Finanzkrise hatte ungewollte Auswirkungen. Es steht entgegen dem Natürlichen Verhalten des Menschen. Sind die Zinsen zu gering, so wird die Überproduktion nach und nach eingestellt, dass führt dann zu einer Knappheit an Waren und Dienstleistungen (vgl. dazu die verschiedenen Aufsätze von Walter Bagehot & Claude Frédéric Bastiat).
  • Die Machtübernahme Xi Jinpings und die damit eintretende Veränderung im Verhalten der CCP.
  • Handelsembargo China gegenüber dem Westen, da sie wahrscheinlich nicht genügend Zinsen auf ihre Exportüberschüsse erhalten. Sie fühlen sich wohl betrogen bzw. wollen nicht gegen „Glasperlen“ Exportieren. Hier spielen viele Faktoren mit hinein, wahrscheinlich auch die vorherrschende Ideologie. Die CCP ist eine Marxistisch-Leninistische Partei.
  • Präsident Trump Antwortete auf das destruktive Verhalten der CCP mit Handelsschranken, wie z.B. Zöllen, was diesen Lieferketten Krieg (Namensschöpfung by (Twitter)@ektrit) beschleunigt hatte. Das Planlose handeln hat die Lage innerhalb der Lieferketten verschärft.
  • Die angeordneten Maßnahmen der Regierungen Weltweit im „Kampf“ gegen die Pandemie plus die Grauzohnen Taktiken der CCP gegenüber dem Westen brachten schlussendlich den riesigen Sandhaufen ins rutschen. Grauzohnen Taktiken sind in diesem Fall z.B. Behinderung des Internationalen Handels unter dem Deckmantel von Energieknappheit, Marine Manöver im Südchinesischen Meer, sporadisch auftretendes Phänomen das nur chinesische Handelsschiffe in ihren weltweiten Hafenanlagen abgefertigt werden, Cyberkriegsführung gegen die westliche Logistik Industrie und Infrastruktur, usw.
  • Präsident Biden hat offensichtlich auch keinen Plan und behält die Politik Trumps bei. Diese Politik war und ist leider der Zweite Schritt vor dem Ersten.
  • China setzt die über Jahrzehnte entstandenen Lieferketten als eine asymmetrisch wirkende Waffe gegen den gesamten Westen ein, um so den eigenen Zielen näher zu kommen.

Der chaotische Zusammenbruch der Lieferketten muss unterbunden und die Entflechtung muss von den involvierten Seiten zusammen aktiv gemanagt werden. Ob dieses offen erklärt wird oder hinter verschlossenen Türen vonstatten geht ist egal. Das Ziel wäre es die von beiden Seiten gewollte Entflechtung geordnet zu vollziehen. Dafür wird ein Plan benötigt und die Umsetzung braucht sehr viel Zeit. Die Alternative dazu wäre ein kompletter Zusammenbruch der Lieferketten, was zwangsläufig in einen weltumspannenden Krieg führen würde. Wenn Waren die Ländergrenzen nicht überschreiten können, dann werden es die Soldaten tun.

Energie Preise: Polysynchrone Fehlerkaskade

Seit Tagen gerät die Aufziehende Energiekrise in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Ursachen sind mannigfaltiger Natur und sind in den politischen Entscheidungen der vergangenen 20 Jahre zu finden. Schnell sind Stimmen zu vernehmen, die fordern den Energiepreis im Inneren zu deckeln. Es wäre eine schlechte Idee, denn es gilt:

  1. Unabhängig davon, welches System ein Staat im Inneren anwendet, um die zur Verfügung stehenden Ressourcen (hierzu zählt auch Energie) zu verteilen, muss er sich auf dem Internationalen Markt dem Wettkampf um die gewollten und oder benötigten Ressourcen / Güter stellen. Dafür werden US Dollar benötigt, die von jedem einzelnen Staat erwirtschaftet werden müssen, ex USA.
  2. Inflation = Knappheit ; Im Bezug auf den Gasmarkt: Künstlich gesteigerte Nachfrage trifft auf eine künstlich unterdrückte Produktion.

