Der Treuhänder

Positives aus aller Welt

Die Welt besteht nicht nur aus negativen Nachrichten. In den vergangenen Tagen gab es gute Nachrichten, hierzu gehören Nachrichten aus dem Indopazifikraum, den Mittelmeer Anrainern und Europa.

Indopazifikraum

Australien und Indien einigen sich auf ein Freihandelsabkommen. Die Weltwirtschaft vernetzt sich neu und dieses Abkommen wie auch die Anbindung Indiens über den neu entstehenden Handelskorridor der Abraham Nations an Europa und Afrika, sollte der Indischen Gesellschaft helfen sich zu entwickeln.

Australia Announces Free Trade Deal With India – https://www.ndtv.com/world-news/australia-announces-free-trade-deal-with-india-3542358

Israel und Ägypten

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und Ägypten scheinen sich zu vertiefen. Eine Entwicklung die wahrscheinlich den Abraham Accords geschuldet ist.

Egypt, Israel seek to boost trade exchange following COP27

Read more: https://www.al-monitor.com/originals/2022/11/egypt-israel-seek-boost-trade-exchange-following-cop27#ixzz7leDI0bgw

Eine weitere Entwicklung die Ägypten betrifft, ist eine Erweiterung des East Port Said. Eine Entscheidung die wahrscheinlich mit neu entstehenden Handelskorridoren zusammenhängt. Ägypten ist eines der Tore Afrikas und für die Europäische Union neben Marokko ein wichtiger Punkt für die angedachten Europa Afrika Handelskorridore.

Egypt to build second Box Terminal at East Port Said – https://shipandbunker.com/news/emea/291211-egypt-to-build-second-box-terminal-at-east-port-said

Das Vereinigte Königreich

Auch im Vereinigten Königreich bekommt das Thema Nationale Sicherheit seit einiger Zeit eine erhöhte Aufmerksamkeit.

UK blocks chipmaker’s sale to Chinese firm, citing security – https://abcnews.go.com/International/wireStory/uk-blocks-chipmakers-sale-chinese-firm-citing-security-93467154

Positives aus der Welt

Nach einer etwas längeren Pause möchte ich hier erneut die Positive Nachrichten Reihe fortführen. Heute zwei Meldungen aus Deutschland, eine das Vereinigte Königreich und zwei weitere das östliche Mittelmeer betreffend.

Deutschland

Trotz der von der Regierung öffentlich kommunizierten Linie, dass sie nicht am sogenannten De-Coupling interessiert ist und der Beteiligung Chinas an einem Hamburger Hafen Terminal, geschieht an anderer Stelle genau das. Zum einen hat Wirtschaftsminister Habeck den Verkauf von Elmos an China unterbunden und zum Anderen hat Duisburg seine Zusammenarbeit mit Huawei eingestellt. Es sind Handlungen die darauf hinweisen, dass sich der gesamte Regierungsapparat durchaus bewusst ist in welch prekärer Lage sich Deutschland befindet. Für Deutschland ist es eine Gradwanderung um Zeit zu gewinnen, damit die eigenen Lieferketten neu aufgestellt werden können, ohne China soweit zu reizen die Assets der dort operierenden Deutschen Unternehmen zu verstaatlichen.

Germany blocks sale of two chipmakers to China
https://www.yahoo.com/now/germany-blocks-sale-two-chipmakers-123531658.html

Germany’s ‘China City’ Duisburg cuts ties with Huawei, citing Beijing’s relations with Russia
https://www.scmp.com/news/china/diplomacy/article/3199049/germanys-china-city-duisburg-cuts-ties-huawei-citing-beijings-relations-russia

Vereinigtes Königreich, Wales

Die Versorgungssicherheit ist ein nicht zu unterschätzendes Thema, welches erneut in den Fokus gerückt ist.

Qatar plots big expansion of Welsh gas facilities as UK bets on shift to LNG
https://www.msn.com/en-gb/money/other/qatar-plots-big-expansion-of-welsh-gas-facilities-as-uk-bets-on-shift-to-lng/ar-AA13SW1X?ocid=mailsignout&li=AAnZ9Ug

Östliche Mittelmeer, Israel & Griechenland

Weiterer Gas Fund vor der Küste Israels. In Verbindung mit weiteren Explorationsbemühungen im östlichen Mittelmeer und dem Ausbau der mit der Gasförderung verbundenen Infrastruktur in den Anrainerstaaten entstehen neue Energiequellen für Europa.

Energean finds 13 billion cubic meters of natural gas off Israel’s shore
https://www.jpost.com/business-and-innovation/energy-and-infrastructure/article-721662

Exxon Mobil to start gas reserve seismic surveys in Greece
https://www.reuters.com/business/energy/greek-pm-exxon-mobil-start-seismic-surveys-gas-reserves-off-crete-2022-11-07/

Fossile Energieträger finden nicht nur bei der Energie-, Wärmegewinnung und im Transportsektor Verwendung. Stand 2018 werden Öl & Gas wie folgt Verbraucht.

