Der Treuhänder

Während alle Richtung Osten schauen

Der Krieg in der Ukraine hält an. Natürlich ist es verständlich, dass sich die Augen der Öffentlichkeit auf den Osten Europas konzentrieren. Leider werden so die möglichen Zweit- und Drittrundeneffekte übersehen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dieser Krieg sich noch weitere 5 bis 10 Jahre ziehen wird und währenddessen sich noch weitere Brandherde auftun. Neben den Kriegstrommeln auf dem Balkan bahnt sich aktuell eine Hungerkatastrophe an, die das Potential hat viele Länder zu destabilisieren.

Die sich abzeichnende Hungerkatastrophe ist nicht etwas was irgendwo passiert und uns nicht betreffen wird. Die potentiellen Folgen werden sich jenseits von Flüchtlingsströmen manifestieren. Europa benötigt alternative Energiequellen und findet diese in Ländern deren Nahrungsmittelversorgung nicht sicher ist. Die Ukraine und Russland sind die Weizenlieferanten für Länder wie z.B. Ägypten, Marokko und Nigeria. Es sind Länder die für Europa von großer Bedeutung sind. Sie sind Energielieferanten und oder in die industriellen Wertschöpfungsketten Europas eingebunden.

Der von Russland geführte Angriffskrieg gegen die Ukraine läuft für Moskau nicht so wie geplant, doch auf anderen Ebenen könnte er Moskaus und Beijings Zielen dienlich sein.

  • Die Zerrissenheit Europas und der NATO Mitglieder wird für das bloße Auge Sichtbar.
  • Alternative Energielieferanten für Europa werden durch ausbleibende Getreide Lieferungen destabilisiert.
  • Energiearmut und drohende Flüchtlingsströme können Europa, besser gesagt die Mitgliedsstaaten der Europäische Union destabilisieren und die Europäische Union selbst vielleicht scheitern lassen.

Um so länger dieser Krieg andauert, um so größer wird die Gefahr, dass sich die drei genannten Punkte manifestieren und den Zusammenhalt des westlichen Bündnissystems auflösen. Deshalb ist es denke ich wichtig, dass der Krieg schnellstmöglich ein Ende findet, da die Zweit- und Drittrundeneffekte für einen großen Teil der Weltbevölkerung Katastrophale Auswirkungen haben werden.

Es ist Zeit für die Diplomatie, nicht um der Diplomatie willen, wie es sonst gerne von Westeuropäischen Staaten zelebriert wird, sondern der wie sie von Präsident Theodore Roosevelt beschrieben wurde: „speak softly and carry a big stick“. Doch sollten wir hierbei nicht die Worte von Prime Minister Churchill vergessen, der einst folgendes geäußert hat: „Vengeance is the most costly and dissipating of luxuries“

Hello Darkness my old Friend – Die Zweiteilung der Welt

Die Zweiteilung der Welt ist mittlerweile für das bloße Auge des ungeübten Beobachters klar erkennbar. Der Ritt ist heiß und keiner, egal auf welcher Seite und an welcher Stelle er steht, weiß wie diese hoch komplexe dynamische Lage sich weiter entwickeln wird. Es geht um mehr als nur die Ukraine, der Helsinki Vertrag von 1975 ist nicht mehr relevant und die Globale Sicherheitsarchitektur nicht mehr gültig. Seit der Unterzeichnung und der Übereinkunft über die Spielregeln hat sich die Technik gravierend verändert. Laut Frau Dr. Pippa Malmgren ist es höchste Zeit über einen Helsinki 2.0 Vertrag zu verhandeln und so die neue Globale Sicherheitsarchitektur neu zu definieren. Hierbei geht es nicht darum Waffensysteme zu verbieten, sondern darum sie alle offen auf den Tisch zu legen und der anderen Seite diese zu präsentieren, so dass Klarheit darüber herrscht was in den Arsenalen der einzelnen Mächte schlummert. Auch die Regeln des Spiels sollten und müssen neu definiert werden, sodass eine ungewollte Eskalation vermieden werden kann.

Klarheit sollte auch darüber herrschen wer auf welcher Seite steht. Denn so wie es scheint wusste China schon wesentlich früher bescheid als der Rest. Darauf deuten verschiedene Handlungen hin. Zwei die in einander greifen sind folgende:

  1. China hat schon im Jahr 2021 ihre Lieferverträge für Getreide von Russland dahingehend umgeändert, dass sie von dem Moment für die Ladung verantwortlich sind, sobald das Getreide auf das entsprechende Schiff verladen wurde.
  2. Sie haben mehr als 50% der weltweiten Getreide Vorräte gehortet.

Es sollte damit jedem bewusst sein, dass Moskau, Beijing, Teheran, (Ankara?) und Belgrad zusammenarbeiten als Anti-Amerikanischer Zirkel (wording by @Ektrit) und damit gegen die Anglosphäre arbeiten. Zu dieser Anglosphäre gehört wahrscheinlich weiterhin Europa. Ein Europa welches sich vielleicht zurück zur Wirtschaftsgemeinschaft degradiert und erneut vom Hegemon im Kleinen gemanagt werden muss.

Hello Darkness my old Friend – Die Zweiteilung ist eingetreten und die 2. 3. und gar 4. Rundeneffekte sind nicht abzuschätzen. Was man jedoch sagen kann, dass nun auch in den Köpfen der Entscheidungsträger diese Entwicklung der vergangenen 10 Jahre angekommen ist. Die Welt ist damit eine andere und der Traum vom Ende der Geschichte hat sein Ende gefunden, er war schön, doch leider war er nur eine Halluzination. Jedoch ist es jetzt nicht die Zeit den Kopf hängen zu lassen, sondern ganz im Gegenteil. Es muss vieles neu aufgebaut werden, die Lieferketten werden sich endgültig voneinander trennen, das muss per se langfristig nichts negatives bedeuten, vielleicht sogar das Gegenteil. Es sollte einen nicht wundern wenn der seit Jahrzehnten vorherrschende Trend (Start ca. 80er Jahre), dass das Kapital mehr profitiert als der Arbeiter, langfristig dreht.

Ausblick 2022

Das Jahr 2021 liegt hinter uns, das neue Jahr hat gerade begonnen. Zeit für einen kurz gefassten Ausblick auf das Jahr 2022.