Das bedeutet, dass eine Strompreisdeckelung zwangsläufig dazu führt, dass die Steuerlast erhöht werden muss, denn die benötigte Energie kaufen wir auf dem Weltmarkt ein. Diesen Preis kann kein Staat beeinflussen. Der Staat wäre gezwungen die Versorger mit hohen Subventionen am Leben zu halten oder diese sogar zu übernehmen, da die Versorger im Einkauf der Energiequellen die Rechnung zu zahlen haben. Ist der Preis den die Versorger vom Kunden verlangen können gedeckelt, so kommen sie sehr schnell an den Punkt, an dem sie selber die Rechnungen nicht mehr zahlen können, weswegen der Staat gezwungen sein würde die Rechnung zu übernehmen und letztendlich mit Steuergeldern zu finanzieren.

Die Versteckten Kosten dieser aufziehenden Energiekrise sind noch viel bedeutender, denn die moderne Landwirtschaft ist „Magie“: Sie wandelt durch ihre Arbeit Fossile Energieträger in Nahrungsmittel um!

Polysynchrone Fehlerkaskade in Aktion

Deshalb führen steigende Energiepreise zwangsläufig zu steigenden Lebensmittelpreisen (Kosten Agrar Sektor: Betriebsmittel, Düngemittel (Preis auch entscheidend was und wieviel angepflanzt wird / angepflanzt werden kann), Ersatzteile, …), wodurch sich dann die betroffenen Bürger bei anderen Produkten / Dienstleistungen eher zurückhalten müssen, da sie sich insgesamt weniger leisten können. Ein Umstand der dann andere Bereiche der Wirtschaft / Gesellschaft belasten wird. Neben den steigenden Input Preisen in der Landwirtschaft wirken die Energiepreise natürlich auch auf die Verarbeitenden Industrien.

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Der Ausfall von Kunstdüngerproduktion führt zwangsläufig zu einer Verknappung des CO² Angebots, welches in der Lebensmittelindustrie Verwendung findet. Dieses wird zum Beispiel für Getränke verwendet aber auch zum abpacken von Fleisch und dem verpacken anderer Nahrungsmittel. Fällt also die CO² Produktion aus, dann herrscht innerhalb kürzester Zeit (wenige Tage) Knappheit bei den zur Verfügung stehenden Lebensmitteln.

Darüber hinaus sind Öl und Gas elementar für die Kunststoffproduktion. Steigen hier die Kosten, so steigen dann auch die Kosten für Verpackungsmaterialien, solang überhaupt genügend Rohstoffe zur Verfügung stehen, um diese zu erzeugen. Gerüchten zufolge prüfen einige Kraftwerksbetreiber oder sind schon dazu übergegangen Gas mit anderen Petrochemischen Produkten wie Naphtha zu ersetzen, was automatisch zu einer Minderung der Kunststoffproduktion führt / führen würde.

Daneben muss man sich vorstellen, dass im Energiesektor all die Up-, Mid- und Downstream Unternehmungen auf Ersatzteile und Vorleistungen angewiesen sind, die selber wiederum aufgrund der im vergangenen und diesem Jahr von Staatsseite durchgesetzten Maßnahmen knapp geworden sind.

Diese Polysynchrone Fehlerkaskade ließe sich hier noch wesentlich weiter und detaillierter aufführen, doch denke ich, dass die hier vorgestellten Probleme einem eine gute Vorstellung davon vermitteln, wie komplex doch unsere Wirtschaft / Gesellschaft organisiert ist.

Wenn eine Gesellschaft dem Irrglauben aufsitzt, dass es unbedeutend ist wo und wie etwas produziert und im Anschluss verteilt wird, so wie es sich in den 70iger Jahren durchgesetzt hat, dann entsteht ein sich selbst destabilisierendes System. Der Vordenker dieser „Erkenntnis“, dass das Wo und Wie egal sei, war John Kenneth Galbraith, welcher im Jahr 1958 die „Affluent Society“ formuliert hatte. Er war der Überzeugung, dass das Problem des Wohlstandes gelöst sei und sich die Konzerne um alles andere schon kümmern würden. Die Konzentration auf den Endverbrauch bei völliger Ignoranz gegenüber der Förderung / Erzeugung und anschließender Verteilung ist ein Gesellschaftlicher Irrtum. Überoptimierung führte zu geminderter Resilienz durch Monopolisierung was wiederum zu fragilen Lieferketten führt.

