Der Treuhänder

BIP, Produktivität, Input und die im Preis enthaltene Information

Beim Bruttoinlandsprodukt wird der Output eines Landes innerhalb eines definierten Zeitraumes gemessen. Verändert sich das BIP so kann das folgende Ursachen haben, die gleichzeitig existieren können:

  1. Die Produktivität nimmt zu oder ab. Eine solche Entwicklung führt dazu, dass mehr / weniger Güter innerhalb des gleichen Zeitraumes produziert werden, was dazu führt das mehr / weniger Verteilt und Umverteilt werden kann.
  2. Der Input nimmt zu oder ab.

Wenn also der Input zu nimmt bei gleichbleibender Produktivität, dann erhöht sich das BIP. Sollte die Produktivität selbst auch zulegen so verstärkt sich der Wachstumseffekt. Wenn jedoch die Produktivität abnimmt bei steigenden Input, kann es dazu kommen, dass das BIP sogar schrumpft. Das BIP Wachstum ist meist eine Mischung aus Entwicklungen bei der Produktivität und dem Input.

Ob die Produktivität zu oder abnimmt hängt damit zusammen, wie der Input eingesetzt wird. Die Natur der Investition, der Ressourcen Verwendung, ist hierbei ausschlaggebend. Wird zum Beispiel dem Militär überdurchschnittlich viel an knappen Ressourcen zur Verfügung gestellt, so fehlen die knappen Ressourcen innerhalb der Gesellschaft an anderer Stelle, an der sie vielleicht die Produktivität hätten erhöhen können. Das liegt daran, dass für den Unterhalt des Militärs Steuern erhoben werden müssen und Personen dem Arbeitsmarkt entzogen werden. Das Geld was die Bürger an Steuern abgeben müssen, kann von ihnen nicht mehr Anderweitig verwendet werden, wie auch die potentielle Arbeitskraft der angeworbenen Soldaten / Personen an anderer Stelle fehlt. Auch Regulierungen können dazu führen, dass knappe Ressourcen in wirtschaftlich unsinnige Dinge investiert werden müssen bzw. umgeleitet werden, sodass diese woanders fehlen und damit Produktivitätssteigernde Aktivitäten ausbleiben.

Diese Verteilung und Umverteilung von knappen Ressourcen ist ein abwägen, dass nicht nur jeden Staat betrifft sondern jegliche Organisationen ob Unternehmerischer Natur oder anderer. Der Unterschied hierbei ist, setzt eine Unternehmung oder ein Verein die zur Verfügung stehenden begrenzten Mittel verantwortungslos ein, dann scheidet diese Organisation mit der Zeit aus, ohne dass für die Gesellschaft schwerwiegende Folgen zu befürchten sind. Betrifft die Verteilung und Umverteilung nun jedoch die gesamte Gesellschaft sind die Folgen von Missmanagement und falsch gesetzten Prioritäten wesentlich gravierender.

Das von der Menschheit entwickelte Verhaltensmuster zur wirtschaftlichen Interaktion basiert auf dezentral organisierten Personen und Gruppen / Organisationen. Diese wirtschaftlichen Agenten beziehen ihre Information über die Verfügbarkeit von Gütern durch den Preis der jeweiligen Güter. Der Preis eines Gutes selbst beinhaltet die Information ob es knapp ist oder im Überfluss vorhanden ist. Wird die Preisfindung durch Staatliche Maßnahmen ausgehebelt so geht die Information verloren und die wirtschaftlichen Aktivitäten können nicht an die sich ständig verändernde Lage angeglichen werden.

Deshalb ist es immer gefährlich, wenn der Staat und dessen Vertreter versuchen diesen Prozess der Verteilung und Umverteilung im Kleinsten zu managen. Diese Aufgabe ist zu umfangreich und zu komplex, als dass sie effizient zentral dirigiert werden kann.

Der immer weiter ausufernde Versuch den Einsatz knapper Ressourcen im Kleinen zu managen ist wahrscheinlich einer der Gründe warum das BIP der EU seit 2008 stagniert.

BIP 1998 – 2020 EU vs. USA – Quelle: Weltbank

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