Lieferketten

  • weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen China und der westl. Welt, da die KPCh das sogenannte De-Coupling vorantreibt
  • dadurch anhaltender Zusammenbruch der Lieferketten
  • steigende Inputpreise bei den Unternehmen, welche natürlich an den Konsumenten weitergereicht werden müssen; Umsatz minus Kosten gleich Gewinn!
  • weiter anhaltende Knappheit / Engpässe / nicht Verfügbarkeit bei wichtigen Metallen (Aluminium, Magnesium, Zink, Cobalt, Lithium, etc.)
  • weiterhin erhöhte Energiepreise /-knappheit
  • dadurch steigenden Düngemittelpreise /-knappheit
  • damit weiter steigende Nahrungsmittelpreise /-knappheit
  • was zu höheren Lohnforderungen führt
  • was zu allgemein steigenden Preisen führt
  • und damit zu einer weiter anhaltende Inflation (Knappheit) => Nachfrage Zerstörung trifft auf Aufbau neuer Kapazitäten => führt zu Stagflation welche wahrscheinlich im 2.HJ 2022 in manchen Sektoren einsetzen wird
  • Infolge der Inflation kann es in Europa zu Preiskontrollen kommen. Auch in den USA besteht dieses Risiko. Es würde langfristig zu einer Verschärfung der Inflation führen, da die Angebotsseite nach und nach ihre Tätigkeit einstellen muss, womit natürlich die Knappheit gefördert wird. Umsatz minus Kosten gleich Gewinn!
  • Rückführung, Ausbau bzw. weitere Integration in die Wertschöpfungsketten der G6 in folgenden Ländern ex G6: Baltische Staaten, Polen, Rumänien, Griechenland, Israel, Saudi Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Indien, Marokko und Ägypten (India’s Arabian-Mediterranean Corridor to Europe & Africa-to-Europe commercial corridors; Prof. Michaël Tanchum); damit fortschreiten der Globalisierung a la Carte (Harald Malmgren)

Konflikte

  • Moskau wird den Druck auf Europa via Montenegro und Bosnien Herzegowina erhöhen, mit dem Ziel die EU und NATO weiter zu destabilisieren, um so die beanspruchte Einflusszone bis an die Oder-Neiße Grenze realisieren zu können. Für die ehemaligen Staaten des Warschauer-Pakts ist diese Entwicklung eine Existenzielle Bedrohung, weshalb es auch um das Überleben der EU und der europäischen Sicherheitsstruktur im Allgemeinen geht. Ein Umstand der in Berlin, Paris, Brüssel leider auf taube Ohren trifft und die Regierung Biden überfordert. Auch dürfen die Russischen Aktivitäten in Afrika nicht übersehen werden.
  • Konflikte in Afrika werden wahrscheinlich aufgrund der Rohstoffjagd und dem Rangeln um den Marktzugang zunehmen. Hier treffen die Interessen vieler Staaten aufeinander. Dazu zählen unteranderem USA, Russland, China, Türkei, Frankreich, Großbritannien, Italien, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi Arabien, Israel, Indien und Japan.
  • Neben dem Konflikt um Europa und die Afrikanischen Ressourcen brodelt es zwischen China und seinen Nachbarstaaten. Die tibetanische Hochebene ist Die Wasserversorgungquelle für ca. 60% der Menschheit. Wer die Hochebene dominiert, der hat die Kontrolle über die Wasserversorgung von China, Pakistan, Indien, Myanmar, Thailand, Laos & Kambodscha. Weshalb ein Konflikt zwischen Indien und China möglich ist. Ob Beijing wiederum einen Konflikt mit Taiwan vom Zaun brechen wird ist ungewiss. Ein militärischer Konflikt ist nicht unmöglich aber äußerst unwahrscheinlich aufgrund der geographischen Lage Taiwans.
  • Im Allgemeinen wird das Ringen um die Globale Dominanz zwischen den USA und der Chinesisch-Russischen Arbeitsgruppe (DragonBear, Velina Tchakarova) wahrscheinlich zu vielen Stellvertreter-Konflikten in 2022 und darüber hinaus führen.
  • Ein in der westlichen Öffentlichkeit übersehener Konflikt ist der sich verschärfender Machtkampf innerhalb der KPCh, Clan Xi vs. Clan Deng, Xi vs. Eliten von Guangdong & Shanghai – Hinweise darauf findet man in den Parteizeitungen (z.B. wer wird wie oft genannt). Das Jahr 2022 könnte ein recht spannendes Jahr für China und insbesondere Xi Jinping werden.
  • Durch die anhaltenden Spannungen und Konflikte ist weiterhin eine gute Auftragslage im Rüstungssektor zu erwarten.

USA

  • der weltweite Trend der Zinsanhebungen wird fortbestehen und wahrscheinlich auch die USA ergreifen. Wie stark die Zinsen angehoben werden ist vom Kongress abhängig. Da in den USA 2022 Wahlkampf herrscht, ist jedoch vorerst mit keiner allzu starken Anhebung zu rechnen.
  • Weil die Demokraten die von der Regierung Trump geerbte Aktienblase weiter geführt haben, kann man erwarten, dass diese bis zu den Kongress- und Senatswahlen im November 2022 weiter geführt wird. Das bedeutet nicht automatisch, dass es in den Quartalen zuvor nicht zu einer erhöhten Volatilität kommen kann, jedoch sollte der aktuelle Aufwärtstrend anhalten. Die Demokraten werden sicherlich versuchen Teile des BBB Gesetzes zu verabschieden. Dafür benötigt es Druck auf die Senatoren und das bedeutet oft zeitlich begrenzt fallende Kurse.
  • Aufgrund der Census Veränderungen, dem Abrutschen der Demokraten in das Radikal Progressive und dem miserablen Agieren der Regierung Biden kann man davon ausgehen, dass die Republikaner Kongress und Senat zurückerobern werden.
  • In Folge des Wahlkampfes werden die Big-Techs wahrscheinlich zum Ziel von Angriffen. GOP wird wahrscheinlich über den Vektor Meinungsfreiheit angreifen und die Demokraten via Kartellrecht. Auch die Beziehungen zwischen den Big-Techs und der KPCh sollten dann ein Thema sein. Diese Entwicklung wird sich wahrscheinlich nach den Midterms verschärfen und zu Kongress Anhörungen führen.