Der Grund des jetzt zusammensackenden Sandberges (ein sich selbst destabilisierendes System) wurde schon vor vielen Jahrzehnten gelegt und es wird bis zum heutigen Tag versucht diesen weiter aufzutürmen. Doch der Auslöser dieser Polysynchronen Fehler Kaskade liegt in der Politik des Lockdowns begründet. Die Wirtschaft kann man nicht einfach so aus- und wieder anschalten. Der riesige Sandberg ist ins rutschen geraten, wobei die zeitliche Ausdehnung der Bewegung wie auch der Umfang ungewiss sind.

Die aktuelle Lage innerhalb der Lieferketten / Wertschöpfungsketten / Wirtschaft / Gesellschaft kann man sich in etwa folgendermaßen Vorstellen: Man hat sein eigenes Haus angezündet und muss es erneut aufbauen, wobei man gleichzeitig dafür gesorgt hat, dass die benötigten Baumaterialien und Arbeiter den Baugrund nicht ohne weiteres erreichen können. Im Faktor Zeit gesehen muss man verstehen, dass es wesentlich weniger Zeit in Anspruch nimmt ein Haus zu zerstören, als es aufzubauen.

Nachrichten: Mittelmeer + Mittlerer Osten, Indopazifik, Defense & Agrar

Einige wichtige Meldungen aus der Welt.

  • Griechenland entsendet Patriot Batterien um Saudi-Arabien in seinen Verteidigungsbemühungen zu unterstützen und um die Lücke zu schließen, welche durch den Abzug der US Patriot Batterien geschaffen wurde. Die Kooperation zwischen Griechenland und den Abraham Nations vertieft sich immer weiter. In diesem Zusammenhang ist es auch bedeutend, dass Israel von der Zuständigkeit des EUCOMs hin zur Verantwortlichkeit des CENTCOMs verschoben wurde. Die Region ist das Gateway für den Handel zwischen Europa und den Indopazifischen Staaten. Entsteht hier eine neue alte Handelsföderation? Meldung Griechenland – Saudi-Arabien; Meldung Israel EUCOM zu CENTCOM
  • AUKUS: UK und USA wollen mit Australien die Technologie zum Bau von Atom-Ubooten teilen. Das hat weitreichende Auswirkungen auf die Australische Verteidigungsbereitschaft und Wirtschaft. Damit ein Staat Atom-Uboote betreiben kann benötigt er auch die gesamte zugehörige Nuklear Industrie. Das Frankreich hier aus einem schon bestehenden Deal verdrängt wurde ist, den Unkenrufen zu trotz, nicht weiter tragisch. Die französische Wirtschaft wird von der Anglosphäre durch Aufträge an anderer Stelle ausreichend entschädigt werden. Das Australien Atom-Uboote bauen will ist ein Zeichen für die Region und insbesondere für Beijing. Die Uboote selbst sollen in Adelaide gebaut werden, was zu der Vermutung führen kann, dass die Astute Klasse von BAE Systems das Rennen machen wird. – Meldung AUKUS
  • CF Industries ist durch die Energieknappheit in Großbritannien gezwungen die Produktion an ihren zwei Standorten zu unterbrechen. Das wird Auswirkungen auf die Europäischen Kunstdünger Preise haben und damit wahrscheinlich auch auf die Preissteigerung bei den Nahrungsmitteln. – Meldung CF Industries

Brennpunkt Balkan

Update 12.11.2021: Laut dem Russischen Botschafter Igor Kalabukhov unterstützt Moskau die Unabhängigkeitsbestrebungen von der Republika Srpska.