Öl

  • Transport 56%
  • Heizung 8%
  • Elektrizitätssektor 5%
  • Andere Verwendung 31%

Gas

  • Elektrizität 40%
  • Heizung 21%
  • Transport 4%
  • 3 – 5% für Düngemittel
  • Andere Verwendungen ca. 30 – 32%

Die Kunststoffe die uns umgeben haben meistens ihren Ursprung im Öl und Gas. In den vergangenen Jahrzehnten stieg im Vergleich zu anderen Materialien die Nachfrage nach Kunststoffen am stärksten an. Ungeliebt aber unumgänglich.

Israel ist kein Apartheitsregime

Israel als Apartheitsregime darzustellen, so wie es Kenneth Roth von Human Rights Watch tut ist auf so vielen Ebenen falsch, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll. Die gewählte Reihenfolge selbst lässt schon Zweifel an der Objektivität aufkommen.

Vielleicht ist es sinnvoll zuerst einmal Südafrika vor 1994 zu betrachten, da Südafrika unbestritten ein Staat war, der auf autoritäre Rassentrennung aufgebaut war. Da ich nicht mit einer Seiten langen Analyse langweilen möchte, ist es denke ich sinnvoll auf die Möglichkeit der Politischen-Teilhabe zu konzentrieren.

In Südafrika waren die Nicht-Weißen, vornehmlich die Schwarzen, von der Politischen-Teilhabe ausgeschlossen. Ihnen wurde das aktive und passive Wahlrecht verweigert. Dieses änderte sich zwar im Jahr 1984 mit der Einführung des Dreikammersystems, doch war dieses System so gestrickt, dass eine Einflussnahme auf die Politik den Nicht-Weißen weiterhin unmöglich war. Das alles änderte sich erst im Jahr 1994.

Im Gegensatz dazu ist innerhalb Israels keiner vom aktiven oder passiven Wahlrecht ausgeschlossen. Jeder ist mit Vollendung seines 18ten Lebensjahrs Wahlberechtigt und mit der Vollendung des 21ten Lebensjahrs kann man sich zur Wahl aufstellen lassen. Soweit wer in Israel wählen und gewählt werden darf. Kommen wir nun zur Zusammensetzung der aktuellen israelischen Regierungskoalition, die in diesem Jahr gebildet wurde. Hier ist es zu einem historischen Moment gekommen, denn an der Regierungskoalition und damit an der Regierung selbst ist zum ersten mal eine unabhängige Arabisch-Israelische Partei beteiligt.

Ich denke dieser Unterschied sollte schon genügen, um klar aufzuzeigen, dass Israel kein Apartheitsregime ist.

Geht es Human Rights Watch um die Palästinenserfrage, dann schauen sie jedenfalls bei den Falschen. Israel ist nicht mehr für die Palästinensischen Autonomiegebiete verantwortlich, diese Verantwortung ging einst an die Palästinenser über. Die Hamas, welche nach ihrem Wahlsieg im Jahr 2006 jegliche Wahlen abgeschafft hat, will den israelischen Staat und seine Bürger vernichten. Diese Terrororganisation, die die Bevölkerung des Gazastreifens unterdrückt und selbst terrorisiert, hat kein Interesse an einer Lösung, sondern profitiert von dem Status Quo. Nur so kann sie an der Macht bleiben und die damit verbunden Gewinne einstreichen. Vergleichbares gilt für die Palestinian National Authority im Westjordanland.

Das ausgegebene Ziel der Hamas, die Vernichtung Israels, steht einer Lösung zwischen den Palästinensern und Israel entgegen. Jedoch sind die Abraham Accords ein Signal, dass eine Lösung auf dem Weg ist. Eine Lösung bei der die Palästinenser, aufgrund des Handelns der HAMAS und PNA, nicht am Entscheidungsprozess beteiligt sind und sein werden.

Oder geht es Human Rights Watch darum, wie sich Israel verteidigt? Die fast tagtäglichen Angriffe auf Israel, aus dem Gazastreifen heraus, lassen für Israel kein anderes handeln zu. Um dieses vielleicht besser zu veranschaulichen. Stellen Sie sich einmal vor, dass sie fast täglich gezwungen sind ihren Schutzraum aufzusuchen, weil erneut Raketen auf sie abgefeuert werden. Oder Sie immer und immer wieder Feuer bekämpfen müssen, welche durch Brandballons der Hamas verursacht werden. Dazu gesellt sich dann noch die tägliche Gefahr von Selbstmordattentätern. Wie soll ein Staat, der für den Schutz seiner Bürger verantwortlich ist, anders handeln? Israel verhält sich für einen Staat, der sich in dieser Lage befindet, recht defensiv. Würden wir als Deutsche mit dieser Lage konfrontiert sein, ich denke die Forderungen aus der eigenen Bevölkerung heraus wären äußerst radikal und die Antwort des Staates nicht unbedingt minder.