Die im vergangenen Jahr veröffentlichten Investment Thesen haben weiterhin ihre Gültigkeit. Soweit mit dem Kurzausblick.

p.s.: Das Thema Wuhan Virus / COVID wird wahrscheinlich 2022 in den Hintergrund treten, darauf deutet ein sich veränderndes Wording hin.

In diesem Sinne ein frohes neues & erfolgreiches Jahr 2022.

Der Weg in das Lieferketten Chaos

Was führte zu dem Chaos, dessen wir aktuell Zeuge werden können? Dieser Frage möchte ich hier in kurzer Form nachgehen. Ich denke eine historische Betrachtung ist hier entscheidend, da nicht ein Ereignis, sondern eine Vielzahl von Ereignissträngen dazu führte, dass sich die Wirtschaft des Westens nun im Chaos befindet.

  • Formulierung der Affluent Society (John Kenneth Galbraith, 1958): Es ist egal Wo und Wie Etwas produziert wird, da das Problem des Reichtums gelöst sei. Alle anderen Probleme werden schon von den Konzernen gelöst.
  • Auf Basis dieser falschen Erkenntnis, folgte die Globalisierung, welche politisch gewollt war. Damit ging dann auch das Outsourcing einher. Ein Umstand der im Westen positiv gesehen wurde, da so Industriezweige in andere Länder verlagert werden konnten, die die größte Umweltverschmutzung verursachten. Es war innenpolitisch opportun und die Industrie hatte bestimmt auch nichts dagegen einzuwenden, da sie so a) günstig ihr Image aufbessern konnte und b) teure gegen billige Arbeitsplätze tauschen konnte.
  • Über die Zeit erfolgte eine Konzentration der Produktionsstätten in wenigen Ländern, wichtige Vorleistungen werden mittlerweile vornehmlich in China produziert. Diese fast Monopolisierung der Lieferketten führte dazu, dass eine kleine Unterbrechung an der richtigen Stelle kaskadenhafte Auswirkungen haben kann. Die Resilienz der Wirtschaft und Gesellschaft nahm dadurch ab.
  • Der Fall der Mauer und der darauffolgende Zusammenbruch der Sowjetunion beschleunigten nochmals den Trend der Globalisierung und die Frage des Wo und Wie wurden vollends vergessen. Die Monopolisierung vieler Wirtschaftsbereiche schritt nun schneller voran, womit die Fragilität des schnell anwachsenden Sandhaufens weiter erhöht wurde. Auch die Aufnahme Chinas in die WTO hat nicht zu einer Stabilisierung beigetragen, da sie sich meistens nicht an die Regeln halten bzw. diese geschickt umgehen. Das damit zusammenhängende Preisdumping führte über die Zeit dazu, dass die Globale Konkurrenz verdrängt wurde / wird.
  • Das Quantitative Easing 1 – 3 als Antwort auf die Große Finanzkrise hatte ungewollte Auswirkungen. Es steht entgegen dem Natürlichen Verhalten des Menschen. Sind die Zinsen zu gering, so wird die Überproduktion nach und nach eingestellt, dass führt dann zu einer Knappheit an Waren und Dienstleistungen (vgl. dazu die verschiedenen Aufsätze von Walter Bagehot & Claude Frédéric Bastiat).
  • Die Machtübernahme Xi Jinpings und die damit eintretende Veränderung im Verhalten der CCP.
  • Handelsembargo China gegenüber dem Westen, da sie wahrscheinlich nicht genügend Zinsen auf ihre Exportüberschüsse erhalten. Sie fühlen sich wohl betrogen bzw. wollen nicht gegen „Glasperlen“ Exportieren. Hier spielen viele Faktoren mit hinein, wahrscheinlich auch die vorherrschende Ideologie. Die CCP ist eine Marxistisch-Leninistische Partei.
  • Präsident Trump Antwortete auf das destruktive Verhalten der CCP mit Handelsschranken, wie z.B. Zöllen, was diesen Lieferketten Krieg (Namensschöpfung by (Twitter)@ektrit) beschleunigt hatte. Das Planlose handeln hat die Lage innerhalb der Lieferketten verschärft.
  • Die angeordneten Maßnahmen der Regierungen Weltweit im „Kampf“ gegen die Pandemie plus die Grauzohnen Taktiken der CCP gegenüber dem Westen brachten schlussendlich den riesigen Sandhaufen ins rutschen. Grauzohnen Taktiken sind in diesem Fall z.B. Behinderung des Internationalen Handels unter dem Deckmantel von Energieknappheit, Marine Manöver im Südchinesischen Meer, sporadisch auftretendes Phänomen das nur chinesische Handelsschiffe in ihren weltweiten Hafenanlagen abgefertigt werden, Cyberkriegsführung gegen die westliche Logistik Industrie und Infrastruktur, usw.
  • Präsident Biden hat offensichtlich auch keinen Plan und behält die Politik Trumps bei. Diese Politik war und ist leider der Zweite Schritt vor dem Ersten.
  • China setzt die über Jahrzehnte entstandenen Lieferketten als eine asymmetrisch wirkende Waffe gegen den gesamten Westen ein, um so den eigenen Zielen näher zu kommen.

Der chaotische Zusammenbruch der Lieferketten muss unterbunden und die Entflechtung muss von den involvierten Seiten zusammen aktiv gemanagt werden. Ob dieses offen erklärt wird oder hinter verschlossenen Türen vonstatten geht ist egal. Das Ziel wäre es die von beiden Seiten gewollte Entflechtung geordnet zu vollziehen. Dafür wird ein Plan benötigt und die Umsetzung braucht sehr viel Zeit. Die Alternative dazu wäre ein kompletter Zusammenbruch der Lieferketten, was zwangsläufig in einen weltumspannenden Krieg führen würde. Wenn Waren die Ländergrenzen nicht überschreiten können, dann werden es die Soldaten tun.

Nachrichten: Mittelmeer + Mittlerer Osten, Indopazifik, Defense & Agrar

Einige wichtige Meldungen aus der Welt.

