Positives aus der Welt
Nach einer etwas längeren Pause möchte ich hier erneut die Positive Nachrichten Reihe fortführen. Heute zwei Meldungen aus Deutschland, eine das Vereinigte Königreich und zwei weitere das östliche Mittelmeer betreffend.
Deutschland
Trotz der von der Regierung öffentlich kommunizierten Linie, dass sie nicht am sogenannten De-Coupling interessiert ist und der Beteiligung Chinas an einem Hamburger Hafen Terminal, geschieht an anderer Stelle genau das. Zum einen hat Wirtschaftsminister Habeck den Verkauf von Elmos an China unterbunden und zum Anderen hat Duisburg seine Zusammenarbeit mit Huawei eingestellt. Es sind Handlungen die darauf hinweisen, dass sich der gesamte Regierungsapparat durchaus bewusst ist in welch prekärer Lage sich Deutschland befindet. Für Deutschland ist es eine Gradwanderung um Zeit zu gewinnen, damit die eigenen Lieferketten neu aufgestellt werden können, ohne China soweit zu reizen die Assets der dort operierenden Deutschen Unternehmen zu verstaatlichen.
Germany blocks sale of two chipmakers to China
https://www.yahoo.com/now/germany-blocks-sale-two-chipmakers-123531658.html
Germany’s ‘China City’ Duisburg cuts ties with Huawei, citing Beijing’s relations with Russia
https://www.scmp.com/news/china/diplomacy/article/3199049/germanys-china-city-duisburg-cuts-ties-huawei-citing-beijings-relations-russia
Vereinigtes Königreich, Wales
Die Versorgungssicherheit ist ein nicht zu unterschätzendes Thema, welches erneut in den Fokus gerückt ist.
Qatar plots big expansion of Welsh gas facilities as UK bets on shift to LNG
https://www.msn.com/en-gb/money/other/qatar-plots-big-expansion-of-welsh-gas-facilities-as-uk-bets-on-shift-to-lng/ar-AA13SW1X?ocid=mailsignout&li=AAnZ9Ug
Östliche Mittelmeer, Israel & Griechenland
Weiterer Gas Fund vor der Küste Israels. In Verbindung mit weiteren Explorationsbemühungen im östlichen Mittelmeer und dem Ausbau der mit der Gasförderung verbundenen Infrastruktur in den Anrainerstaaten entstehen neue Energiequellen für Europa.
Energean finds 13 billion cubic meters of natural gas off Israel’s shore
https://www.jpost.com/business-and-innovation/energy-and-infrastructure/article-721662
Exxon Mobil to start gas reserve seismic surveys in Greece
https://www.reuters.com/business/energy/greek-pm-exxon-mobil-start-seismic-surveys-gas-reserves-off-crete-2022-11-07/
Fossile Energieträger finden nicht nur bei der Energie-, Wärmegewinnung und im Transportsektor Verwendung. Stand 2018 werden Öl & Gas wie folgt Verbraucht.
Öl
- Transport 56%
- Heizung 8%
- Elektrizitätssektor 5%
- Andere Verwendung 31%
Gas
- Elektrizität 40%
- Heizung 21%
- Transport 4%
- 3 – 5% für Düngemittel
- Andere Verwendungen ca. 30 – 32%
Die Kunststoffe die uns umgeben haben meistens ihren Ursprung im Öl und Gas. In den vergangenen Jahrzehnten stieg im Vergleich zu anderen Materialien die Nachfrage nach Kunststoffen am stärksten an. Ungeliebt aber unumgänglich.
Positive Entwicklungen im Mittleren Osten
Chaos ist eine Leiter. Das seit 2020 herrschende Chaos verdeckt das Licht. Die positiven Entwicklungen werden so nicht wahrgenommen, doch sie existieren. Neben dem Wahlausgang in Israel und der damit einhergehenden Regierungsbeteiligung der Israelischen Araber ist noch etwas wesentlich bedeutenderes geschehen. Im Mittleren Osten geschah etwas, was kaum für möglich gehalten wurde und noch vielerorts ignoriert wird. Mit den Abraham Accords kam der Startschuss zur Normalisierung der Verhältnisse zwischen den Arabischen Staaten und Israel.