Positive Entwicklungen im Mittleren Osten

Chaos ist eine Leiter. Das seit 2020 herrschende Chaos verdeckt das Licht. Die positiven Entwicklungen werden so nicht wahrgenommen, doch sie existieren. Neben dem Wahlausgang in Israel und der damit einhergehenden Regierungsbeteiligung der Israelischen Araber ist noch etwas wesentlich bedeutenderes geschehen. Im Mittleren Osten geschah etwas, was kaum für möglich gehalten wurde und noch vielerorts ignoriert wird. Mit den Abraham Accords kam der Startschuss zur Normalisierung der Verhältnisse zwischen den Arabischen Staaten und Israel.

Timeline der Normalisierungsabkommen:

  • August 2020: Übereinkunft und Vertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabsichen Emiraten und Bahrain. Hinter der Namensgebung Abraham Accords stehen die folgenden zwei Verträge: Israel – United Arab Emriates normalization agreement & Bahrain – Israel normalization agreement.
  • Oktober 2020: Israel – Sudan normalization agreement
  • Dezember 2020: Israel Morocco normalization agreement

Was noch fehlt ist ein offizielles Abkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien. Ein Hindernis für Saudi-Arabien wird wahrscheinlich die Innenpolitik sein. Weder der Saudische Staat, noch das Königshaus sind ein Monolith, sondern es existieren Fraktionen mit unterschiedlichen Interessen, die gegeneinander abgewogen werden müssen. Zusätzlich kam hier die US Präsidentschaftswahl dazwischen und es kann davon ausgegangen werden, dass die aktuelle US Regierung Biden einer Normalisierung der Beziehungen entgegensteht. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich der Wunsch der Regierung Biden die Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien mit der Palästinenser Frage zu verknüpfen.

In meinen Augen ist es ein recht naiver Wunsch, da Hamas und Fatah bisher keinen Willen zeigen für Frieden zu Sorgen, er würde wohl auch ihren eigenen Interessen entgegenstehen. Der Großteil der zur Verfügung gestellten Internationalen Geldmittel fließt Jahr für Jahr in ihre Raketen Arsenale und nicht in die Verbesserung der Lebensumstände im Gazastreifen oder dem Westjordanland. Weder Hamas noch Fatah haben ein Interesse an einem friedlichen Verhältnis mit Israel, da sie so ihre eigene Macht- und Wirtschaftsstellung unterminieren würden.

Egal wie, die bisher getroffenen Übereinkünfte haben eine neue Dynamik in der Region entfacht, sodass neue alte Handelswege ermöglicht werden. Der Handel zwischen den Arabischen Staaten und Israel wird so gefördert. Eine Entwicklung die sich schon jetzt in den Statistiken zeigt. Auch wird es offensichtlich das Israel, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ein ernsthaftes Interesse daran haben einen neuen alten Handelsknotenpunkt zwischen Indien und Europa zu errichten. Sollte dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein, es wäre die Rückkehr eines alten Handelsknoten, der schon zuvor über Jahrhunderte eine Schnittstelle zwischen dem Mittelmeerraum und der Indopazifik-Region war.

Eine solche Entwicklung fällt nicht einfach so vom Himmel, sondern man kann davon ausgehen, dass diese Ausrichtung schon seit Jahren vorbereitet wird und es wahrscheinlich ein Bestandteil der Globalisierung a la Carte ist. Bei dieser Neuausrichtung spielt auf der europäischen Seite Griechenland eine bedeutende Rolle, was dem Land neue Perspektiven verschafft. Griechenland hat gute Karten eine Schnittstelle zwischen Europa, insbesondere den 3SI Staaten und dem Mittleren Osten wie auch hin zu Afrika (Europe-Mediterranean-Africa Commercial Connectivity) zu sein. Für Griechenland wird es entscheidend sein, nicht nur ein Transitland zu sein, sondern in die Wertschöpfungsketten eingebunden zu werden. Tiefergehende Einsichten bietet die Analyse „India’s Arab-Mediterranean Corridor: A Paradigm Shift in Strategic Connectivity to Europe“ von Michaël Tanchum.

Neben dieser positiven Aussicht ist auch noch eine weitere Entwicklung in der Region zu beobachten. Israel wird über die Arab Pipeline Syrien und Libanon mit Gas versorgen. Auch dieses ist eine äußerst positive Entwicklung, denn so kann wahrscheinlich der Iranische Einfluss auf Syrien und den Libanon eingedämmt werden. Es wäre für die Stabilität der Region äußerst förderlich.

Insgesamt kann man feststellen, dass sich der Mittlere Osten im Wandel befindet. Dieser Wandel birgt Chancen die von Investoren genutzt werden können.