  • Griechenland entsendet Patriot Batterien um Saudi-Arabien in seinen Verteidigungsbemühungen zu unterstützen und um die Lücke zu schließen, welche durch den Abzug der US Patriot Batterien geschaffen wurde. Die Kooperation zwischen Griechenland und den Abraham Nations vertieft sich immer weiter. In diesem Zusammenhang ist es auch bedeutend, dass Israel von der Zuständigkeit des EUCOMs hin zur Verantwortlichkeit des CENTCOMs verschoben wurde. Die Region ist das Gateway für den Handel zwischen Europa und den Indopazifischen Staaten. Entsteht hier eine neue alte Handelsföderation? Meldung Griechenland – Saudi-Arabien; Meldung Israel EUCOM zu CENTCOM
  • AUKUS: UK und USA wollen mit Australien die Technologie zum Bau von Atom-Ubooten teilen. Das hat weitreichende Auswirkungen auf die Australische Verteidigungsbereitschaft und Wirtschaft. Damit ein Staat Atom-Uboote betreiben kann benötigt er auch die gesamte zugehörige Nuklear Industrie. Das Frankreich hier aus einem schon bestehenden Deal verdrängt wurde ist, den Unkenrufen zu trotz, nicht weiter tragisch. Die französische Wirtschaft wird von der Anglosphäre durch Aufträge an anderer Stelle ausreichend entschädigt werden. Das Australien Atom-Uboote bauen will ist ein Zeichen für die Region und insbesondere für Beijing. Die Uboote selbst sollen in Adelaide gebaut werden, was zu der Vermutung führen kann, dass die Astute Klasse von BAE Systems das Rennen machen wird. – Meldung AUKUS
  • CF Industries ist durch die Energieknappheit in Großbritannien gezwungen die Produktion an ihren zwei Standorten zu unterbrechen. Das wird Auswirkungen auf die Europäischen Kunstdünger Preise haben und damit wahrscheinlich auch auf die Preissteigerung bei den Nahrungsmitteln. – Meldung CF Industries

Plus Ultra, ein nicht endendes Spiel des Pans

Was wir sehen ist eine erschreckende Tragödie. Ein Alptraum der sich immer weiter entfaltet. Kein Castor oder Pollux als Retter in Sicht. Kein erwachen aus diesem Alptraum möglich. Wer störte Pan in seiner Mittagspause, so dass er mit uns Bürgern gnadenlos sein Spiel der Panik treibt? Was verbindet diese ganzen Tragödien, derer wir Zeuge werden. Die Handlungsfähigkeit unserer Staaten scheinen ausgehöhlt worden zu sein und sie können oder wollen anscheinend nicht mehr ihre Funktionen wahrnehmen.

Fing diese Entwicklung etwa mit der Großen Finanzkrise an? Experten sollten es damals lösen und kamen mit Mitteln wie der Zero Interest Rate Policy, Negative Interest Rate Policy und dem Quantitative Easing an. Lösungen, welche offensichtlich nicht gegriffen haben und die bestehenden Probleme wie Vermögensungleichgewicht, Monopolisierung und Co nur weiter vortrieb geleistet haben. Die Großkonzerne waren und sind die größten „Profiteure“ der damals eingeschlagenen Politik. Obwohl die negativen Auswirkungen dieser Politik seit vielen Jahren mehr als nur offensichtlich sind, wird behauptet, dass wir nur noch ein wenig mehr ZIRP, NIRP und QE durchführen müssten und das Problem wäre endgültig gelöst. Hier zeigte sich vielleicht zum ersten Mal das Dilemma in dem wir uns befinden. Vermeintliche Experten, hinter denen sich Entscheidungsschwache Politiker verstecken, um selbst keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Abwägen, das Pro und Contra jenseits der eigenen politischen Karriere betrachten? Nein, leider ließ sich seit der Großen Finanzkrise nur beobachten wie sich diese von uns gewählten Politiker hinter Plattitüden und vermeintlichen Experten verstecken, ein Theater aufführen und glauben, dass durch die richtigen PR Maßnahmen sie ein Problem lösen oder wegwünschen können.

Vielleicht liegt hier einer der Grundsteine des jetzt zu beobachtenden Versagens. Oder fing es schon mit dem Beginn der endlosen Kriege in Afghanistan und Co an, bei denen beobachtet werden konnte wie die eingeschlagenen Wege und Maßnahmen nicht zum Erfolg geführt haben. Ziele definiert durch Traumtänzerei und Ignoranz der Politik führten hier wahrscheinlich zum beständigen Scheitern. Eine neutrale Ergebnisoffene Evaluierung der durchgeführten Maßnahmen fand in der Politik offensichtlich nicht statt. Ein Muster dass sich wahrscheinlich durch alle Parteien, in allen Politikfeldern der westlichen Welt hindurch beobachten lässt. Traumtänzerei und Ignoranz gepaart mit einer „starken Haltung“. Das Theater als Ersatz der Handlung?

Anscheinend ist es mehr als nur akzeptabel geworden Versagen zu belohnen und sogar zu fördern, solang die Theater Performance passt. Ob es Waldbrände in den USA sind, die aufgrund mangelhafter Vorkehrungen zu riesigen Feuern heranwachsen, die langsame Auslieferung der Impfdosen in Australien oder zuletzt das Hochwasser Desaster in Deutschland. Die Verantwortlichen sind sich jedenfalls um einer Ausrede nie verlegen. Kann es sein dass hier das Übel darin liegt, dass der Staat durch zynische Politiker seiner Fähigkeiten unter dem Deckmantel der Kostenersparnis, Effizienz und anderer Scheinargumente aktiv beraubt wird? Der Grundsatz „Man kann ja viel Planung und Ausführung durch Beratungsunternehmen ersetzen“ ist anscheinend sehr weit verbreitet. Wenn jedoch z.B. nicht die totale Demobilisierung der Bundeswehr das Ziel der vergangenen Jahre war, dann kann man vermuten, dass dieser Ansatz zum Scheitern verurteilt ist. Ist es also die Ursache darin zu finden, dass die Illusion mittlerweile als Erfolgsausweis ausreicht und nicht mehr das harte fassbare Ergebnis? Potemkinsche Dörfer als Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit, als Ersatz für ansonsten unangenehme Antworten?