Update 02.11.2021: Christian Schmidt, EU High Represantive to Bosnia-Herzegowina, warnt vor einem auseinanderbrechen von Bosnien-Herzegowina. Dieses Revival des Serbischen Nationalismus fing 2020 in Montenegro an und destabilisiert die gesamte Region. Es ist eine Bewegung die durch Moskau gesteuert wird. Um dieses zu erreichen nutzt Moskau unteranderem den Einfluss der Orthodoxen Kirche aus und die guten Verbindungen zum Organisierten Verbrechens Serbiens. In der Region wird eine neue Grenzziehung mit jedem Tag wahrscheinlicher.

Update 21.10.2021: Entität Republika Srpska

Die sich manifestierenden Unabhängigkeitsbestrebungen der Entität Republika Srpska von Bosnien und Herzegowina ist eine Entwicklung, die den Balkan weiter destabilisiert. Die Entität Republika Srpska ist aus dem Bosnienkrieg hervorgegangen und wird mehrheitlich von bosnischen Serben bewohnt. Sollte die Regierung der Republik den jetzigen Kurs weiter verfolgen, dann wäre am Ende das Dayton Agreement hinfällig und ein erneuter Krieg auf dem Balkan äußerst wahrscheinlich.

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Update 17.10.2021: Serbien provoziert weiter.

Offensichtlich provoziert die Serbische Regierung auf drei Seiten gleichzeitig. Dies geschieht im Auftrag Moskaus. Damit sind jetzt Montenegro, Kosovo / Albanien und Bosnien im Fadenkreuz. Laut @Ektrit, ein albanisch stämmiger Twitter User, steht die Region kurz vor einem Konflikt.

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Montenegro entwickelt sich zum Brennpunkt Europas. Das Land welches seit Juni 2017 NATO Mitglied ist wird durch Serbien und damit Russland mit hybrider Kriegsführung bedroht. Das zur Verfügung stehende Wirkmittel ist die Serbisch Orthodoxe Kirche, die die Spannungen innerhalb der Bevölkerung anheizt, um so den Staat zu destabiliseren. Die Serbisch Orthodoxe Kirche ist traditionell ein Macht Vehikel der Russisch Orthodoxen Kirche, um im Auftrag Moskaus Einfluss auf den Balkan auszuüben.

Das Ziel welches Serbien verfolgt ist wahrscheinlich eine Wiedereingliederung Montenegros. Eine Wiedereingliederung würde Serbien einen unter eigener Kontrolle stehenden Zugang zum Mittelmeer ermöglichen, was für den Binnenstaat von Bedeutung ist. Auch für Moskau wäre es von Vorteil, da sie so eine Chance hätten auf einen weiteren Marinehafen im Mittelmeer. Daneben sieht Russland, als die traditionelle Schutzmacht Serbiens, die Chance die EU und die NATO substantiell zu schwächen, sollte Montenegro unter den Destabilisierungsversuchen zusammenbrechen und oder gezwungen sein aus der NATO auszutreten. Wahrscheinlich spekuliert Moskau darauf, dass der Austritt Montenegros eine Kettenreaktion auslösen könnte, welche schlussendlich das Ende der NATO bedeuteten würde. Dadurch könnte Russland erneut seinen Einfluss in Europa verstärken und den Druck auf die Baltischen Staaten, wie auch Zentral und Osteuropa ausweiten, mit dem Ziel, dass sich diese Staaten erneut den Wünschen Moskaus unterordnen müssen.

Was auffällt ist, dass diese Entwicklung nicht die nötige Aufmerksamkeit in Brüssel erhält. Die EU Kommission könnte gegenüber Serbien die eigene wirtschaftliche Überlegenheit ausspielen, um so Druck auf Belgrad auszuüben. Einen möglichen Hebel stellen die Hilfsgelder der EU dar, welche als Druckmittel eingesetzt werden könnten. Leider wird hier, jedenfalls öffentlich schlafgewandelt, obwohl die EU selbst von einem Zusammenbruch Montenegros und oder einer Wiedereingliederung in den Serbischen Staat am stärksten betroffen wäre.

Die strategische Bedeutung des Balkans darf nicht unterschätzt werden und es muss jetzt von Seiten der EU und NATO gehandelt werden, um einen erneuten Bürgerkrieg / Krieg auf dem Balkan zu verhindern.

Neues aus den Sektoren: Agriculture, Mining, O&G, Defense & Transport