Timeline der Normalisierungsabkommen:
- August 2020: Übereinkunft und Vertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabsichen Emiraten und Bahrain. Hinter der Namensgebung Abraham Accords stehen die folgenden zwei Verträge: Israel – United Arab Emriates normalization agreement & Bahrain – Israel normalization agreement.
- Oktober 2020: Israel – Sudan normalization agreement
- Dezember 2020: Israel Morocco normalization agreement
Was noch fehlt ist ein offizielles Abkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien. Ein Hindernis für Saudi-Arabien wird wahrscheinlich die Innenpolitik sein. Weder der Saudische Staat, noch das Königshaus sind ein Monolith, sondern es existieren Fraktionen mit unterschiedlichen Interessen, die gegeneinander abgewogen werden müssen. Zusätzlich kam hier die US Präsidentschaftswahl dazwischen und es kann davon ausgegangen werden, dass die aktuelle US Regierung Biden einer Normalisierung der Beziehungen entgegensteht. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich der Wunsch der Regierung Biden die Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien mit der Palästinenser Frage zu verknüpfen.
In meinen Augen ist es ein recht naiver Wunsch, da Hamas und Fatah bisher keinen Willen zeigen für Frieden zu Sorgen, er würde wohl auch ihren eigenen Interessen entgegenstehen. Der Großteil der zur Verfügung gestellten Internationalen Geldmittel fließt Jahr für Jahr in ihre Raketen Arsenale und nicht in die Verbesserung der Lebensumstände im Gazastreifen oder dem Westjordanland. Weder Hamas noch Fatah haben ein Interesse an einem friedlichen Verhältnis mit Israel, da sie so ihre eigene Macht- und Wirtschaftsstellung unterminieren würden.
Egal wie, die bisher getroffenen Übereinkünfte haben eine neue Dynamik in der Region entfacht, sodass neue alte Handelswege ermöglicht werden. Der Handel zwischen den Arabischen Staaten und Israel wird so gefördert. Eine Entwicklung die sich schon jetzt in den Statistiken zeigt. Auch wird es offensichtlich das Israel, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ein ernsthaftes Interesse daran haben einen neuen alten Handelsknotenpunkt zwischen Indien und Europa zu errichten. Sollte dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein, es wäre die Rückkehr eines alten Handelsknoten, der schon zuvor über Jahrhunderte eine Schnittstelle zwischen dem Mittelmeerraum und der Indopazifik-Region war.
Eine solche Entwicklung fällt nicht einfach so vom Himmel, sondern man kann davon ausgehen, dass diese Ausrichtung schon seit Jahren vorbereitet wird und es wahrscheinlich ein Bestandteil der Globalisierung a la Carte ist. Bei dieser Neuausrichtung spielt auf der europäischen Seite Griechenland eine bedeutende Rolle, was dem Land neue Perspektiven verschafft. Griechenland hat gute Karten eine Schnittstelle zwischen Europa, insbesondere den 3SI Staaten und dem Mittleren Osten wie auch hin zu Afrika (Europe-Mediterranean-Africa Commercial Connectivity) zu sein. Für Griechenland wird es entscheidend sein, nicht nur ein Transitland zu sein, sondern in die Wertschöpfungsketten eingebunden zu werden. Tiefergehende Einsichten bietet die Analyse „India’s Arab-Mediterranean Corridor: A Paradigm Shift in Strategic Connectivity to Europe“ von Michaël Tanchum.
Neben dieser positiven Aussicht ist auch noch eine weitere Entwicklung in der Region zu beobachten. Israel wird über die Arab Pipeline Syrien und Libanon mit Gas versorgen. Auch dieses ist eine äußerst positive Entwicklung, denn so kann wahrscheinlich der Iranische Einfluss auf Syrien und den Libanon eingedämmt werden. Es wäre für die Stabilität der Region äußerst förderlich.
Insgesamt kann man feststellen, dass sich der Mittlere Osten im Wandel befindet. Dieser Wandel birgt Chancen die von Investoren genutzt werden können.