Auch der Umgang mit der Pandemie offenbarte mehr als nur Schwächen im Zivilschutz. Leider konnte auch hier beobachtet werden wie sofort der PR Reflex aller die Oberhand gewann und von Anfang an wirklich Alles restlos Politisiert wurde. Interesse an Lösungen und einem rationalen Umgang machten einer andauernden Emotionspornographie platz. Durch die Politisierung, der angewandten PR Methodiken und offensichtlichen finanziellen Einzelinteressen kam es zu diesem Chaos, welchem wir aktuell beiwohnen dürfen. Ein Chaos welche feindlich gesinnte Staaten ausnutzen und auf allen Seiten die Verschwörungstheorien, Zwiespalt und Hass durch geschickte Propaganda befeuern.

Vielleicht ist es auch die allgemein immer mehr um sich greifende Unwissenheit / Unbildung die zu diesen Entwicklungen führen. Breites Allgemeinwissen ist anscheinend nicht mehr gefragt. Die ausschließliche Konzentration auf einen schmalen Bereich führt zu einer gewissen Blindheit. Einer Blindheit gegenüber den Folgen einer Handlung auf das Große Ganze. Komplexe Systeme sind nicht vollkommen Beherrschbar und ihre Grenzen sind selten bekannt. Doch das Eingeständnis etwas nicht zu wissen, dass ist vielen verloren gegangen. Arroganz, Ignoranz und eine starke Haltung, die einem von der Wirklichkeit abschirmen, wurden zu einer allgemein anerkannten Tugend. Wer benötigt schon Fakten, wenn er doch über eine Haltung verfügt. Ist es doch sehr angenehm wenn man sich nicht mit Detailfragen auseinandersetzen muss, sondern eine kindliche Naivität ausreicht, um für Alles Endlösungen parat zu haben. Ist es die falsche Selbstsicherheit die Zukunft genau zu kennen gepaart mit einer Kontrollillusion? Oder ist es der empfundene Zwang der Verantwortlichen zu behaupten die Zukunft genau zu kennen und alle Lösungen zu wissen in der Hoffnung Kompetent zu wirken? Vielleicht ist es erneut en vogue, wenn zukünftige dramatische Ereignisse prophezeit werden, die nur eine Bewegung / eine Gruppe mit ihrer angestrebten Politik verhindern kann aber durch eine dann nach der Machtübernahme stattfindenden zynischen Politik selbst gezielt herbeiführt, um so die eigene Prophezeiung wahr werden zu lassen? Es klingt absurd, doch hatte nicht Hannah Ahrendt ein solches Verhalten bei den Totalitären Staaten ihrer Zeit beobachtet?

Die Realität ist unwahrscheinlich und genau das ist das Problem. Die perfekte Information, die von sogenannten Experten immer wieder vorgegaukelt wird, gibt es nicht. Es würde ja bedeuten, dass einem alle Informationen / Daten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bekannt wären, wie auch jegliche Ursachen für die Interaktion der Bestandteile eines Komplexen Systems und deren Zusammenhänge verstanden würden. Leider wird zu oft eine Allwissenheit vorgespielt, welche geschickt mit Intransparenten Modellen untermauert wird. Das ist keine Wissenschaft, dass ist Aberglaube.

Abweichende Meinungen, früher gehört, vielleicht anerkannt, sehr oft aber toleriert, jedoch wenn nötig in der Argumentation widerlegt, um Scharlatanerie offenzulegen, heute sofort reflexhaft als Extrem, Faschistisch oder Rassistisch zurückgewiesen, ohne sich überhaupt mit der Argumentation zu befassen. Ist es das Ergebnis der Entwicklungen oder auch ein Teil der Ursache? Warnte uns nicht Eugene Ionesco in seinem Theaterstück „Die Nasshörner“ vor einer solchen Entwicklung und welch schädliche Konsequenzen es für eine Gesellschaft hat, wenn alle zu wilden Nasshörnern werden, die Intellektuellen voran?

Politiker halten sich an die vermeintlichen Experten und kommen zu dem Schluss, dass es für sie wohl das beste sei: Wenn man etwas tut, was nicht zum gewünschten Ziel führt, dass man dann nur mehr von dem tun muss, was bisher nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt hat, um das gewünschte Ergebnis endgültig zu erreichen. Am Ende muss leider nur die PR stimmen, dann kann das Ergebnis ignoriert werden. Jedenfalls eine gewisse Zeit lang. Sollte sich dann irgendwo irgendwann ein Sündenbock finden, um so besser. Es wäre ja auch unverantwortlich, wenn es ersichtlich würde das weder Experten noch Politiker unfehlbar sind und über zukünftige Entwicklungen oft genau so wenig wissen wie der Laie auf der Straße, egal wie wissenschaftlich ihre Modelle dargestellt werden. Wäre es nicht so, dann hätte damals die UdSSR, als Ausgeburt einer wahren Technokratie, gewonnen und nicht der Westen. Auch wird wahrscheinlich bei allen Beteiligten die sogenannte „Sunken Cost Fallacy“ mit hineinspielen. Eine De-Mystifizierung von sogenannten Experten wäre wahrscheinlich ein Segen für die westlichen Gesellschaften.

Naives Weltbild als Sprungbrett für Zynische Politiker

Eine Politik für das Heere Ziel, welche Institutionalisiert und damit dauerhaft wird, dass klingt erst einmal gut und einleuchtend. Die Idee wäre es sicherlich auch, wenn alle Menschen es ehrlich meinen würden. So ist es aber nicht!

Solche Institutionen in Verbindung mit den schon jetzt festzustellenden Sprachveränderung sind in unserem jetzigen Politik Umfeld noch recht harmlos. Doch sie machen es einem zukünftigen zutiefst zynischen Politiker / Machtgruppe sehr einfach diese dann schon bestehenden Gesetze und Institutionen auszunutzen, um die eigene Macht zu etablieren und abzusichern. Alles unter dem Deckmantel des Heeren Ziels, welches nur den Nutzen der Gemeinschaft als Mission kennt. Besonders kritisch ist es, wenn eine Politik verfolgt wird, die Höhere Ziele vorgibt, welche nicht einmal mess- bzw . greifbar sind. So kann das Gesetz und oder die Aufgabe eines Ministeriums immer passend Neuinterpretiert werden. Hier besteht das Risiko des Rule by Law, was im krassen Gegensatz zum Grundsatz des Rule of Law steht.

Es ist sehr naiv zu glauben, dass eine solche Entwicklung nicht möglich ist. Sie ist nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich. Darauf deuten viele der fehlgeschlagenen Progressiven Bewegungen in den verschiedensten Ländern hin. Die Geschichte der Totalitären Staatsformen ist gespickt mit diesen fehlgeschlagenen Bewegungen. Zuerst dominiert ein naives recht kindliches Weltbild unter dessen Prämisse Gesetze und Institutionen erschaffen werden, die im Anschluss von zutiefst zynischen Politikern und Machtgruppen ausgenutzt werden, um eine totalitäre Machtstruktur aufzubauen.

Bevor Gesetze erlassen werden, sollte immer vorher darüber nachgedacht werden, ob sie nicht von zynischen Politikern / Machtgruppen ausgenutzt werden können. Nur so kann zukünftiger Schaden vom Staat ferngehalten werden.

Die Anglosphäre ordnet die Verhältnisse neu

Die Anglosphäre wird durch ihre gemeinsame Kultur, Sprache, Rechtssystem und Wirtschaftsordnung definiert. Der Kern der Anglosphäre wird durch die sogenannten FiveEyes gebildet. Die Five Eyes entstanden aus den UKUSA Vereinbarungen, bei denen die Zusammenarbeit der Geheimdienste des Vereinigten Königreichs und der USA organisiert und beschlossen wurde. Sekundäre Partner sind AustralienKanada und Neuseeland (Durch eigenes Zutun „suspendiert“1).

Neben den oben genannten Staaten gehören auch die Mitgliedsstaaten der Commonwealth of Nations im erweiterten Sinne zu der Anglosphäre hinzu. Darüber hinaus ist im Pazifik Japan, neben Australien, der wichtigste Partner der USA. Zusätzlich erstreckt sich die erweiterte Anglosphäre über Europa. Da jedoch Europa durch und durch von den USA im militärischen und wirtschaftlichen Bereich abhängig ist, haben sie eine nicht so große Mitsprache. Europas wirtschaftliche Prosperität ist direkt von den USD Swap Linien der Fed abhängig. Damit ist Europa noch auf sehr lange Zeit an die USA gebunden, egal wie die Emotionen gegenüber den USA gerade stehen. Deshalb wird den europäischen Staaten schlussendlich nichts anderes übrigbleiben als sich dem Willen des Hegemon unterzuordnen, weshalb ich sie als nicht wirklich eigenständige Akteure ansehe.

Die USA sind der Hegemon, der über die Weltreservewährung verfügt. Diese Stellung können sie nutzen um die

  • eigenen Interessen durchzusetzen.
  • mit ihnen alliierte Staaten und Gruppen zu unterstützen.
  • eigenen Feinde zu bestechen.

Nach dieser kurzen Definition was die Anglosphäre ist und welch potentes Machtmittel der Hegemon in Form des US Dollars inne hat kommen wir nun zu paar Ereignissen der vergangenen Monate.

Das Empire schlägt zurück. So oder so ähnlich kann man die Entwicklungen der vergangenen Monate interpretieren. Bei dem sich ausspielenden Trend stehen wir zwar noch ganz am Anfang, doch die bisher erfolgten Schritte zeigen in die richtige Richtung. Die Planungsphase in der wir uns noch immer befinden wird sich wahrscheinlich noch ein wenig hinziehen aber die gestarteten Initiativen und Abkommen deuten darauf hin, dass die Anglosphäre sich um die USA herum organisiert und erneut die Zügel der Weltpolitik in die Hand nehmen wird. Bei der folgenden Auflistung von Ereignissen werde ich den Fokus mehr auf Indien, Japan, Australien und Großbritannien legen und weniger auf die USA, da diese zumeist eh im Rampenlicht stehen.

  • Verschiedene Marine Manöver im Indopazifik Raum, an denen nicht nur die Staaten der QUAD (USA, Australien, Japan, Indien) teilnehmen, sondern auch europäische Verbände.2 Großbritannien schickt mit der HMS Queen Elizabeth ihre größte Armada die seitdem Falkland Krieg in See gestochen ist in den Indopazifischen Raum. Damit unterstreicht das Königreich die Bedeutung welche es dem Indopazifik Raum beimisst und sendet damit auch ein starkes Signal an die Staaten der Region.3
  • USA und Japan betonen ihre Zusammenarbeit bei der Verteidigung von Taiwan.4
  • Japan und Großbritannien kooperieren verstärkt miteinander. Ihre Partnerschaft soll vertieft werden. Beide Länder sind Teil des F35 Netzwerkes.5
  • Space Bridge Partnership zwischen Großbritannien und Australien beschlossen, um den Wissensaustausch und die Investitionen in ihren Raumfahrt Sektoren zu fördern.6
  • Umstrukturierung der Lieferketten zwischen Australien, Japan und Indien.7
  • Fortschreitende Integration von Indien in die US Lieferketten.8
  • Umstrukturierung der Nordatlantischen Verteidigung, sodass sie den sich ändernden Herausforderungen gewachsen ist.9
  • Großbritannien bemüht sich um mehr Einfluss in Afrika.10 Auch Indien ist auf dem Kontinent aktiv.11
  • Großbritannien und Australien konnten sich auf ein Handelsabkommen einigen. 12
  • Japan will seinen wirtschaftlichen Einfluss auf der Arabischen Halbinsel ausbauen und damit auch ihre Präsenz in Afrika stärken.13
  • Laut Hören Sagen „Reopening“ von Subic Bay auf den Phillipinen durch Austal Ltd.. Es wäre ein großer Gewinn. Nicht nur das es ein Zeichen ist, dass sich Manila von Beijing entfernt, sondern Subic Bay ist auch ein strategisch besonders wichtiges Asset. Hier können Kriegsschiffe nah am Einsatzgebiet versorgt und überholt werden. Sollte es also der australischen Werftengruppe gelungen sein hier Assets aufzukaufen und Operationen aufnehmen zu können wäre es ein großer Fortschritt für die Staaten der QUAD.

Diese Auflistung ist nicht komplett aber gibt einen ausreichenden Überblick über die aktuelle Stoßrichtung der Anglosphäre. Insgesamt kann man vermuten, dass die Staaten der Anglosphäre in Zukunft erneut den Motor der Weltwirtschaft darstellen werden und nicht China. Das chinesische Jahrhundert wird nun schon seit über vierzig Jahren ausgerufen, gekommen ist es bisher nicht. Zusätzlich scheint sich der Afrikanische Kontinent zu entwickeln. Das werben vieler Länder um die einzelnen afrikanischen Staaten deutet darauf hin. Der Vorteil der Anglosphäre ist, dass viele afrikanische Länder Mitglieder der Commonwealth of Nations sind und dadurch die Zusammenarbeit vereinfacht wird. Es wird spannend bleiben zu beobachten wie sich Anglosphäre zukünftig entwickeln wird.

1https://www.aljazeera.com/news/2021/4/19/new-zealand-says-it-will-set-china-policy-not-us-led-five-eyes

2French Naval Exercise La Perouse: India Joins to Make it Full QUAD – The Financial Express

3https://www.defensenews.com/global/europe/2021/04/26/british-name-enormous-carrier-strike-group-heading-for-the-indo-pacific/

4Japan, U.S. defense chiefs affirm cooperation over Taiwan emergency (kyodonews.net)

5UK Defence Co-Operation with Japan – Second Line of Defense (sldinfo.com)

6UK-Australian Space Bridge Agreement – Second Line of Defense (sldinfo.com)

7Australia, Japan, India set up supply chain group (argusmedia.com)

8India Getting P-8s In New Deal That Includes Local Investment – Breaking Defense Breaking Defense – Defense industry news, analysis and commentary

9Re-shaping North Atlantic Defense: JFC Norfolk as a Startup Command – Second Line of Defense (sldinfo.com)

10Britain ready to provide strategic support in renewable energies, free zones and transit trade | (libyaherald.com)

11Jaishankar arrives in Kenya on bilateral visit to strengthen ties (theprint.in)

12Australia trade deal will not hit UK farmers, says Liz Truss – BBC News

13UAE, Japan Plan on Launching Business Council | Asharq AL-awsat (aawsat.com)

De-Coupling – Mehr als nur ein Buzzword

Das De-Coupling und damit das Ende der alten Form der Globalisierung schreitet voran. Es ist die Reaktion der westlichen Welt auf das destruktive Verhalten Chinas. Sei es ihr Drang jegliche Technologien stehlen zu wollen, Internationale Verträge zu ignorieren, ihre seit Jahren angewandte Grauzonen Taktiken, egal diese Liste ist außerordentlich lang. Diese Entwicklung nahm zwischen 2009 und 2012 ihren Anfang und hat sich seitdem Jahr für Jahr beschleunigt. Im Jahr 2014 hat Herr Harald Malmgren einen Aufsatz auf Second Line of Defense (SLDinfo.com) veröffentlicht mit dem viel sagenden Titel „The Return of Economic Nationalism: Shaping the Next Phase of “Globalization” À la Carte“1. In diesem Aufsatz geht er auf die Probleme ein, mit denen sich die Entwickelten und Entwickelnden Staaten dieser Welt in folge der Großen Finanzkrise konfrontiert sehen und die daraus entstehenden Implikationen. Ein interessanter Twist ist hierbei, dass Hören Sagen zufolge der US Kongress und das Pentagon im Jahr 2014 das destruktive Verhalten der Kommunistischen Partei Chinas anerkannt und mit einem eigenen Plan zum teilweise Auftrennen der Lieferketten geantwortet haben.

Dieser Trend des De-Couplings wurde durch die Pandemie sehr stark beschleunigt, doch schon zuvor kam es immer wieder zu Unterbrechungen der Lieferketten. Die Lage ist infolge des „Tit for Tat“ zwischen den USA, Australien, Japan, Kanada, Indien und einigen Europäischen Ländern auf der einen Seite und China auf der anderen immer Volatiler geworden. Mittlerweile versucht die Kommunistische Partei Chinas den USA und ihren Alliierten aktiv Schaden zuzufügen. Dabei greift die Partei auf ihre Grauzonen Taktiken zurück, zu denen Cyberangriffe gehören, Politische Kriegsführung, wirtschaftliche Erpressungsversuche, absichtliche Behinderung der Schifffahrt im Südchinesischen Meer aber auch der Versuch sich Territorien von Nachbarstaaten einzuverleiben.

Vielen Staaten und Unternehmen ist die delikate Lage in der sie sich befinden bewusst. Einige westliche Staaten haben ihre Wirtschaft und die damit verbunden Lieferketten so eng mit China verwoben, dass sie die Causa am liebsten ignorieren würden. Doch ist zu vermuten, dass die öffentlich gezeigte Zurückhaltung und stellenweise Ignoranz ein Teil des Theaters darstellt, um so Zeit zu gewinnen, damit die Lieferketten, ohne komplett im Chaos zu versinken, neu geordnet werden können. Das sich an dieser Stelle etwas bewegt darauf deuten einige Entwicklungen hin.

  • Die Demokratische Republick Kongo wie auch Angola scheinen den Einfluss der Kommunistischen Partei Chinas zurück drängen zu wollen.2 3
  • Australien, Indien und Japan arbeiten an der Umgestaltung ihrer Lieferketten.4
  • In Indonesien scheint es so als wäre ein Rohstoffinvestment der Kommunistischen Partei Chinas gescheitert. 5
  • Auch in Deutschland geschieht offensichtlich etwas bei der Rückholung der Lieferketten, ohne dass es an die Große Glocke gehangen wird.6
  • Wie Janes berichtet ist auch Airbus seit längerem dabei dabei die Produktion China frei zu gestalten. The image released on 14 June shows the main fuselage of an H175 partway through assembly at a facility in France that has been built “entirely free of any elements sourced from China”, according to Airbus The company went on to note that this has been achieved “as the result of a project that has been underway for the past five years capitalising on European aerostructures capability” 7 Das Airbus schon vor 5 Jahren mit der Umgestaltung begonnen hat bestätigt das Gerücht das der Plan des De-Couplings / Globalisierung a la Carte schon seit längerem verfolgt wird.
  • Das Thema Chips wird nicht nur in Deutschland angegangen, sondern auch Japan und die USA sind an neuen Werken interessiert und umwerben dafür unter anderem TSMC.8 9
  • Zusätzlich zu den bisher aufgezählten Entwicklungen mehren sich die Rückschläge für Beijing bei ihrem Versuch eine eigene Einflusssphäre zu erschaffen. Telefonica Espana lässt Huawei fallen und setzt zukünftig auf Nokia und Eriksson10. Italien schwenkt von der Belt and Road Initiative ab, was die Handlungsoptionen der KP im Mittelmeerraum einschränken wird und die dort von ihnen getätigten Investitionen entwertet. Darüber hinaus scheint auch Saudi-Arabien den Wink des Hegemons verstanden zu haben und lässt die Investitionen Beijings in den Pakistanischen Hafen Gwadar stranden. Sie werden in Karachi investieren11, was den Wert der bisher getätigten chinesischen Investitionen mindert und die Erfolgsaussichten für den China Pakistan Economic Corridor verringert.

Die hier getätigte Auflistung ist nicht komplett doch gibt sie eine gute Übersicht darüber wie sich die Lage entwickelt. Kurzum der Hegemon ordnet die Anglosphäre und die mit dieser assoziierten Staaten neu an, um so den kommenden Herausforderungen besser gewachsen zu sein. Dieser Prozess wird viel Zeit in Anspruch nehmen, sodass man davon ausgehen kann, dass sich die Neuordnung wahrscheinlich auf mehr als 15 Jahre erstrecken wird und dabei stellenweise sehr volatil verlaufen wird.

1Harald Malmgren; Second Line of Defense; 2014: https://sldinfo.com/2014/12/the-return-of-economic-nationalism-shaping-the-next-phase-of-globalization-a-la-carte/

2Angola: João Lourenço puts his stamp on Luanda’s diplomacy (theafricareport.com)

3DR Congo’s president says he will renegotiate mining contracts – The Citizen

4Australia, Japan, India set up supply chain group (argusmedia.com)

5China, Indonesia $2.5 billion copper deal falls apart – Asia Times

6Bosch: https://www.bosch.de/unser-unternehmen/bosch-in-deutschland/dresden/

7Janes.com: https://www.janes.com/defence-news/news-detail/airbus-goes-on-offensive-over-too-chinese-h175-offering-for-uk

8Taiwan’s TSMC to set up US$186 million R&D center in Japan: https://www.taiwannews.com.tw/en/news/4124664

9Chipmaker TSMC eyeing expansion of planned Arizona plant -sources: https://www.reuters.com/technology/chipmaker-tsmc-eyeing-expansion-planned-arizona-plant-sources-2021-05-04/#:~:text=TSMC%2C%20the%20world’s%20largest%20contract,supply%20chains%20back%20from%20China.

10Telefonica Espana to ditch Huawei in favour of Ericsson and Nokia, report says (commsupdate.com)

11Trending news: Saudi Arabia gives a blow to China in Pakistan, will not build oil refinery in Gwadar – Hindustan News Hub

Iran hat die US Regierung getestet und in Syrien die Antwort erhalten

Von dem bisher gezeigten Außenpolitischen Ansatz der Regierung Biden bin ich bisher kein Freund, da dem Terror Regime des Irans zu viel Platz gelassen wird und sich Interventionen in Afrika anbahnen, die über Jahre hinweg knappe militärische Ressourcen binden werden.

Was die Mullahs und ihre Revolutionsgarden befeuert, die Stellvertreter Kriege der Region erneut anzuheizen, sind z.B. solche Handlungen der US Regierung:
Biden Revokes Terrorist Designation for Yemen’s Houthis
Aber auch der Versuch den JCPOA erneut zu beleben, trotz der unzähligen, anhaltenden und gravierenden Verstöße von Seiten des Irans.

Sowas befeuert den Übermut des iranischen Regimes und führte direkt zu einer erhöhten Aktivität der Iranischen Stellvertreter gegen Saudi-Arabien und innerhalb des Iraks. Auch die neue Offensive der Houthis im Jemen ist eine Folge dieser „konzilianten“ Politik. Ein „Höhepunkt“ wurde am 15ten Februar erreicht, als der Flughafen von Erbil beschossen wurde und dabei ein US Kontraktor getötet wurde.

Die jetzige Bombardierung in Syrien von Stellungen der Kata’ib Hezbollah und Kata’ib Sayyid al-Shuhada sind eine direkte Antwort der US Regierung auf das destruktive aggressive Verhalten des Irans. Beide oben genannte Gruppen sind von Iran finanzierte Stellvertreter, vergleichbar mit einer Art Iranischen Fremdenlegion. Der Iran hat die US Regierung getestet und eine Antwort bekommen. Diese Antwort war gut gewählt, da sie nicht im Irak erfolgt ist, sondern in Syrien. Wäre sie im Irak erfolgt, hätte die Bombardierung dem Iranischen Regime Möglichkeiten an die Hand gegeben, um gegen die US Truppen im Irak Stimmung zu machen und so die dort schwelenden Konflikte anzuheizen.

Dementsprechend ist die von der US Regierung gewählte Antwort die Richtige, um den Mullahs im Iran ihre Grenzen aufzuzeigen. Damit ist die aktuelle Kritik an der Regierung fehl am Platz, denn das ist aktuell kein neuer, sondern ein alter Konflikt der schon seit Jahrzehnten andauert. Wäre eine Antwort ausgeblieben, dann hätte der Iran in dem Bereich (Angriffe auf US Truppen / Einrichtungen) mit weiteren aggressiven Handlungen die Grenzen der US Regierung ausgetestet. Die möglichen Kosten wurden dem Iranischen Regime nun vor Augen geführt, was zukünftig eher beruhigend als anheizend wirken sollte.

So komisch es auch für Deutsche Ohren klingen mag, Konflikte und Kriege haben immer eine Kosten-Nutzen Rechnung. Erhöht man dem Kontrahenten die anzunehmenden Kosten, so geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er seine Ziele mit militärischen Mitteln verfolgen wird.